Organisation


So richte hier einen Countdown ein. Es kann am Ende gut, aber auch böse ausgehen – für die Volkswirtschaft, insb. in Europa hinsichtlich der Intensität, und hinsichtlich des Volumens für Nordamerika.

Lesehinweis: One Bite at a Time

“The Elephant is Large”

Wer kontrolliert eigentlich die Krankenkassen? Ich weiß es nicht. Anscheinend niemand. Anders kann ich es mir nicht erklären, warum die operativen Kosten der Kassen in keinem Verhältnis zu den eigentlichen Ausgaben für Krankenkassenleistungen stehen.

Das absurdeste sind für mich die Kosten für Vertrieb/operatives Marketing. Da werden Luftballons verteilt, Werbung geschaltet, etc. Dafür werden Leute eingestellt, die man nicht braucht (=ABM). Das sind die überflüssigen Mehrkosten des geforderten “mehr Wettbewerb”.

Qualitätsmanagement ist noch so ein Ding, was nichts weiter als Bürokratie in neuer Verpackung ist. Hat sich einer bei den Krankenkassen überlegt welche Sinn die gesammelten Informationen haben. Ich bezweifel es. Also wird alles aufgezeichnet, sehr teuer ist.

Wir brauchen uns nichts vormachen. Die Krankenkassen kassieren nun ab, weil sie unwillig ihre Verwaltungen effizienter zu machen, deswegen viele überflüssige Angestellte akkumuliert hat, und lieber sich neue Scheinaufgaben ausdenkt um sich selbst zu beschäftigen. Danke dass ihr meine Beiträge verjubelt, ganz schlechtes strategisches Marketing.

Die “variablen Vergütungssysteme”, also das wodurch eben die Banker sehr kritisiert werden (z.B. Der “Sinn” der Rekordbonuszahlungen an der Wall Street auf Blicklog), hat einfach nur den Makel, dass es Call-Optionen sind.

Bonus mit Call-Optionen like Payout Functions

Sei x der Gewinn/Verlust aus derjenigen Geschäftstätigkeit, wofür ein Mitarbeiter (nich nur in Banken!) eine variable Vergütung bekommt, dann gilt immer

y_var = a * max(x,0)

Soll heißen es werden immer nur die Gewinne betrachtet, wobei bei Verlusten immer der Faktor y_var=0 gilt. Kurz es kein Malus. Der Parameter a = [0,1] ist quasi der Anteil an den Gewinnen aus der Geschäftstätigkeit.

Das Einkommen z sei nun

z = y_fix + y_var

Durch den Auschluss von einer Verlustbeteilgung soll verhindert werden, dass der Mitarbeiter für den Fall

-a * x > y_fix

ein negatives Einkommen z<0 erhält. Also seinem Arbeitgeber fürs Arbeiten Geld überweisen muss.

Also gilt insgesamt

z = y_fix + a * max(x,0)

Survivorship
Aus den vorigen Überlegungen wird deutlich, dass ganzen Banken pleite gehen können (x<0), Abteilungen riesen Verluste einfahren können (x<0) und auch die Performance der gesamten Bank in den Keller reißen können (x0 aufweisen können und somit kräftig Bonus auszahlen.

Wahrscheinlich würde man unter dem ganz ganz großen Strich ein negatives x für die Finanzbranche eben rausbekommen. Aber das Bonussystem sind prinzipiell Call-Optionen und keine Forwards/Futures.

Die Bilanzrechtsgelehrten und Banken streiten sich noch immer was Mezzanine nun eigentlich sein soll (So das habe ich nun davon, wenn ich immer die Nachrichten auf dem Handy lese und auf dem Computer bloggen…Also kein Link…). Ein Grund der Verwirrung ist, dass jedem während seiner Lehre, Studium, etc. eingeredet wird, dass es nur Schulden (debt) ODER Eigenkapital (equity) gäbe. Also Rangigkeit 1 und 2. Punkt, Aus, Ende! Aber so sieht es grob in Wirklichkeit aus:

Rangigkeit#
1 Senior Schulden
2 Mezzanine
3 Eigenkapital

Eigentlich ist die Namensgebund egal, wobei Rang 1 i.d.R. “Senior” heißt also “Das Fremdkapital” wie aus dem Lehrbuch ist, und den letzten Rang das Eigenkapital ist. Dazwischen kann man belieben soviele Wertpapiere/Instrumente/Finanzierungskontrakte/etc. reinbasteln wie man dafür Investoren findet.

Durch die Rangigkeit beantwortet sich von alleine welches Finanzierungsinstrument wann ausfällt, Prügel einsteckt, Verluste schlucken muss, etc.

Pleitefälle

Im Fall einer Pleite (bankcruptcy) wird ganz klassisch das Eigenkapital (letzter Rang) negativ. D.h. die Gesellschafter, Aktionäre, etc. verlieren alles. Da das Eigenkapital nun weg ist, wird automatisch das nächste Finanzierungsinstrument zum Puffer für die verbleibenden Verluste (also der vorletzte Rang), was i.d.R. irgendeine Mezzanine-Ding, Hybridanleihe, etc. ist. Was können die Investoren dieses Instruments mit vorletzten Rang machen?

- Option a) Tue nichts, es kommen trotzdem keine Zinszahlungen rein, vorher auch. Also der Wert des Kontrakts bleibt im Keller, und im Liquidationsfall bleibt trotzdem nix übrig, wegen der Rangigkeit.

- Option b) Mach mit bei der Restrukturierung, mache einen Debt-for-Equity-Swap, also tausche die Mezzanine-Anteile in Equity um, also realsiere die Verluste bilanziell, aber bekomme dafür Stimmrechte, darfst nun auch den Manager einsetzen/feuern, und das Insolvenzverfahren ist erstmal vorbei.

Natürlich gibt es gewissen “Druck” seitens der Senior auf die Mezzanine-Halter, weil die Senior-Halter auf den Off-Knopf drüggen können, also die Liquidation forcieren können (Option a). Lustig wird es erst, wenn ein Investoren oder mehrere verzahnte Investoren die Interessen von Senior als auch Mezzanine vertreten…

Was mir gerade bei den Banken auffiel war, dass beide Optionen für sie selbst keine Optionen sind. Ganz eigennützig würde das cooler sein:

- Option c) Wir tun nix, und bekommen einen Soffin-Puffer als Ersatz, der dann auch nix mit uns zu tun hat.

Jeder Mensch würde sagen, dass c) vollkommen bescheuert ist, wie aus einer Komodie, aber es ist die Realität (Lesetipp: Risikoanreize aus der impliziten Bestandsgarantie für Finanzinstitute (Blicklog)). Was würde passieren, wenn a) und b) zum Zuge kommen, wie sich eigentlich per Vertrag vorgesehen ist? Die ganzen Banken, Versicherungen, große Firmen, die irgendwie Investoren an Mezzanine bei einer Ausfallfirma sind, können ca. 99% Bilanzwert abschreiben im Falle von b (aber Ausblick auf Besserungen) oder im Fall von a (ohne Ausblick auf Besserung). Wenn Investoren dadurch pleite gehen, ist das widerum ein Eingeständnis, dass diese Investoren selbst viel zu wenig Eigenkapital in den letzten Jahren aufbauten. Ich denke mal dass es auch so ist…

Distressed Securities Spekulation
Noch ein paar Hinweise zu Distressed Securities Strategien: Wenn eine Firma im Default geht, dann wird das Mezzanine i.d.R. ziemlich rasch auf 1% bis 15% runterbewertet, auch wenn die Senior noch bei 50% Recovery liegt. Bei einer Liquiditation oder einem Restructuring könnte aus dem Mezzanine tatsächlich 0,0001% werden (Also eine Firma mit richtig vielen Stillen Reserven in der Bilanz, fällt mir wirklich nicht ein). Wenn man die Mezzanine nun irgendwo für 1% zu kaufen sieht, dann kann man “Sekt-oder-Selters” spekulieren!

- Szenario 1) Man verliert seinen Einsatz komplett durch eine Liquidation (Totalverlust), oder wird durch ein Reststrucuring der Liability-Seite neuer Teileigentümer von quasi-wertloser Equity mit Hoffnung wird (De Facto Totalverlust, aber wenigstens die Firma gerettet, “moralischer Mehrwert”).

- Szenario 2) Es gibt ja noch sowas wie “Management-Können”, also irgendein Macher oder Mitarbeiter das Default-Unternehmen noch operativ retten (z.B. eine vergessene, billig implementierbare Geschäftsidee umsetzen, einen Kunden überzeugen, irgendwoher einer neuen Eigentümer mit Geld reinbringen, schnell und schmerzhaft Kosten senken, etc.). Hier kann es sein, dass das Unternehmen den Default-Status wieder verlässt, auf der Liability-Seite alles beim alten bleibt und man wesentlich mehr als 1% für das Mezzanine zurückbekommt.

Zurück zum Thema
Für mich ist der Fall mit den Banken und ihren Hybridanleihen/Mezzanine ganz klar. Diejenige Mezzanine, die man sich auf Eigenkapital nach Basel II anrechnen lies, für die werde ein “Mezzanine-to-Equity-Swap” durchgeführt, wenn das Instrument der nächstuntere Rangigkeit platzt (also per Ringschluss das Equity-Instrument einen negativen Wert aufweist).

A) Einleitung

Die Analogie ist ein wichtiger, weit verbreiteter Weg der Wissenserzeugung. Die Wissenserzeugung kann in die Analogienbildung, der Kombination, und Echtes Neues Wissen differenziert werden.

Echtes Neues Wissen sind grundlegende, fundamentale, orginäre Entdeckungen, die selten vorkommen und nicht wirklich klar ist bzw. wilde Spekulation ist, welche Gedankenvorgänge im Spiel waren.

Die Analogie und Kombination basieren auf existierenden Wissen, und sind daher hinsichtlich ihres Neuheitsgrad begrenzt.

Kombination ist die Vermengung zwei oder mehrere existierende Wissen bzw. Teilwissen. Dies bedarf umgangssprachlich die Fähigkeit das Chaos zu beherrschen, weil durch Kombinationen i.d.R. ein komplexes System entsteht (in Relation zu den Teil-/Wissen), das aber sich als nützlicher, ressourcenärmer, oder weniger komplex als ein zu substituierendes System erweisen kann.

Analogiebildung ist die Transformation eines existierendes Wissen in einen anderen Kontext. Dies bedarf Vorstellungskraft und v.a. kontextbezogenes Wissen aus diversen Anwendungsdisziplinen. Die Analogie ist seit jeher sehr beliebt und verbreitet, z.B. Methaphern, Parabeln, Binsenweißheiten.

Die Kombination und Analogienbildung sind die hauptsächlichen Denkprozesse, welche von der Masse der Menschen verwendet werden, um sich ”schöne neue Dinge” auszudenken. In anderen Worten: Fast alles was sich Menschen ausdenken, kann auf Analogien, Kombinationen oder beides zurückführen.

B) Ab- & Auftauchen

Der wohl wichtigste Schritt in der Analogienbildung (als auch in der Kombination, wo dieser Zwischenschritt komplexitätsreduzierende Ansätze liefern kann) ist die Verfremdung des Objekts bzw. Abstraktion auf zu grundeliegende Mechanismen, Funktionsprinzipen. Dies passiert oft Ad-Hoc unbewusst, oder wird auch mit Absicht initiert. In der Technik wurden diesbezüglich eigene Vorgehensmethodiken entwickelt, z.B. TRIZ, Konstruktionskataloge, Bionik (Im F&E Management wird i.d.R. irgendein ”Knowledge Management System” angepreist). Im Anschluss wird das zu grundeliegende Prinzip in den gewünschten Kontext eingebettet, und via qualitativer Überlergung, Experiment oder Simulation validiert ob die implizierten Wirkungen, Folgen, Interpretationen, etc. plausibel, zutreffend, übertragbar sind. Dieser letzte Schritt ist mühsam und wird oft vernachlässigt, sodass dem Gedankenprozess Außenstehende oft mit Aussagen wie ”Das Problem ist nicht übertragbar” reagieren, weil ”sich die ganze Sache ziemlich abwegig anhört”. Während sowohl für die Analogie als auch Kombination der erste Ansatz, die Initialidee, Eureka, etc. relativ schnell und resourcenarm von statten geht, ist die klare, transparente Dokumentation sehr zeitraubend, arbeitsintensiv und kann sich am Ende auch als ”Verlorene Mühen” herausstellen.

C) Üben, Üben, Üben…

So eine Blitzidee, um irgendetwas zu kombinieren oder als Analogie auf irgendetwas zu übertragen, kommt innerhalb von Millisekunden (Darum ”Blitz”-Idee) zumeist unverhofft, aus Versehen, in den komischsten Situationen, beim Träumen, usw. Jedoch ist ”Zeit im Verzug”, weil so ein Eureka oder Blitzidee i.d.R. nur für wenige Sekunden im Kurzzeitgedächtnis verweilt, und im Anschluss ”nimmer wiedersehen” gelöscht wird, oder in den ”Tiefen Weiten” der nicht gezielt abrufbaren Speicherregionen des Gehirns sich verliert. Das Vergessen ist eine sehr wichtige Schutzfunktion für Menschen (Darum kann die ”Homo Economicus”-Annahme nicht klappen, weil wir dann alle ”verrückt” wären, einen ”Kurzschluss bekommen” oder uns allen schlicht ”der Schädel explodieren” würde; Die Menschheit wäre schon lange vor Jahrtausenden von den anderen Lebenwesen aufgefuttert wurden, weil manchmal muss man einfach nur wegrennen und nicht überlegen).

Sie haben ungefähr genug Zeit in den Nachbarraum zu Stift und Papier zu hechten, aber auf dem weg dorthin und auch in den folgenden halben Minuten sollte Ihnen niemand ”ins Gehirn quatschen”, denn Ablenkungen überschreiben den Kurzzeitgedächtnis-Speicher. Es sollte auch immer ein ”weißes leeres Blatt Papier” sein, weil die Wahrnehmung anderer Buchstaben, Worte, Zahlen, Formeln, Bildchen, Kritzeleien bereits ihre Blitzidee beeinflussen und folglich abschwächen können – Sie könnten unbewusst, ungewollt eine alte Idee mit einer neuen kombinieren. Ein anderer Ansatz ist das Diktiergerät, das Mobiltelefon, etc., was Sie immer bei sich haben, und per Knopfdruck sofort ihre Blitzidee reinschreien können – Für Außenstehende sieht das u.U. ziemlich komisch aus, was folglich nicht jedermanns Geschmack ist.

Die Wahl einer effektiven Aufzeichnung hängt v.a. von ihren Lerntyp ab, also was können Sie am Besten? Lesen, Schreibe, Hören, Sagen? Daraus müssen Sie für sich persönlich einen angenehmen Mix finden, woraus sich dann ableitet was geeignete Mittel zur Aufzeichnung sein könnten. Jedoch kann das Anfangen enttäuschend sein, weil Dinge wie das Diktiergerät zücken, den Notizblock herauskramen, in den Nachbarraum hechten, etc. bereits Ablenkungen darstellen. Die Vorgänge müssen erst automatisiert werden, d.h. das schnelle und unbewusste Ausführen. Darum: Üben, Üben, Üben…

Ich selbst benutze ein Karteikartensystem im DIN A6 Format für meine Blitzideen. Zuvor habe ich es schon mit einem Mini-Notizblock für die Hosentaschen, oder einen simplen Schreibblock probiert. Ist eigentlich auch nicht so wichtig. Wichtig ist, dass sich über der Zeit ganz viele kleine Idee angesammelt haben. Man öffnet die Box flippt ein bisschen da durch oder zieht sich einfach eine Karte, und schreibt etwas hinzu: Die Idee reift ein bisschen weiter. Aber Achtung, schnell wieder zurücklegen, weil eigentlich sind das Dinge die Sie hätten vergessen sollen – Bedenke die (Selbst-)Schutzfunktion des Vergessens! Andererseits ergeben sich Vorteile. Beispielsweise wenn Chef kommt mit einem ”Problem” an, und einem fällt auf Anhieb nichts ein, aber errinnert sich, dass ”in der Schublade” noch etwas herumliegt, was vielleicht direkt hilft oder zumindestens die Gehiraktivitäten stimulieren könnte.

D) Dysfunktionale Prozesse

Das Problem mit der ”Ausgereiftheit der Dokumentation” und dem ”Unverständnis Außenstehender” kann schwerwiegende Folgen haben! Im Management bzw. der Organisationslehre wird oft postuliert, dass irgendein Entscheider zwischen Alternativen auszuwählen hat, und es eine klare Arbeitsteilung zwischen diesem Entscheider und dem Generator der Alternativen zu geben hat. Das stimmt insofern wegen des multikriteriellen Zielsystems der Organsiation, was der Entscheider versucht optimal zu befriedigen, und der Gefahr des ”Mein-Baby-Syndrom” seitens des Ideengebers. Jedoch kann es passieren, dass ein Entscheider den Bemühungen des Ideengebers zu wenig Wertschätzung zollt, oder gar abwertend kritsiert – Dies muss noch nicht mal aus der Ablehung einer bereitgestellten Alternative herrühren. Das Problem kann zwei Ursachen haben, die auch gleichzeitig vorliegen können. Erstens, der Ideengeber hat seine Idee nicht soweit dokumentiert, dass diese kommuniziert werden kann und folglich auch nicht verstanden wird (z.B. ”unserer Chef hat von Nichts eine Ahnung! Typisch Management-Fuzzi!”). Zweitens, der Entscheider hat nur eine wage Vorstellung über den Arbeitsaufwand, der mit dem systematischen Erzeugen von Ideen zusammenhängt (z.B. ”Warum kommen die mit immer Sachen angekleckert, die keine Sau braucht! Wofür werden die überhaupt bezahlt?”). Bereits eines der beide Gründe reicht aus, um einen dysfunktionalen Organisationsprozess aufkeimen zu lassen, der durch Symptome wie Schuldzuweisungen, Streitereien, Beledigungen, Abwertungen, und vieles mehr begleitet wird , was sich natürlich selbstverstärkt. Die beidseitigen Wissensunterschiede zwischen Entscheider und Ideengeber sind zu groß, dass mögliche Projekt-Ungewissheiten für eine mögliche Implementierung garnicht erst identifiziert werden, der Koordinationsbedarf explodiert, der Fokus auf die eigentliche Arbeit verschwindet. Das Gesamtergebnis strebt gegen Null.

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Nachtrag zur ”Wirtschaftskrise”:

Mitarbeiter sind durch die nicht so dolle Wirtschaftslage seit einiger Zeit verunsichert, manchmal auch verängstigt. Daher wollen diese sich auch nicht ”blöd anstellen” oder gar ”auffallen” (duck and cover!). Blöderweise ist ”Abwarten und Teetrinken” in der Hoffnung, dass sich aus heiterem Himmel (durch einen ”Gott”) die wirtschaftliche Lage verbessert nichts weiter als Starre und Untätigkeit oder auch das Warten auf den Tod des Unternehmens. Also keine Option für Führungskräfte (Untätigkeit und Führung ist ein Widerspruch in sich!). Es wäre daher sinnvoll für (selbsternannte) Führungskräfte (oder solche die einen “Manager”-Titel auf der Visitenkarte stehen haben) sich über den oben genannten Teil “Dysfunktionale Prozesse” Gedanken zu machen: Liebe Manager ihr braucht die Ideen der Mitarbeiter, sonst wird das Nix mit dem “gestärkt aus der Krise kommen”! Gerade blöde, nicht offensichtliche, eigenartige, abgefahrende, unkonventionelle, komische, … Alternativen (also Ideen) sind gefragt: 1) mag es neue Geschäftsmöglichkeiten aaufzudecken, 2) mag es bei den Mitarbeiter beruhigen, weil sie sehen, dass was passiert bzw. dass es Hoffnung gibt, 3) Mitarbeiter bekommen das Gefühl gebraucht zu werden.

Das Jahr ist bald zu Ende und ich räume meinen PC auf, d.h. es wird der Schreibschrott gelöscht, der keiner “wirtschaftlichen Verwertung” oder sonst irgendeinen Zweck hat außer Bytes auf meinen PC zu belegen oder einfach den Information Overflow steigert. Löschen, Löschen, Löschen. Vergessen, Vergessen, Vergessen ist eine wichtige Form des Lernen. Ich habe dabei etwas gefunden, was ich hiermit ins Netz stellen, und somit meinen Beitrag zum Information Overflow des Internets leiste ;)

Gestern habe ich schon etwas über den Zusammenhang von Kreativität und Volkswirtschaftlicher Entwicklung geschrieben. Ich denke, dass man das dann in den Schumpeter-Ecke abheften kann, wenn man auf abheften steht. Also hier geht es los:

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Kreativität und Konjunkturzyklen

Ich denke, dass es irgendwo Grenzen gibt inwiefern Medien bzw. die öffentliche Meinungsbildung eine Wirtschaftserholung herbeireden können.

Es wird, bzw. ist bereits im Gange, zu inputorientierter Effizienzsteigerungen mit der Brechstange kommen (und nicht Toyota-like tröpfchenweise), d.h. Kosten runter um mehr/gleichviel/weniger zu erstellen, und das bleibt dann erstmal so. Das Ergebnis ist eine Volkswirtschaft die zwar genauso viel Output wie vorher erstellen kann (nicht muss), aber mehr Ressourcen, insb. Arbeitskräfte, ungenutzt verfügbar sind (Anzumerken ist, ob diese nun Transferzahlungen erhalten oder nicht ist für die Nachfrageseite neutral; Ist wichtig, aber hier mal uninteressant; Ebenso ist egal ob plötzlich die Humanressourcen frei werden wie in den USA, oder über ein etwas längeres Zeitintervall; usw usw usw; Die Medien können so oder so nur Symptome erkennen, die sich vornehmlich auf das dynamische Einstellen von Gleichgewichtszuständen beziehen).

Am Ende der Geschichte stehen viele ungenutzte Inputs insb. in Form von Menschen auf der einen Seite, und auf der anderen Seite, dass Leistungserstellungsprozesse mehr oder weniger genauso viel Outputs erzeugen können wie vorher. Das ist eine der beiden Spielarten, die Marktgläubige (Betonung liegt auf Glaube) als Effizienzsteigerung bezeichnen, und irgendwelche Weltverbesserer (Das ist eine andere Religion mit denselben Gott) als Argument für das Scheitern des Kapitalismus gerne instrumentalisieren, und am Ende das Offensichtliche garnicht sehen. Eine Rezession wird nur dann überwunden, inkl. einer möglichen Stagnation, wenn es gelingt komplett neue Arten, Formen, etc von Outputs aus dem Nichts zu erfinden.

Die Politik, Zentralbanken, Geschäftsbanken, etc, sind offensichtlich der falsche Ansprechpartner für das Erfinden neuer Outputarten. Das soll garkein Vorwurf sein, oder so. Also meiner Meinung nach werden Indizien für eine wirtschaftliche Erholung eher in Design- und Technik-Zeitschriften zu lesen sein, als in den Zahlenwerken von Statistikämtern oder panischen Auf und Ab der Tageszeitungen.

Also die kommende (echte) wirtschaftliche Erholung hat mehr mit Ungewissheit zu tun als mit Unsicherheit (siehe Entscheidungstheorie, was ich damit meine). Ich glaube, dass was ich hier geschrieben habe in die Schublade der Innovationsökonomik oder Technologiepolitik gehört, wobei ich mir über das epistimologische garnicht so genau weiß. Ich gehe aber davon aus, dass neue Output-arten (logischerweise) erst erfunden werden müssen (extrem ungewiss) oder aus einer verstaubten Schublade eines kreativen Menschen gezogen werden müssen, um im Anschluss von Kaufmänner hinsichtlich der Outputmenge BIG-skaliert werden (BIG BIG BIG…), um überhaupt für irgendeine Statistik messbar zu sein und somit aus dieser Sicht erst existent wird. Dies impliziert Irrationalität und begrenzte Informationsverfügbar der Masse vorraus, und ist somit eine realitätsnahe Theorie. Die Symptome bzw. Nebenwirkungen entsprechen, die einer wirtschaftlichen Erholung, z.B. Menschen sind begeistert, rennen zu Messen um das Neue zu sehen, kaufen es, irgendwer produziert ist, stellt Leute ein, die neue Output-art wird Lebensqualitätsteigernd empfunden, Statistiker überlegen sich den Warenkorb zu ändern, der Fiskus freut sich wieder, Zeitschriften berichten über das neue Spielzeug, schlaue Tüftler, und mutige Manager mit Macherqualitäten, usw usw usw.

Ich sage noch mal was zu den Anforderungen bezüglich des Entstehen dieser mystischen ungewissen neuen Outputart.

a) Analogien, z.B. die supi-Vergleiche und Metaphern von Politikern, coole Geschichten von Verkäufern, das Wecken von Emotionen durch Werbeagenturen, Bionik im Ingenieurswesen, Kulturvergleichstudien, etc. Dafür braucht man eine gute Vorstellungskraft und eine gute Portion Erfahrung. Mit dieser Form von Kreativität bekommt durchaus radikale Innovationen hin. Entlassen sie solche Leute steigt die Firma ins End Game ein.

b) Kombination, z.B. komplexe Derivatestrukturen, Variantenproduktion auf Basis von Autoplattformen, systematisches Erfinden mit TRIZ, Planung globaler Logistiknetzwerke, Entwurf von Schaltkreise, Entwicklung von Roboter, etc. Dafür braucht man viel Brainpower und auch eine gewisse Abneigung gegenüber von Übersimplifizierung. Kurz, ohne diese Leute funktioniert erstmal garnichts. Entlassen Sie diese Leute sind sie bald pleite. Ich würde sagen, dass die Anteil dieser Menschen an der Weltbevölkerung schon etwas niedriger ist.

c) Genalität. Diese Art von Kreativität wird eigentlich nie beachtet, weil geniale Menschen seltener sind als bspw. Black Swans. Es ist die Residualgröße im unteren Promillebereich von Verrückten, glücklichen Rittern mit dem Einfall ihres Lebens, etc. Diese Leute werden entweder ganz berühmt, vergessen oder nach ihrem Tod zu Legenden. Hinzukommen extrem schwierige Initierung der Wissensverbreitung (inkl. der Gefahr von Fehlkommunikation) und die Nichtplanbarkeit (ahhhhhhh…!?!!?!!).

Ich denke, dass es einfach die Masse nicht hören will, dass eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung bzw. Expansion davon anhängt ob einem c)-Typ irgendwann mal ein Einfall gekommen ist. Ohne diese c)-Typ Geschichten gibt es auch nichts Substanzielles was a)-Typen sich vorstellen oder b)-Typen neu kombinieren können, d.h. es gibt auch keine output-orientierte Effizienzsteigerung in der Volkswirtschaft.

Auf S.69 des FDP-Wahlprogramm steht geschrieben:

…Als integraler Bestandteil der Außenpolitik und Instrument deutscher Werte- und Interessenpolitik gehören die Tätigkeitsfelder des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wieder in den Geschäftsbereich des Auswärtigen Amtes…

Kurz das Entwicklungsministerium kommt weg, und deren Ressorts gehen an das Außenministerium über. Diese Forderung finde ich garnicht so blöd. Aber warum wird dann Herr Niebel, also einer der Hauptschreiberlinge des FDP-Wahlprogramms, ausgerechnet Minister von dem Ministerium, dass die FDP abschaffen will?

Es gibt die ersten Indizies, dass sich langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der USA in Bereich Forschung und Entwicklung sinkt.

Michael White von scientific blogging fragt: Are scientists getting dumber? als Reaktion auf den Artikel in der Science “Study Finds Science Pipeline Strong, But Losing Top Students” Der Autor Bhattacharjee schreibt:

The findings suggest that the United States risks losing its economic competitiveness not because of a work force inadequately trained in science, as conventional wisdom holds, but because of a lack of social and economic incentives to pursue careers in science and technology.

Auf Deutsch: Es lohnt sich nicht! Und Schulterklopfen ist auch nicht drin.

Das Anreizproblem entsteht durch den Mangel in Nicht-Technik-Branchen (z.B. Banken) und weil generell eine kaufmännische Karriere für den Geldbeutel viel attraktiver ist als eine Tüftler-Karriere.

The authors say those findings square with anecdotal evidence of STEM graduates being drawn to careers in management and finance starting in the early 1990s. Lowell says employers “seem to be poaching the best and the brightest” of STEM graduates by offering higher salaries for management and
other non-STEM positions.

* STEM = Science, Technology, Engineering, and Mathematics. Ich benutze einfach das Wort “Technik” dafür. Beachte Naturwissenschaften = Physik, Chemie, Biologie. (Punkt Ende). Ingenieurwesen sind “artes mechanicea”, wobei “Technologie” mehr Fokus auf “F” als aus “E” beim “F&E” legt, und oft eine “interdisziplinäre” Wissenschaften zwischen Natur- und Ingenieurwissenschaften darstellt, z.B. Biotechnologie. Daneben ist Informatik lediglich “Soft”-Part zum “Hard”-Part von Ingenieurwesen/Technologe. Mathematik ist eine Formalwissenschaft, wie Philospohie, die neben Natur- und Sozialwissenschaften steht.

Diese Probleme der USA haben wir in Europa auch! Aber zunächst muss man sich fragen, warum Nicht-Technik-Branchen und Kaufmännische Positionen mit Leuten aus den Naturwissenschaften und Ingenieurswesen besetzt werden:

These 1) Klassische Bankkaufleute sind methodisch zu schlecht ausgebildet. Klar, sind Buchhaltung, Rechnungswesen, und so weiter und so fort super wichtig. Aber insbesondere mathematische Kenntnisse sind gefragt, und damit meine ich auch und vor allem die Modellierung. Klar ein Ingenieur muss das können, sonst könnte er keine Schaltung “entwerfen”, einen Gebäude “planen”, eine Maschine “konzeptionieren”. Aber warum können das die BWL-Absolventen nicht? Warum lernen BWLer nicht ein Simulationsmodell zu basteln? Warum können BWLer die Zahlungsströme einer ABS-Struktur nicht modellieren? Warum können BWLer kein Supply Network durchrechnen? usw. Ok, einige können das! Aber das lernt man dann nicht, wenn man nur BCG-Matrizen in “Strategie”- und “Marketing”-Kursen zum 1000000…-mal auswendig lernt, weil dann kann man nur LABERN. Man muss bei der Ausbildung von BWLern anfangen.

These 2) Techniker sind immer die Doofen, wenn es um Karriere geht, weil sie es nicht sein werden die Karriere machen werden… außer sie werden zu Managern. Es ist selbstverschuldet von den Unternehmen, ihre Organisationsstrukturen und somit Annreizsysteme auf Kaufmänner zugeschnitten zu haben, und die “Doofen” die dann alle möglichen Leistungsangebote gestalten sollen, schön klein zu halten – Selber Schuld wenn diesen Job dann keiner mehr macchen will. Es kann auch nicht die Lösung sein einem Physiker, Chemiker oder Ingenieur zu sagen “Mach’ ein MBA, ich bezahle es auch!”, weil danach wird diese Person seinen Beruf als Physiker, Chemiker oder Ingenieur in der Firma nicht mehr machen – Man verstärkt das Personalmangel-Problem sogar.

Und dann noch etwas zum Lachen. Auf Mitunter gefunden:

Ich bin in der FAZ auf www.nachdenkseiten.de gestossen, wo eine alte SPD-Granate ein paar Erfahrungen über Public Relations (Öffentlichkeitsarbeit, Außendarstellung, Produktinformationen, Meinungsmache, Propaganda, etc) in der Politik schreibt – Das ist außerdem ein Verein oder so.

Ich habe mir gleich mal www.nachdenkseiten.de/?p=4130 angeschaut. Wo mir gleich ein paar Dinge auffielen:

Ja irgendwann Anfang 2000 war es voll In das Wort “Innovation” für jeden nur erdenklichen zusammenhangslosen Mist zu benutzen. Und selbst wenn irgendetwas (praktisch) nicht neu war wurde es trotzdem als solche bezeichnet (Ein kleines Beispiel: CMOs).

Oder “FinanzINDUSTRIE” ist Denglisch. Das richtige Wort heißt “-branche”. Ich musste immer darüber schmunzeln. Die meisten deutschsprechenden assoziieren “Industrie” mit dem verarbeitenden Gewerbe.

Ich bin ja etwas naiv weil ich immer erst Inkompetenz vermute und nicht Absicht. Denn ich glaube (hoffe) auf das “Gute im Menschen”. Das mit der Inkompetenz ist ja etwas natürliches weil man nicht alles wissen kann und auch nicht jeder ein Genie ist (Ich selber stehe mit bspw mit Grammatik auf dem Kriegsfuß). Aber Absicht ist u U kriminell ! Das gab es schon immer z.B. Scharlatarne usw die mit unter betrogenen Menschen zu bösen kurzfristigen Affekt-Handlungen motivierten, was diese danach aber wieder etwas bereuten. Aber vielleicht ist es einfacher “mit Absicht” Dinge zum Eigennutz heute zu machen. Und auch anstrebsamer nicht zu seinen Inkompetenzen zu stehen bzw diese zu verschleiern, was dann aber zu dubiosen bis idiotischen Entscheidungsprozessen führt.

Ich habe noch eine andere Vermutung: Wir haben zu viele (plus) inkompetente geisteswissenschaftlich ausgebildete Leute. Womit sollen die ihr Geld verdienen? Medien, Zeitungen usw? Am Ende landen die so oder so in der Branche die Dienstleistungen für Meinungsmache verkauft (Egal ob Parteien, Zeitungen, Firmen etc). Zu einem günstigen Preis und garantiert nicht zu tief gehenden Fragen bei der Auftragsaquise (ob intern oder extern). Und sollte doch mal ein Knaller mit Durchblick dabei sein der seine Klappe aufmacht: Hier ist die Tür, da draußen wartet genug Ersatz. Also kommt man nun zu Absicht?

Ich hatte vor einigen Jahren auf einer Konferenz eine sehr interessante Unterhaltung mit einem Organisationsforscher aus Asien (Top30 Uni; nicht wegen der Rankings sondern um nochmal zu verdeutlichen dass Asien unterschätzt wird) über das Thema “intrinsische vs extrinsische Motivation und Anreize”. Er meinte daraufhin dass es eines von diesen dichtomen Unterscheidungen ist die ganz nett für Forschungsdesigns ist. Aber es gibt in wirklich keinen Unterschied, er sagte (im übertragenden Sinne übersetzt): “Man muss nur tief genug bohren und jede ehrwürdige intrinsische Motivation ist in ihrem Ursprung eine extrinsische”. Ich wollte das nicht glauben und daraufhin gab er Beispiele über ihn selbst, über mich, und der Putzfrau bis zum sympathischen Manager. Ich erwiderte das im deutschen Sprachraum darüber eine Binsenweißheit gibt: “Jeder Mensch hat seinen Preis”. Ich bekam daraufhin die Äquivalente aus diversen anderen Kulturkreisen an den Kopf geklatscht…

Wenn man das weiter denkt muss man fragen: Wie inkompetent muss ein Mensch sein damit er sich bestechen lassen kann, aber sich gerade noch ein gutes Gewissen einreden kann?

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