Automobil


Ponzi-Griechenland
Letzte Woche kam heraus, dass die griechischen Fiskal-Statistiker sich schon wieder verrechnet haben. Griechenland war mal ein großes Volk mit tollen Mathematikern (z.B. Aristoteles und die Aussagenlogik, Euklid und die Geometrie, Platonische Körper), und noch heute werden griechische Buchstaben für alles mögliche in der Mathematik benutzt. Aber mit dem Rechnen selbst haben es die heutigen Griechen anscheinend nicht so wirklich. Vielleicht hätten die Griechen bis in die Frühe Neuzeit vordringen sollen und sich über das 3. Newton’sche Axiom “Actio Reactio” insofern Gedanken machen sollen, dass dies auch für nicht-mechanische Sachverhalte wie “Vertrauen” eine Rolle spielen könnten. Man kann auch die Frage stellen: Wie kassiert man eine inverse Yield Curve?
Achja, das “Hilfspaket”! Es ist davon auszugehen, dass wenn das Hilfspaket an Griechenland verabschiedet wird, eine Klage gegen das Hilfspaket kommen wird, und die Klage erfolgreich sein wird. Aber gerade deutsche Politiker stehen mit Dingen die “Verfassung” oder ähnlich heißen auf dem Kriegsfuß. Also wird es die Hilfen geben, und später wird dann zur “Verwunderung” aller Politiker von einem Gericht festgestellt, dass die Politiker gegen die von ihnen selbst aufgestellten Regeln verstoßen haben…

Krieg am Hindukush
Ob Politiker den Begriff Irreversibel kennen? Die Frage, ob die BRD in einen Krieg eintritt wurde wurde durch den Nordatlantikrat beantwortet: Mitgehangen, Mitgefangen. Jedoch war seitdem die Einzige Rethorik der Politiker diesen “Verteidungsfall” = Krieg, nicht als Krieg zu bezeichnen, sondern sich andere tolle Namen dafür auszudenken. Irgendwann bin ich mal auf den Gedanken gekommen, dass es bei der Verwendung von Begriffen wie Krieg, kriegerische Auseinandersetzung, bewaffneter Konflikt, etc., nur auf die Frequenz der Kampfhandlungen ankommt. Bei dem Großteil deutscher Politiker scheint “Krieg” nur dann ein “Krieg” zu sein, wenn es ständig, mindestens 1-mal pro Tag kracht – Als Referenzpunkt ist dann wohl WW2 anzusehen. Wenn es aber nur 1 oder 2-mal pro Woche kracht, dann sei es in Augen deutscher Politiker ja nur eine “kriegerische Auseinandersetzung” (oder ähnliches). Demnach wäre der 30-jährige Krieg, garkein Krieg, und das Mittelalter einer die friedlichsten Epochen der Menschheitsgeschichte gewesen.
Zweitens, deutsche Politiker scheinen zu glauben, dass es möglich sei “Kriege zu gewinnen”. Ja klar, als sich Kriegsparteien noch Bajonetten gegenüberstanden und Könige und Dikatoren Niederlagen eingestanden, war das sicherlich so. Ist nur blöd, wenn ausgerechnet Allah die Niederlage in einem Kriegsvertrag unterschreiben solle, wo denn keiner weiß wo der sich gerade versteckt hat. Da wir aus den ganzen Selbstreferenzen nicht rauskommen, hat sich die NATO inkl. der BRD vorgenommen gegen einen Feind mit immateriellen Anführer und Anhänger die nie aufgeben einen Krieg zu führen. Ergo, könnte die NATO nur über die Tötung aller dieser Anhänger diesen “Verteidigungsfall” gewinne (=ethnische Säuberung). Drittens, aus Sicht von Produzenten von Waffensystemen sind das natürlich super Nachrichten: Ein Krieg mit einer erwarteten Laufzeit von unendlich! Der Ruf nach mehr, besseren, und vor allem teurerer Waffenausrüstung ist Musik in den Ohren. Viertens, die deutschen Politiker kommen aus der Falle nicht raus: Ein Abzug der Truppen erzeugt Sunk Costs (Wofür wurden beim “Krieg gegen den Terror” Millarden Steuergelder verpufft?) und wäre ein Arschtritt gegen die Afghanen die unter extrem hohen persönlichen Risiken (=Der Tod) sich den Interessen der NATO-Länder genähert haben. Genau das meine ich mit irreversibel: Hätte man garnicht erst Milliarden Steuergelder und auch das Leben von deutschen Soldaten verfeuern wollen, hätte man Afghanistan nach 9/11 garnicht anfassen sollen. Und wie bei allen Projekten gilt: Entweder macht man es richtig oder garnicht. Ein bisschen Krieg machen, geht auf jedenfall in die Hose.

Collateralschäden in der Automobilentwicklung
Als durch die Abendnachrichten der böse Unfall eines Erlkönigs (hier: Mercedes M-Klasse) über die Mattscheibe flimmerte, dachte ich mir sofort: Da war doch schon mal was. Ja genau, als so ein Mercedes-Testfahrer in der “freien Wildbahn” eine Mutti samt Kind von der Fahrspur drängelte, und dadurch tötete. Damals kam groß die Diskussion über Nötigung im Straßenverkehr auf (d.h. großes Auto kommt auf links mit 2xx km/h angeschossen, macht Lichthupe als ob es die Feuerwehr wäre, macht Bremsung auf 1xx km/h, aber versucht dabei den Abstand zum kleinen Auto was im Wege “steht” zu minimieren, usw.). Ich weiß nur nicht auf welchen PR-Trick die Daimler AG nun zugreift, um das Verhalten ihrer Mercedes-Testfahrer wieder in eine schickes Licht zu rücken? Schweigen wäre wohl am besten. Vielleicht sollte Mercedes einfach seine lebensmüden Entwicklungsingieure auf abgeschlossen Rennstrecken bei Nacht schicken oder als echte Dummies bei Crashtests einsetzen, damit die ein Gefühl dafür bekommen, dass Unfälle mehr Aua machen, als den Tempomat auf 2xx km/h einzustellen.
Achja, ich kenne ein höheren Angestellten eines anderen Autokonzerns, der mit seinen SUV-Geländewagen im letzten Jahr zwei Rentner in ihren Kleinwagen abgeschossen hat. Damit mag er zwar einen Betrag zur (End-)Lösung des Überalterungsproblem beigetragen haben, aber seitdem fährt er freiwillig einen Dienstwagen im Mittelklassesegment und hat deutlich an seiner großkotzigen Art verloren. Der Mercedes-Testfahrer der nun 1 Mensch ins Jenseits befördert hat, wird sich dadurch nicht besser fühlen für den Rest seines Lebens. Aber vielleicht sollten sich auch mal die Chefs vom Mercedes-Todesengel Gedanken, inwiefern sie ihre Mitarbeiter zur Rennfahrerei nötigen.

Asche aus Island
Ja, die Flugunternehmen sind profitorientiert, und ich will nicht gut heißen wie sie das alles gemacht haben. Ich habe mich zunächst auch gewundert, dass es ein Flugverbot gab trotz eines blauen Himmels. Aber Flugzeuge ballern nunmal mit knapp unter 1000 km/h durch die Lüfte, sodass sich diese Vulkanasche ansammeln kann. “Auf Sicht fliegen” ist dann ziemlich lächerlich: Man sieht so oder so nicht ob da “zu viel Asche” ist: (1) Wissen die Flugzeughersteller und Flugzeugbetreiber eh nicht ab welcher Konzentration ihre Flieger heftige Anstiege in der Ausfallwahrscheinlichkeit von Messinstrumenten und Antriebsteilen verzeichnen, (2) würde man eine solche Konzentration nicht annähernd verlässlich mit dem Auge messen können (Und wenn doch wäre es höchstwahrscheinlich schon zu spät).
Zweitens, finde ich den Vorwurf extrem lächerlich, dass die DLR zu lahm war sich dem Ascheproblem anzunehmen. Ich würde mal sagen, dass es schon sehr rekordverdächtig ist Messinstrumente in weniger als 4 Tagen zu entwickeln und prototypen und auch noch in die Luft zu bekommen. Das um Lichtjahre schneller als wie die Luftfahrtbranche auf die Aschewolke in ihren betrieblichen Abläufen reagiert haben. Da wurden Passagiere zum Terminal bestellt, wo schon klar war das deren Flieger eh nicht startet und sich eh schon ein riesen Backlog an nicht abgefertigten Passagieren aufgestaut hat. Bei Lufthansa, Air Berlin und Co hat wirklich keiner den Knall gehört: Wer so dermaßen schlecht seine operativen Organisationsprozesse im Notfall im Griff hat, sollte nicht mit den Finger auf andere zeigen. Die Pressstellen der Luftfahrtunternehmen hatte mit der Rethorik “Schuld haben immer die anderen, vor allem eine lahme öffentliche/staatliche Einrichtung” nur im Sinn von ihrer eigenen Unfähigkeit abzulenken.
Und nachdem die Luftfahrtunternehmen den Staat von oben bis unten beleidigt haben, besitzen die Luftfahrtunternehmen auch noch die Frechheit Entschädigungen zu verlangen. Denn bei den Luftfahrtunternehmen sei ja “Sicherheit oberste Priorität”, mit Geld haben die ja garnichts am Hut. So endet das Märchen von den heiligen Samaritern Lufthansa, Air Berlin & Co an dieser Stelle.

So richte hier einen Countdown ein. Es kann am Ende gut, aber auch böse ausgehen – für die Volkswirtschaft, insb. in Europa hinsichtlich der Intensität, und hinsichtlich des Volumens für Nordamerika.

Lesehinweis: One Bite at a Time

“The Elephant is Large”

Vorhin war auf dem Handelsblatt zu lesen: Brüderle lässt Opel nach GM-Entscheidung fallen. Dort steht geschrieben:

Es sei den USA schwer vermittelbar, wenn Berlin die Hilfen, die dem Magna-Sberbank-Konsortium in Aussicht gestellt
worden seien, GM nicht zur Verfügung stelle.
“Der simple Satz: ,Wir geben euch nicht, was wir den Russen gegeben hätten’, ist schwer auszusprechen. Wir müssten den Amerikanern verweigern, was wir den Russen gegeben hätten”, sagte Fuchs (CDU).

Ich hoffe GM spielt nicht diese Nationalistenkarte des Kalten Kriegs. So wie ich das mitbekommen habe, hat sollte die Bundesregierung lediglich eine Art Restrukturierungskredit gewähren, um Opel aus dem GM herauszulösen und zu einem anderen Investor zu transferieren. Damals war ja ungewiss ob der General Motors Konzern überhaupt überleben werde, sodass es eigentlich nur um die halbwegs geordnete Liquidation des GM Konzerns ging. Tatsache ist, dass der heutige GM-Konzern, nicht derselbe wie damals ist. GM hat sich liquidiert (Siehe Saturn, Hummer, Saab, usw.), wobei lediglich Opel im Portfolio drin blieb. Meiner Meinung nach galt das Angebot der Bundesregierung nur für die rechtliche Herauslösung von Opel/Vauxhall aus dem General Motors Konzern. Daher kann ich der Aussage nur Recht geben:

Zu der Möglichkeit einer Staatshilfe sagte Brüderle: “General Motors/Opel kann wie jedes andere Unternehmen einen Antrag stellen.”

Die Geschichte mit den Batterien für Elektroautos ist eine sehr spannende Sache, weil Phase von Unsicherheiten bzgl. Nachfolge-Technologien nicht so häufig vorkommen… in Branchen wie Maschinenbau, Automobil, Luftfahrt, Anlagenbau, etc.

Hierzu ein Artikel im Handelsblatt: Kampf um das Herz der Elektroautos (Handelsblatt, 31.10.2009)

Mit Unsicherheiten ist die Gefahr des “Griff ins Klo” gemeint, weil Autohersteller und ihre Zuliefer sehr viel Geld in die Hand nehmen müssen: Komplett andere Plattform, Antriebstechnik, und vieles mehr inklusive der Batterie. Also kein Wunder, dass beim komplett überschuldeten Continental-VDO-Schaeffler-Firma den Entscheidern die Schweißperlen am Kopf runterlaufen. Eigentlich müsste Conti seine Pasiva umbauen, weil das exogene Ereignis eines Technologieumbruchs die Mindestrenditeforderung einer Free-Cashflow-Hypothese (d.h. Kapitalgeber setzen Renditeziele über Fremdkapital, damit das Management keine überflüssigen risikoreichen Projekte finanzieren) obsolet, nicht situationsgerecht, komplett unrealistisch macht. Gerade Conti muss sich entschulden! Wenn die Kapitalgeber (d.h. Eigen- und Fremdkapital) das nicht einsehen, dann kann die Situation entstehen, dass Conti in wichtigen Geschäftsfeldern aus dem Wettbewerb fliegt – Ergo Kapitalgeber richtig viel verlieren.

Ein Blog-Hinweis: Plug-In Germany, PHEV, BEV and V2G berichtet über die alternativen Antriebe für Autos, in der Regel mit Videos, z.B.
BMW PHEV VISION Efficient Dynamics
AUDI A2 EV Conversion
Der Elektro Mini von BMW kommt!
BMW E36 auf Elektroantrieb umgerüstet
Dodge EV

Weitere Links:
Erster Elektro-Truck ausgeliefert
Erstes serienreifes Elektroauto von Nissan
Elektroauto und Hybrid – 2 neue Nissan Prototypen
Daimler plant weitere Elektroauto-Projekte
Elektro-Peugeot Ende 2010!
Autostrom = Atomstrom
RWE bringt das DEA-Werbespot Team zurueck auf den Bildschirm
Lithium-Mangel bedroht die Auto-Revolution (Spiegel)

Liebe GM, willst die Opel GmbH

N J V
o o o behalten,
o o o verkaufen, oder
o o o beides?

Bitte kreuze mit Ja, Nein, oder Vieleicht an. Mehrfachantworten möglich.

Die Vw/Porsche-Geschichte hat endlich ein Ende gefunden. Der Porsche-Clan hat quasi 100% Porsche in ungefähr 50% Porsche+Volkswagen getauscht. So dumm ist das Ergebnis ja garnicht. Dumm war lediglich der 130/200 Call-Put-Spread über den sich die halbe Börsenwelt aufregte (z.b. Publikumsfonds) und an den einige Marktteilnehmer sich richtig die Finger verbrannten (z.b. Merkle). Das war massive Desinformation und massive Transaktionskosten von denen Wiedeking/Härtler glaubten sie wären nicht da. Ich frage mich ob es nicht schlauer/billiger gewesen wäre wenn Porsche ihre einstigen Barmittelbestände den Porsche/Piech-Clan ausgeschüttet hätte und die sich dann direkt, nach und nach, VW-Stamm gekauft hätten. Als Transaktionskosten wären stattdessen vor allem Steuern angefallen, über Österreich eine andere Geschichte gewesen wäre. Ist aber auch egal.

Ohne Mercedes, Ferrari, BMW, Toyota und Renault wird die F1 bald kaum noch Motoren haben. Da Millionen von TV-Konsumenten (=Wählerstimmen) darüber verärgert sein werden, sollte die FIA mindestens 1 Mrd von der BRD, Italien, Frankreich und Japan geschenkt bekommen, da ansonsten die Autohersteller so böse verklagt werden, dass sehr viele Arbeitsplätze dieser aufmüpfigen FOTA-Autobauer gefährdet sind. Also husch husch liebe Politiker – Hier gibt es was zu retten!

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