Irgendwie ist der blicklog mit zuvielen Javascripts zugemüllt, sodass mein Kommentar dort nicht gespeichert wurde. Darum schreibe ich das Kommentar bei mir selber. Artikel: http://www.blicklog.com/2012/01/03/was-sich-cfos-fr-diese-jahr-wnschen/

Europa: Ich hoffe ja auch, dass 2012 ganz geordnet über die Bühne geht. Beim Refi Bedarf wird es D nicht so übel treffen wg den Spaßkassen- und Geno-Säulen. Firmen aus UK, IT, ES und Osteuropa treffen auf ein eher schlechteres Refi-Umfeld.

Sicherheiten/Rückholquote/Rangigkeit: Es wurde ja genug in den letzten Jahren gewarnt, dass Refi in 2012 bis 2014 ein heißer Ritt werden kann, insb. wenn LT-Debt-to-Eq hoch ist, viel mit Mezz und unbesichert in den 2000er finanziert wurde (Das letztere Kreditmarktsegment ist quasi tot seit der GFC). Darum finde ich es ja auch gut, dass Herr Elsner über “Collateral Management” schreibt. Denn mit schlechten Karten auf der Hand (=Bilanz) wird Refi in den kommenden Jahren zum reinen Glückspiel (Es wird ganz sicher noch der eine oder anderen den Manroland machen. Man kann nicht jedes Makel mit hoheren Zinsen ausgleichen…).
Was die Aktiva betrifft bin ich eher verhalten, kein Schwarzmaler, aber sicher kein Optimist der Fantasieumsatzprognosen Glauben schenkt.

Regulierung: Beim Banker-Bashing bin ich nicht mehr mit von der Partie. Diese Sell-Side-Typen sind auf dem absteigenden Ast (weniger Kohle, die nächsten Entlassungsrunden kommen). Da ist auch viel Ohmacht im Spiel, weil da bisher noch nicht der Messias um die Ecke kam, der erläutert wie Banken in der neuen Regulierungswelt Fantasiegewinne machen können – Geschweige denn wie man den Überhang an Refi-Bedarf decken sollte.

Laufzeiten: Die FED hats kapiert, die EZB hadert noch mit dem Verständnis dafür dass die “echte Geldmenge” ,die Geldschöpfung der Banken und Nicht-Banken, einen Einfluss hat. Da können Zentralbanken noch so viel Quantitative Easing machen, solange die “Anomalie” der aktuellen Liquiditätspräferenz anhält wird diese “echte Geldmenge” gnadenlos schrumpfen (Das ist dann wie diese alte Kindersendung “Eins, Zwei oder Drei” für diejenigen, die sich finanzieren müssen).

Creditor’s Recovery vs Shareholder Value: Irgendwo oben habe ich mal das Wort “Bilanz” fallen lassen. Das Problem von Bilanzen ist, dass diese durch IAS/FASB (und entsprechende Änderungen des HGBs) tendenziell ziemlich aufgebläht sind zu Gunsten der Shareholder (Und vom Vergleichbarkeitsprinzip ist ohnehin kaum noch was übrig geblieben). Auf dem Papier können da ganz tolle Firmen-Stories verbreitet werden. Das interessiert aber keine Sau, die sich bspw. fragt was denn die Rückholquote einer “riskanten” Investition in eine Kreditforderung seien mag. So kann es durchaus passieren, dass ein Kreditanalyst nach intensiver Adjustierung der vorgelegten Bilanz zu einem grausamen möglichen Liquidationswert kommt (und enstprechend das Loss-Given-Default grausam angesetzt wird), obwohl die öberflächigen (Fantasie-)Bilanzkennzahlen total super in der Executive Summary aussehen. Es ist einfach so, dass einem Kreditmensch (der nur mit gekreuzten Fingern an Bilanzkennzahlen glaubt wenn Oberchef es befiehlt) ganz Schwarz vor Augen wird, wenn der Schuldner seit Jahren an der Overreportingeritits leidet und ganz viel heiße Goodwill-Luft ausweist. Was wollte ich nochmal sagen? Genau. Ich denke, dass (dieses fiktive) Shareholder Value (weil es oft nur “Papierakrobatik” war) ziemlich schlechte Karten eben hat. Die Verhandlungsmacht liegt in den nächsten Jahren bei den Gläubigern ihre Interessen (zum Nachteil aller anderen Stakeholder) durchzusetzen.

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Das gehört nicht mehr zum Kommentar…

Die Karawane zieht weiter… Im HB war ein interessanter Artikel (hmm Link vergessen), dass China die Wertschöpfungsstufe aufsteigt und folglich die Millionen von Jobs in ärmere Länder auslagert (ca. 10x mal damals Deutschland, Japan, Südkorea, usw. die ja vor Jahrzehnten Gleiches durchliefen wie China). Daraus ergeben sich logischerweise ganz tolle Chance im Außenhandel mit Entwicklungsländer, die das Potential haben sich zu industrialiseren. In den HB Kommentaren war einiges an Empörung zu lesen, aber wofür gibt es einen Außen- und Entwicklungsministerium und überhaupt diese ganzen internationalen Veranstaltungen (z.B. Klimakonferenz). Man sollte sich eher fragen mit wen China in der 3.Welt einfrig handelt treibt und FDIs macht, oder sich die Frage stellen welche Art von Wertschöpfung in China wachsen wird.

Naja die 3.Welt ist eh so ein vernachlässigtes Thema, was aber ohne wirtschaftspolitisch-gestaltende Politiker nicht funktioniert. Was ist eigentlich aus diesem Desertec-Projekt geworden. Da hätten sich unsere Wirtschafts-, Außen-, Entwicklungs-, Umwelt- usw. minister (aus D, FR und IT) voll in Nord- und Zentralafrika einschleimen können, und so eine Art “Vision” schaffen können, an der auch Firmen aus Europa dran hätte zerren können. Da ist Nix materielles passiert… außer ein paar Powerpoints und Appetithäppchen in Zeitschriften.

Über Wulff… Oh nee. Da hat er bei der ZEITUNG auch noch auf dem AB gelabert. Ist so als ob Wulff in den Treibsand geraten ist, und dann auch noch kräftig strampelt….