Soziologie


So richte hier einen Countdown ein. Es kann am Ende gut, aber auch böse ausgehen – für die Volkswirtschaft, insb. in Europa hinsichtlich der Intensität, und hinsichtlich des Volumens für Nordamerika.

Lesehinweis: One Bite at a Time

“The Elephant is Large”

Ich habe schon immer gewusst… Diese ganzen hochnäsigen BWL/VWL sind Egoisten! Das zeigte nun ein Working Paper von Yoram Bauman und Elaina Rose von der Uni Washington, natürlich vom Department of Economics :)

Abstrakt:

A substantial body of research suggests that economists are less generous than other professionals and that economics students are less generous than other students. We address this question using administrative data on donations to social programs by students at the University of Washington. Our data set allows us to track student donations and economics training over time in order to distinguish selection effects from indoctrination effects. We find that economics majors are less likely to donate than other students and that there is an indoctrination effect for non-majors but not for majors. Women majors and non-majors are less likely to contribute than comparable men.

Zum Runterladen als PDF hier drauf klicken

Um ein schlechter Mensch zu werden, braucht man je nach bereits existierenden Vorwissen/Talent, nur ein paar Kurse in BWL/VWL belegen…

Das Jahr ist bald zu Ende und ich räume meinen PC auf, d.h. es wird der Schreibschrott gelöscht, der keiner “wirtschaftlichen Verwertung” oder sonst irgendeinen Zweck hat außer Bytes auf meinen PC zu belegen oder einfach den Information Overflow steigert. Löschen, Löschen, Löschen. Vergessen, Vergessen, Vergessen ist eine wichtige Form des Lernen. Ich habe dabei etwas gefunden, was ich hiermit ins Netz stellen, und somit meinen Beitrag zum Information Overflow des Internets leiste ;)

Gestern habe ich schon etwas über den Zusammenhang von Kreativität und Volkswirtschaftlicher Entwicklung geschrieben. Ich denke, dass man das dann in den Schumpeter-Ecke abheften kann, wenn man auf abheften steht. Also hier geht es los:

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Kreativität und Konjunkturzyklen

Ich denke, dass es irgendwo Grenzen gibt inwiefern Medien bzw. die öffentliche Meinungsbildung eine Wirtschaftserholung herbeireden können.

Es wird, bzw. ist bereits im Gange, zu inputorientierter Effizienzsteigerungen mit der Brechstange kommen (und nicht Toyota-like tröpfchenweise), d.h. Kosten runter um mehr/gleichviel/weniger zu erstellen, und das bleibt dann erstmal so. Das Ergebnis ist eine Volkswirtschaft die zwar genauso viel Output wie vorher erstellen kann (nicht muss), aber mehr Ressourcen, insb. Arbeitskräfte, ungenutzt verfügbar sind (Anzumerken ist, ob diese nun Transferzahlungen erhalten oder nicht ist für die Nachfrageseite neutral; Ist wichtig, aber hier mal uninteressant; Ebenso ist egal ob plötzlich die Humanressourcen frei werden wie in den USA, oder über ein etwas längeres Zeitintervall; usw usw usw; Die Medien können so oder so nur Symptome erkennen, die sich vornehmlich auf das dynamische Einstellen von Gleichgewichtszuständen beziehen).

Am Ende der Geschichte stehen viele ungenutzte Inputs insb. in Form von Menschen auf der einen Seite, und auf der anderen Seite, dass Leistungserstellungsprozesse mehr oder weniger genauso viel Outputs erzeugen können wie vorher. Das ist eine der beiden Spielarten, die Marktgläubige (Betonung liegt auf Glaube) als Effizienzsteigerung bezeichnen, und irgendwelche Weltverbesserer (Das ist eine andere Religion mit denselben Gott) als Argument für das Scheitern des Kapitalismus gerne instrumentalisieren, und am Ende das Offensichtliche garnicht sehen. Eine Rezession wird nur dann überwunden, inkl. einer möglichen Stagnation, wenn es gelingt komplett neue Arten, Formen, etc von Outputs aus dem Nichts zu erfinden.

Die Politik, Zentralbanken, Geschäftsbanken, etc, sind offensichtlich der falsche Ansprechpartner für das Erfinden neuer Outputarten. Das soll garkein Vorwurf sein, oder so. Also meiner Meinung nach werden Indizien für eine wirtschaftliche Erholung eher in Design- und Technik-Zeitschriften zu lesen sein, als in den Zahlenwerken von Statistikämtern oder panischen Auf und Ab der Tageszeitungen.

Also die kommende (echte) wirtschaftliche Erholung hat mehr mit Ungewissheit zu tun als mit Unsicherheit (siehe Entscheidungstheorie, was ich damit meine). Ich glaube, dass was ich hier geschrieben habe in die Schublade der Innovationsökonomik oder Technologiepolitik gehört, wobei ich mir über das epistimologische garnicht so genau weiß. Ich gehe aber davon aus, dass neue Output-arten (logischerweise) erst erfunden werden müssen (extrem ungewiss) oder aus einer verstaubten Schublade eines kreativen Menschen gezogen werden müssen, um im Anschluss von Kaufmänner hinsichtlich der Outputmenge BIG-skaliert werden (BIG BIG BIG…), um überhaupt für irgendeine Statistik messbar zu sein und somit aus dieser Sicht erst existent wird. Dies impliziert Irrationalität und begrenzte Informationsverfügbar der Masse vorraus, und ist somit eine realitätsnahe Theorie. Die Symptome bzw. Nebenwirkungen entsprechen, die einer wirtschaftlichen Erholung, z.B. Menschen sind begeistert, rennen zu Messen um das Neue zu sehen, kaufen es, irgendwer produziert ist, stellt Leute ein, die neue Output-art wird Lebensqualitätsteigernd empfunden, Statistiker überlegen sich den Warenkorb zu ändern, der Fiskus freut sich wieder, Zeitschriften berichten über das neue Spielzeug, schlaue Tüftler, und mutige Manager mit Macherqualitäten, usw usw usw.

Ich sage noch mal was zu den Anforderungen bezüglich des Entstehen dieser mystischen ungewissen neuen Outputart.

a) Analogien, z.B. die supi-Vergleiche und Metaphern von Politikern, coole Geschichten von Verkäufern, das Wecken von Emotionen durch Werbeagenturen, Bionik im Ingenieurswesen, Kulturvergleichstudien, etc. Dafür braucht man eine gute Vorstellungskraft und eine gute Portion Erfahrung. Mit dieser Form von Kreativität bekommt durchaus radikale Innovationen hin. Entlassen sie solche Leute steigt die Firma ins End Game ein.

b) Kombination, z.B. komplexe Derivatestrukturen, Variantenproduktion auf Basis von Autoplattformen, systematisches Erfinden mit TRIZ, Planung globaler Logistiknetzwerke, Entwurf von Schaltkreise, Entwicklung von Roboter, etc. Dafür braucht man viel Brainpower und auch eine gewisse Abneigung gegenüber von Übersimplifizierung. Kurz, ohne diese Leute funktioniert erstmal garnichts. Entlassen Sie diese Leute sind sie bald pleite. Ich würde sagen, dass die Anteil dieser Menschen an der Weltbevölkerung schon etwas niedriger ist.

c) Genalität. Diese Art von Kreativität wird eigentlich nie beachtet, weil geniale Menschen seltener sind als bspw. Black Swans. Es ist die Residualgröße im unteren Promillebereich von Verrückten, glücklichen Rittern mit dem Einfall ihres Lebens, etc. Diese Leute werden entweder ganz berühmt, vergessen oder nach ihrem Tod zu Legenden. Hinzukommen extrem schwierige Initierung der Wissensverbreitung (inkl. der Gefahr von Fehlkommunikation) und die Nichtplanbarkeit (ahhhhhhh…!?!!?!!).

Ich denke, dass es einfach die Masse nicht hören will, dass eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung bzw. Expansion davon anhängt ob einem c)-Typ irgendwann mal ein Einfall gekommen ist. Ohne diese c)-Typ Geschichten gibt es auch nichts Substanzielles was a)-Typen sich vorstellen oder b)-Typen neu kombinieren können, d.h. es gibt auch keine output-orientierte Effizienzsteigerung in der Volkswirtschaft.

Gerade gefunden auf BodySpaceSociety, Love – the Swiss way: sociologists want to “optimize the marriage market”.

Der Blogeintrag kommentiert den Artikel “Optimizing the marriage market: An application of the linear assignment model” im Special Issue Innovative Applications of O.R. des European Journal of Operational Research.

Ich finde das eine ganz witzige OR-Anwendung. Kann ja sein, dass es für die ganzen ElitePartner, parship.de, Neu.de, und so weiter, die eine oder andere Anregung dabei ist.

Also denkt dran Leute: Bändeln, Bändeln, Bändeln, damit ganz viele Kinder am Ende rauskommen – Sonst klappt das nicht mit der Rentenkasse :)

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