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Nun ist es soweit – Ich kann mich selbstbeweihräuchern… Am 24. Juni 2009 schrieb ich ins Update vom (meinen) Blogeintrag “Aktueller Spielstand – Wirtschaftsleistung und Schulden der BRD

Interessant ist natürlich dass der Schuldenstand für 2009 bei 1752,659 Mrd. schon liegt, im Gegensatz zu 1641,844 Mrd in 2008. Das sind schonmal rund 100 Mrd und ein paar Zerquetschte mehr wie vorher.

Da habe ich (am 24. Juni 2009) lediglich aus den bereits öffentlich zugänglichen Daten der ECB zitiert.

Gestern (der 31. März 2010) bin aufgrund von egghat’s Blogeintrag “D: Haushaltsdefizit 2009: 105,5 Mrd. Euro” auf die Pressemitteilung Nr.124 vom 31.03.2010 “Öffentliches Finanzierungsdefizit auf 105,5 Milliarden Euro gestiegen” des Deutschen Statistischen Bundesamt gestossen.

Ich wundere mich schon etwas, dass nach nun 9 Monaten das Statistische Bundesamt ihre eigenen Zahlen wiederfindet. Oder soll jetzt etwa so getan werden, dass die 100Mrd und ein paar Zerquetschte aus heiteren Himmel gefallen seien? Das ist ganz schön verlogene Pressearbeit beim Statistischen Bundesamt, weil jeder Dummkopf weiß (wissen sollte), dass man Zahlungsverpflichtungen aus Schulden ab des Zeitpunktes des Zahlungsversprechen ungefähr bewerten kann (Und besonders gut bei “AAA”-Schulden).

Hmm irgendetwas war doch in der Zwischenzeit. Achja es war “Wahlkampf”… Als ich zu jener Zeit die älteren etwas verblendeten “Dummköpfe” aus meiner Verwandschaft mit den 100 Mrd und ein paar Zerquetschten konfrontierte (im Juni 2009), wollten die es nicht wahrhaben und erzählten mir die tollsten verblendeten Wahlkampfparolen – Es wurde Kleingeredet was das Zeug hält – Vollkommen irrational (noch nicht mal eingeschränkt rational).

Für mich sieht die Sache so aus, dass es im Statistischen Bundesamt Leute gibt, die ganz genau wissen mit welchen Parteibuch sie ins Amt gekommen sind…

Irgendwie war ich überrascht, dass mein Blogeintrag “Kabel Deutschland Börsengang (Warnung, die piken)” – was lediglich als Lesenhinweis für das Börsenkommentar von Herrn Mark Böschen in der WIWO gedacht war – seit über zwei Wochen immer ganz oben in meiner Tageesstatistik auftaucht (Vielleicht liegt das an der Verlinkung). Darum habe ich mich genötigt gefühlt dort ein Update als Kommentar reinzuschreiben.

Ich hoffe, dass sich vielleicht der eine oder andere Aktionär in spe von Kabel Deutschland ein paar Infos für seinen/ihren “Prozess der Erwartungsbildung” (um es geschwollen zu sagen) da rausziehen konnten (Und ich will mich hier nicht wiederholen. Ach doch: Kabel Deutschland kann als Speculative Borrower eingeordnet werden).

Here we go…

Warum der Kabel-Deutschland Börsengang klappen wird?!

Antwort:
(1) Weil zu viel Geld da ist!
(2) Weil Providence & Co. Kabel nicht zu jeden Preis verkaufen müssen.

Das mit (2) ist ganz einfach: “Jump into the shoes” of other! (Folie 33. Was ist Wissenskomplexität?) Oder anders: Wenn ich Providence (und die anderen zwei) wäre würde ich ums verecken nicht unter Low 20 gehen – Dann würde ich es lieber behalten. Aber wegen (1) ist das nicht notwendig.

Eigentlich ist (2) eine Folge von (1). Die Finanzierung von Private Equity Firmen ist Dank der weltweiten Rettung unseres Finanzsystems inklusiven den massiven, historischen Interventionen der Zentralbank nicht in die Knie gegangen. Aber nicht nur PE Firmen profitierten davon, sondern alle die ihre Chips ihrendwo in Kapitalmärkte (Aktien und Anleihen) parken, ob Heuschrecken oder Sparplan-Leute. Es bleibt nur das Problem, dass die Assets wie vor zwei, drei Jahren begrenzt sind, aber nun noch mehr Geld diese jagt.

* (Das Folgende braucht keiner lesen, der meine Meinung zu Volkswirtschaft bereits kennt… Selbswiederholdung, Wiederholdung, Wiederholung… gähhhnnnn…. Durch die Retterei der letzen Jahren haben wir nichts erreicht, sondern nur alles aufgeschoben. Eine echter nachhaltiger Konjunkturzyklus startet mit neuen, ungewissen “Technologien” auf denen neue Geschäftsmöglichkeiten, neue Erlösquellen, neue Wohlfahrtskomponenten, neuer Nutzen entsteht, den es zu “finanzieren” gilt. Jedoch dienen alle Kapitalmaßnahmen (wie IPOs) die wir dieser Tage sehen der “Refinanzierung” des Existierenden – Wir sind noch Mitten im Ende des alten gesättigten Konjunkturzyklus… auch wenn Statistiker ein anderes Law of small Numbers singen mögen… )

Offensichtlich lese ich gerade die WIWO für den 1.März. Dort steht ein sehr guter Hinweis von Mark Böschen auf Seite 106 bezüglich des geplanten Börsengang von Kabel Deutschland.

Der Hinweis ist Ernst zu nehmen. Kabel Deutschland pikt tatsächlich. Selbst für diese Investoren-der-Heuschrecke sind solche PIK-Mezz ziemlich weit unten auf der Begehrlichkeitsskala angesiedelt, also bei den ärgerlichen Dingen, die man nicht haben muss. Hier ist Ärgerlich, wie pikende Mezz wie die Kabel Deutschland, der kleine Bruder von Scheiße (z.B. der Totalausfall zu 0 eines besicherten Kredit). So welche pikenen Mezz bieten so ein bisschen den Hauch von Thrill im so langweiligen Fixed Income Geschäft. Aber zu viel Thrill braucht man auch nicht – Insbesondere wenn man merkt, dass da nix übrig bleibt …

Also: NICHT ZEICHNEN.

WIEDERHOLE: NICHT ZEICHNEN!!!

Daher möchte ich dem Statement

… Es entsteht der Eindruck: Providence spielt Pik, um Aktienkäufer aufs Kreuz zu legen…

von Herrn Böschen hinzufügen

… Es entsteht der Eindruck, dass Providence auch seine eigenen Investoren (aka “Hedge Funds”) aufs Kreuz legen will …

Ich kann nur jeden Insti, Aktienfonds, oder Kleinanleger nur dringend davon abraten Kabel Deutschland Aktien zu zeichnen, solange Providence die Emissionserlöse nicht mindestens zur Tilgung der PIK-Mezz verwendet.

Die besagten PIK Notes betreffen die Holding-Struktur von Kabel Deutschland mit dem gleichen Namen, die nur ein Finanzierungsvehikel ist (wie hier auf Seite 98 zu entnehmen ist). Wenn man das mit der Bilanz der GmbH (31.12.2009) vergleicht fällt einem sofort die Differenz bei Non-Current Financial Liabilities (langfristige Schulden, hier die nachrangigen) und den Accumulated Deficit (Bilanzverlust) auf. Das müssten dann die PIK-Notes zum 31-12.2009 sein, was ca. 696 Mio sind (mit groben Blick auf den EURIBOR seit 2006 mit .04 .03 .02 .01 plus 700bp kommt man auf 689Mio; Also passt). Unterstellt man Niedrigzins-Szenario mit .01 .02 .02 .02 .02*(1/2) kommt auf 1.05 Mrd fällig in 2014.

Angenommen die Holding verkauft die GmbH via IPO, dann ist klar dass die PIK-Notes bei Providence kleben bleibt. Jedoch stehen dann immer noch

0.50 Mrd kurzfristige Verbindlichkeiten,
0.65 Bonds
1.15 Term Loan A
0.53 Term Loan C
0.34 Plus ein bisschen hier und da
____
3.17 Mrd Schulden

gerade mal 2.19 Assets gegenüber. Das nenne ich mal undercollaterized. Da kurzfristige Verbindlichkeiten immer zuerst eingefordert werden ziehen wir die 0.5 Mrd mal ab, ebenso wie sonstige Rechnungen zur Finanzierung über 0.34 Mrd, so bleiben noch 1.35 Mrd als Collateral. Das macht dann ein OC von 207% für die Bonds, bereits unter Wasser mit 75% für Term Loan A, und erschreckenden 58% für Term Loan C.

Aber Providence scheint aber mit der Holding-GmbH einer IPO zu machen. Den Fall dass die Holding-GmbH inklusive den PIK-Notes mit einem best-case Erwartungswert von 1 Mrd einen IPO machen soll, will ich garnicht ausrechnen.

Und dann will Providence kein Groschen nach dem IPO in Kabel Deutschland lassen, oder einen Kredit A und/oder C, oder die PIKs tilgen? Ich weiß nicht wie sich Providence zurecht rechnen will. Da braucht Kabel Deutschland wohl ein Fantasiewachstum bei den Assets (Darum braucht Providence wohl auch die Fantasiewelt “Börse”). Mir kommt das vor wie Beschiss. Erst werden Gerüchte verbreitet, dass “irgendwer” bereit sei 5,5 Mrd locker zu machen, dann watscht Providence ab mit der Begründung beim IPO würde man mehr bekommen, und schließlich sollen 1 Mrd für 40% Anteile eingenommen werden? An dieser PR-Masche ist auf jedenfall etwas faul.

So jetzt mal ganz billig nachrechnen. Kabel macht 630 Mio Gewinn unterm großen Strich, aber die PIKs fehlen. Gehen wir wie oben von einem Niedrigzins-EURIBOR-Szenario aus fehlen für 2010 bis 2014 jeweils ca. 100 Mio an Zinsaufwendungen in der GuV, macht also 530 Mio adjustierten Gewinn. Aber Durschnittbilden ist eher ungeeignet mit den thesauriserenden PIKs, es sieht dann so aus:

Jahr: Mio GuV
2010: 574.31
2011: 506.65
2012: 432.90
2013: 352.52
2014: 187.01

Nun will Providence angeblich mindestens 5,5 Mrd für Kabel haben, was im doofsimplen Annuitätmodell mit 530 Mio Durchschnittsgewinn eine Mindestrendite von 9,6% führt. Nicht adjustiert wären es 11,4%, was bereits lächerlich ist, wenn bereits die Bonds bereits über 10% Kupon (tatsächlich) auszahlen. Mit den PIKs sieht es aber so aus:

Jahr: Rendite für die neuen Aktien
2010: 10,44 %
2011: 9,21 %
2012: 7,87 %
2013: 6,41 %
2014: 3,40 %

Hmm, da ein Aktionär wesentlich mehr Risiko eingeht als Gläubiger veranschlage ich mal 20% auf die Aktien, was dann mit den grandiosen langfristigen Aussichten im Jahr 2014, dann einen Kaufpreis von 935 Mio plus 1.5 Mrd für die diskontierten Gewinne bis 2013 macht. Da es nur um 40% der Anteil geht, wäre ein fairer Emissionserlös rund 996 Mio. Ja, eigentlich soviel wie anscheinend Providence auch haben will (Wenn man dieses Meine-Erste-Unterrichtsstunde-In-Dreisatzrechnen als Maßstab für Unternehmensbewertung nimmt). Der Nachteil ist, dass hier angenommen wird, dass Kabel Deutschland ohne Probleme die PIKs in 2014 refinanzieren kann. Eine Mrd ist ziemlich viel. Und wenn dann mal wieder eine Rezession anstehen sollte, nun ja…

KURSZIEL: sehr niedrig

Der Aktionär in spe bekommt gleich zwei exotische Wetten hinzu:

- Die Inflationswette: Sollten die Blanchard-Inflationsziele erreicht werden, dann ist das Kursziel natürlich deutlich höher. Ein Blanchard-Gewinnt-Wette gefällig? (Meine Einschätzung: 50-50; Wenn die Blanchard-Wette nicht gewinnt, dann sind mehr als 1 Mrd zu refinanzieren)

- Die Nicht-Rezessions-2014-Wette: Wenn in 2014 die Sonne schön grell scheint auf den Konjunkturzyklus, dann ist eine günstige Refinanzierung der PIKs, z.B. mit echt Kupon-zahlenden Krediten, kein Problem. (Meine Einschätzung: Unwahrscheinlich; Siehe: Noch 1000 Tage…)

Wenn ich diese Risiken mit einpreisen würde, dann würde ich das jetzt alles totrechnen. Ist aber auch egal, weil ich den Dreck nicht kaufen werde. Zumindestens nicht mit dieser Kapitalstruktur, also den PIKs – Vorher braucht man sich garnicht angucken was Kabel Deutschland ist bzw. wie toll oder nicht-toll deren Assets sind. Es würde mich nicht wundern, wenn die PIK-Notes zum Teil bei Providence liegen, und Providence eben versucht die billig einzusammeln: Viel Marktwert dürften die eben nicht haben. Denn sollte die Emission der neuen First-Loss-Pieces (also den zu den PIKs subordinated Aktien) gelingen, werden die PIK-Notes eine (zweite) Kursrally hinlegen (…im OTC Markt…)

So richte hier einen Countdown ein. Es kann am Ende gut, aber auch böse ausgehen – für die Volkswirtschaft, insb. in Europa hinsichtlich der Intensität, und hinsichtlich des Volumens für Nordamerika.

Lesehinweis: One Bite at a Time

“The Elephant is Large”

Die Blogger Dirk Elsner (Blicklog; Beruf: Mittelstandsberater), Markus Gärtner (Gärtner’s Blog; Beruf: Wirtschaftsjournalist), und Detlef Korus (Dachsbrief; Beruf: Kommunikationsberater) haben das Bloggerforum-Wirtschaft ins Leben gerufen.

Nachdem ich schon so viel Kritik vom Blicklog über die Mainstream-Presse gehört habe, gehe ich mal davon aus, dass das Ziel eine Art Wirtschafts-Online-Zeitung. Näheres ist unter diesem Link zu erfahren. Es soll als

WEB 2.0-Community neuen Stils auch gegenüber Dritten – Verlagen, Nachrichtenagenturen und sonstigen Medien auf[...]treten

und

jeder Autor ist eingeladen, sich bei Bloggerforum-Wirtschaft zusätzlich als Autor zu registrieren

Das Jahr ist bald zu Ende und ich räume meinen PC auf, d.h. es wird der Schreibschrott gelöscht, der keiner “wirtschaftlichen Verwertung” oder sonst irgendeinen Zweck hat außer Bytes auf meinen PC zu belegen oder einfach den Information Overflow steigert. Löschen, Löschen, Löschen. Vergessen, Vergessen, Vergessen ist eine wichtige Form des Lernen. Ich habe dabei etwas gefunden, was ich hiermit ins Netz stellen, und somit meinen Beitrag zum Information Overflow des Internets leiste ;)

Gestern habe ich schon etwas über den Zusammenhang von Kreativität und Volkswirtschaftlicher Entwicklung geschrieben. Ich denke, dass man das dann in den Schumpeter-Ecke abheften kann, wenn man auf abheften steht. Also hier geht es los:

_______________________________________________________
Kreativität und Konjunkturzyklen

Ich denke, dass es irgendwo Grenzen gibt inwiefern Medien bzw. die öffentliche Meinungsbildung eine Wirtschaftserholung herbeireden können.

Es wird, bzw. ist bereits im Gange, zu inputorientierter Effizienzsteigerungen mit der Brechstange kommen (und nicht Toyota-like tröpfchenweise), d.h. Kosten runter um mehr/gleichviel/weniger zu erstellen, und das bleibt dann erstmal so. Das Ergebnis ist eine Volkswirtschaft die zwar genauso viel Output wie vorher erstellen kann (nicht muss), aber mehr Ressourcen, insb. Arbeitskräfte, ungenutzt verfügbar sind (Anzumerken ist, ob diese nun Transferzahlungen erhalten oder nicht ist für die Nachfrageseite neutral; Ist wichtig, aber hier mal uninteressant; Ebenso ist egal ob plötzlich die Humanressourcen frei werden wie in den USA, oder über ein etwas längeres Zeitintervall; usw usw usw; Die Medien können so oder so nur Symptome erkennen, die sich vornehmlich auf das dynamische Einstellen von Gleichgewichtszuständen beziehen).

Am Ende der Geschichte stehen viele ungenutzte Inputs insb. in Form von Menschen auf der einen Seite, und auf der anderen Seite, dass Leistungserstellungsprozesse mehr oder weniger genauso viel Outputs erzeugen können wie vorher. Das ist eine der beiden Spielarten, die Marktgläubige (Betonung liegt auf Glaube) als Effizienzsteigerung bezeichnen, und irgendwelche Weltverbesserer (Das ist eine andere Religion mit denselben Gott) als Argument für das Scheitern des Kapitalismus gerne instrumentalisieren, und am Ende das Offensichtliche garnicht sehen. Eine Rezession wird nur dann überwunden, inkl. einer möglichen Stagnation, wenn es gelingt komplett neue Arten, Formen, etc von Outputs aus dem Nichts zu erfinden.

Die Politik, Zentralbanken, Geschäftsbanken, etc, sind offensichtlich der falsche Ansprechpartner für das Erfinden neuer Outputarten. Das soll garkein Vorwurf sein, oder so. Also meiner Meinung nach werden Indizien für eine wirtschaftliche Erholung eher in Design- und Technik-Zeitschriften zu lesen sein, als in den Zahlenwerken von Statistikämtern oder panischen Auf und Ab der Tageszeitungen.

Also die kommende (echte) wirtschaftliche Erholung hat mehr mit Ungewissheit zu tun als mit Unsicherheit (siehe Entscheidungstheorie, was ich damit meine). Ich glaube, dass was ich hier geschrieben habe in die Schublade der Innovationsökonomik oder Technologiepolitik gehört, wobei ich mir über das epistimologische garnicht so genau weiß. Ich gehe aber davon aus, dass neue Output-arten (logischerweise) erst erfunden werden müssen (extrem ungewiss) oder aus einer verstaubten Schublade eines kreativen Menschen gezogen werden müssen, um im Anschluss von Kaufmänner hinsichtlich der Outputmenge BIG-skaliert werden (BIG BIG BIG…), um überhaupt für irgendeine Statistik messbar zu sein und somit aus dieser Sicht erst existent wird. Dies impliziert Irrationalität und begrenzte Informationsverfügbar der Masse vorraus, und ist somit eine realitätsnahe Theorie. Die Symptome bzw. Nebenwirkungen entsprechen, die einer wirtschaftlichen Erholung, z.B. Menschen sind begeistert, rennen zu Messen um das Neue zu sehen, kaufen es, irgendwer produziert ist, stellt Leute ein, die neue Output-art wird Lebensqualitätsteigernd empfunden, Statistiker überlegen sich den Warenkorb zu ändern, der Fiskus freut sich wieder, Zeitschriften berichten über das neue Spielzeug, schlaue Tüftler, und mutige Manager mit Macherqualitäten, usw usw usw.

Ich sage noch mal was zu den Anforderungen bezüglich des Entstehen dieser mystischen ungewissen neuen Outputart.

a) Analogien, z.B. die supi-Vergleiche und Metaphern von Politikern, coole Geschichten von Verkäufern, das Wecken von Emotionen durch Werbeagenturen, Bionik im Ingenieurswesen, Kulturvergleichstudien, etc. Dafür braucht man eine gute Vorstellungskraft und eine gute Portion Erfahrung. Mit dieser Form von Kreativität bekommt durchaus radikale Innovationen hin. Entlassen sie solche Leute steigt die Firma ins End Game ein.

b) Kombination, z.B. komplexe Derivatestrukturen, Variantenproduktion auf Basis von Autoplattformen, systematisches Erfinden mit TRIZ, Planung globaler Logistiknetzwerke, Entwurf von Schaltkreise, Entwicklung von Roboter, etc. Dafür braucht man viel Brainpower und auch eine gewisse Abneigung gegenüber von Übersimplifizierung. Kurz, ohne diese Leute funktioniert erstmal garnichts. Entlassen Sie diese Leute sind sie bald pleite. Ich würde sagen, dass die Anteil dieser Menschen an der Weltbevölkerung schon etwas niedriger ist.

c) Genalität. Diese Art von Kreativität wird eigentlich nie beachtet, weil geniale Menschen seltener sind als bspw. Black Swans. Es ist die Residualgröße im unteren Promillebereich von Verrückten, glücklichen Rittern mit dem Einfall ihres Lebens, etc. Diese Leute werden entweder ganz berühmt, vergessen oder nach ihrem Tod zu Legenden. Hinzukommen extrem schwierige Initierung der Wissensverbreitung (inkl. der Gefahr von Fehlkommunikation) und die Nichtplanbarkeit (ahhhhhhh…!?!!?!!).

Ich denke, dass es einfach die Masse nicht hören will, dass eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung bzw. Expansion davon anhängt ob einem c)-Typ irgendwann mal ein Einfall gekommen ist. Ohne diese c)-Typ Geschichten gibt es auch nichts Substanzielles was a)-Typen sich vorstellen oder b)-Typen neu kombinieren können, d.h. es gibt auch keine output-orientierte Effizienzsteigerung in der Volkswirtschaft.

Das habe ich eben erst mitbekommen beim durchstöbern von OpenCast “Aktion gegen “Killerspiele” ZDF inszeniert Aufnahme” (Oktober 23rd, 2009)

Hier der Sendebeitrag vom ZDF:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/866348?inPopup=true

Und hier was das Kamerateam so machte:

Ich weiß ehrlich nicht wie sowas kommentieren soll. Ja ist irgenddwie traurig, dass in Winnenden einen sorgloser Bonzen-Papi seine Schießeisen samt Munition unterm Kopfkissen gelagert hat und sein geisteskranker Sohn ein Blutbad anrichtete. Aber warum schmeißt nun das ZDF meine GEZ-Gebühren für einen solchen populistischen Schwachsinn raus? Warum rückt das ZDF diesen Bonzen-Papi nicht auf die Pelle, der das Massaker von Winnenden zu verantworten hat?

Links:
OpenCast
Netzpolitik
Stigma-Videospiele

… Fortsetzung der Serie “Dollar Absturz“…

Der Standard titelte Iran ersetzt Dollar durch Euro, der iranische englisch-sprachige Staatssender ebenfalls Iran replaces Dollar with Euro in FX, bei Reuters hört sich das so an Iran shifts to euro from dlr in calculating fund value, oder bei Bloomberg Iran Aims to Shift Forex Reserves From Dollar to Euro. In den deutschen Mainstream-Medien (z.B. Spiegel, Handellsblatt, usw) existiert dieses Thema nicht (Die beschäftigen sich lieber mit alltäglichen Atom-Drohungen und rethorischen Klogriffe des Diktator Ahmadinedschad). Ja gut Handelsboykott gegen Iran ist da schon näher dran am Thema: Warum sollte man US Dollar haben wollen, wenn man sich davon eh nicts kaufen “darf”? Egal, Iran preist nun in EUROs und nicht mehr in USD. Das ist gefährlich,… für die USA! Das riecht nach Krieg!!!. Dazu ein älterer Artikel vom 27 Okt 2007 “The Real Reasons Why Iran is the Next Target:The Emerging Euro-denominated International Oil Marker“, den ich mal eben gefunden habe.

Der Propaganda-Trick läuft ganz einfach: Rede über einen mittelfristigen Zeitraum der Bevölkerung ein, dass der Iran gefährlich ist (Atombomben) und total irre Terroristen (Antisemitismus) sind. Das erzeugt dann dieses “Saddam Raus”-Gefühl, eine Legitimation um andere Staaten in die Steinzeit zu bomben. Nichtzuletzt brauchen ja selbst die Soldaten, die als Kanonenfutter in Kriege geschickt werden, eine Art moralischen Grund, z.B. sie würde für Freiheit oder sowas kämpfen – Da kann man nicht einfach sagen: Hey Jungs wir bomben da alles dicht, ihr geht da vielleicht drauf, damit wir Fat Cats ordentlich Öl-Millarden scheffeln können – Da braucht man eine Herzblut-Tränen-Weichklopf-Story…

Es darf nur niemand bemerken, v.a. nicht die breite Bevölkerungen der Bündnisstaaten (z.B. NATO-Länder), dass unser kranker American Colossus von eigenen binnenwirtschaftlichen, innenpolitischen Problemen ablenken will, oder gar seine “offiziell nicht-existierende” Machtstellung als Weltherrscher erhalten will. Dazu noch ein allgemeiner Artikel zur kranken US-Wirtschaft: Finanzpolitische Hintergründe der aktuellen Geopolitik.

Ja, das hört sich musikalisch mega-billig an. Aber es ist auch eine Parodie auf die City of London… und gesungen von einem Ex-Investmentbanker… Es geht also ein bisschen mehr um den Inhalt, der Nachricht des Sprechgesangs…

Der Titel stammt von der Kolumne des The London Paper, wo Geraint Anderson, seiner Zeit Investmentbanker bei der Dresdner Kleinwort in London, ab Mitte 2006 anonym unter den Namen “Cityboy” über die Kultur des Finanzplatz Londons schrieb.

Bis 2007 war dieser Ex-Investmentbanker sogar so “gut”, dass er für seinen Arbeitgeber “gut genug” war, um auf einem Nachrichtensender Kommentare abzugeben…

Und hier ist ein Hintergrundbericht über diesen Ex-Investmentbanker, Geraint Anderson. Besonders komisch finde ich das Kommentar, dass ein christlicher, linker Hippie zu einem Investmentbanker wird.

Wikipedia

Zum Ersten Video: Es ist eine Art Mini-Marketingstudie über die Zielgruppe “Gen Y” (Wie viele sind es? Was wollen die? Was hat diese geprägt? Welche Stimuli wirken? usw). Der Bezug ist Noordamerika (Autorin ist wohl Kanadierin).
- Das Identitätsproblem (z.B. mit Berufen; kommt von “Berufung” aus der Religion) führe dazu, dass Firmen “Life-Styles” verkaufen können (d.h. einen hübschen Kontext basteln, worin natürlich auch deren Produkte/Dienstleistungen ein Plätzchen haben)
- Die Nicht-Aktzeptanz des Propaganda-Modells der Konsumenten ermögliche Marktspaltungsstrategien der Anbieter (d.h. Differenzierung ist teurer, aber die Leute wollen es ja auch).
Ansonsten ist die Autorin kritisch, und zeichnet einen Teufelskreis auf (“chasing the dream”). Man kann es auch als überzogene Erwartungen nennen, oder treffender: Wie sollen Menschen feststellen glücklich und zufrieden zu sein, wenn ihnen dazu der Referenzpunkt fehlt (z.B. eine Identität).

Zum zweiten Video: Ich war erschrocken als ich das Video sah, weil es zum großen Teil diejenigen Bilder über die Welt zeigte, wie ich sie mein bisherigen von medialen input-ausgesetzten Leben garnicht anders kenne.
Die ersten Dinge die ich als kleiner Mensch wahrgenommen habe, war dass ein Computer ein bessereer Schachgegner ist als mein Vater, ein Haufen Ossis von ihrem zu Hause weg wollten, Andi Brehme mit links und rechts Fußballspielen kann, Grüne Lichter im Dunklen nicht die Landung von E.T. sondern die U.S. Army ist, Öl aus der Wüste kommt, … Es folgte die Phase wo man kapierte, dass die Serben ungefähr so etwas Schlimmes gemachen wie früher die Deutschen, dass der Regenwald stirbt, die EU etwas ganz Tolles sein soll, man mit Homepages Multi-Millionär wird, Big Brother sei die neue Fernsehwelt, Greenspan eine Art Gott sein soll, … Geldbeträge werden halbiert … Dann bekamen selbstverliebte Wolkenkratzer “Flugzeuge im Bauch” und diese Grünen Lichter tauchten wieder auf, es wird erstrebenswert ein “Superstar” zu werden, außerdem sollten in der Zwischenzeit alle sterben wegen SARS, … fast alles zwischen Europa und Ostasien sind jetzt Schurkenstaaten, die ganz viele ABC-Waffen haben … alle wollen irgendetwas mit in China machen, super innovativ oder nachhaltig sein, Private Equity soll auch voll innovativ sein … viele Dinge nimmt man nicht mehr wahr wie ethnische Säuberungen in Afrika, oder dass sich Isrealis und Palistinenser sich noch immer die Scheiße aus dem Hirn bomben, usw … Wir sind “Fast Weltmeister” … Privat-TV-Sender unternehmen selbstfinanzierende Testläufe für für neue Sportdisziplinen… die Welt wird untergehen wegen dem Klimawandel … die Welt ist untergangen aber wegen diesen gierigen Finanzspekulanten … die Welt ist doch nicht untergangen, aber keiner weiß was zu tun ist …
Das waren 2 Jahrzehnte im Schnelldurchlauf…

Ich musste etwas schmuzeln als ich das hier las: Gaussian versus Leptokurtic bloggers. Also wenn man so ein richtig durchdachtes Konzept hat und sich daran hält, dann wird man zu einem normalverteilten Blogger, der ganz viele Leser auf sich zieht, da man ja auch regelmäßig etwas bloggt. Wunderbar. Wenn ich mal ganz viel Langeweile habe dann gucke ich mir mal meine Statistiken mal an.

Seit geraumer Zeit füllen sich die Schlagzeilen mit der Finanzkrise und allem drumherum. Klar nehme ich mich hier garnicht aus, dass ich das total faszinierend finde. Aber vor Kurzem hat mich ein Kumpel darauf aufmerksam gemacht, dass der Finanzkrisenjournalismus sich nicht groß von der BILD der Frau, die Bunte, die Gala, usw. unterscheidet! Was, wie bitte?

Eine Gruppe A interessiert sich für Aerobic, Kosmetik, Modetrends, Prinzen und Prinzessinnen, Schauspieler/innen, Gurkenmasken und so weiter. Und eine Gruppe B interessiert sich für Preisentwicklung, Bilanzen, Finanzinstrumente, Banken, Politik, Geld und so weiter (Natürlich ist die Reihenfolge der Aufzählungen völlig zufällig). Manchmal interessieren sich mehr Menschen für A-Themen und dann für B-Themen – Es kommt einfach darauf an was gerade In ist. Diese B-Thematik ist ziemlich zyklisch, weil sensationsträchtige B-Schlagzeilen am Ende eines Konjunkturzyklus häufiger auftreten. Natürlich gibt so echte B-Themen-Stammkunden, aber auch sowelche Menschen die mit dem Trend mitschwimmen, und sich irgendwann wieder eine 1a A-Themen Gurkenmaske auflegen.

Natürlich gibt es noch, C, D, E, F, usw. Themen, die zur Zeit Out sind, aber ganz bestimmt wieder kommen, nachdem das B-Thema sich ausgelutscht hat.

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