Staat


Heute habe ich schon wieder über das Basel III Wort “Highly Liquid Assets” lachen müssen als ich über griechische Staatsanleihen nachdachte. Die Liquidität dieser Papiere errinnert mich eher an Pennystocks.

Egal. Es ist schon beachtlich wie EU-Politiker einen griechischen Default basteln wollen, aber ohne “D” Rating zu kassieren. Das Problem an einen “D” ist, dass ein “D” nicht wegdiskutierbar ist. Über “A”, “B” und “C” Buchstaben kann man sich ja noch streiten, aber die “D”s sind klar definierte Ereignisse/Events.

Das mag Politikern intuitiv nicht so ganz klar sein. Politik ist ja auch über normatives Zeug, was man anderen Menschen mal so mal so verkaufen kann. Bei Finanzkontrakten (wie Schuldtitel) sind die vereinbahrten Geldzahlungen und sonstige Bedingungen explizit niedergeschrieben ==> Ja oder Nein. “Vielleicht”, “Ein bisschen”, etc gibt es da nicht. Verbindliche Kontrakte sind wohl genau das was Politiker an Finanzmärkten hassen. Insbesondere wohl dass Investoren, Heuschrecken, Spekulanten, Anleger, etc. auf die Erfüllung von Kontrakten pochen. Finanzkontrakte können anscheinend nicht so schön gebrochen wie etwas Wahlkammpfversprechen.

Politiker sind unbeliebt, weil sie Versprechen brechen. Und Finanzmarktakteure sind unbeliebt, weil sie Versprochenes einfordern.

Genug geschwafelt. Ich denke, dass ein Staat der bei einem CCC Rating angekommen ist anfangen sollte seine Situation zu akzeptieren und mal was neues ausprobieren sollte. Ich bin für die Staatsaktien-Lösung bzw. der Tranchierungslösung bzw. Einführung einer Rangigkeit.

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#Rangigkeiten

#1 Erstrangige Staatsanleihen
#1.a Besicherung: Keine
#1.b Besicherung: Staatsbeteiligungen
#1.c Besicherung: Bürgschaften von AAA/AA EU-Ländern
#1.a-c.FIX Kupon: Fixer Kupon (klassische Staatsanleihe)
#1.a-c.FLT Kupon: Floating Rate (Inflation Linked oder EURIBOR+X)
#1.a-c.FIX-FLT.A Bedingungen: Keine
#1.a-c.FIX-FLT.B Bedingungen: Verstoß gegen 3% Neuverschuldungsgrenze
#1.a-c.FIX-FLT.C Bedingungen: Verstoß gegen 60% Verschuldungsgrenze
#1.a-c.FIX-FLT.D Bedingungen: …

Was?
Rangigkeit: #1 sind ausschließlich neue Schuldtitel die in nächster Zeit auf dem Primärmarkt emittiert werden. Diese sollte dieselben Fälligkeitstermine wie die existierenden, bereits emittierten Staatsanleihen. Die #1 werden immer zuerst bedient!
Besicherung: Sollte die griechische Staatskasse am Fälligkeitstermin leer sein, müssen die Bürgen zahlen (#1.a) oder die hinterlegten Assets werden liquidiert (#1.b).
Kreditbedingungen: … machen nur Sinn wenn man Staatsaktien hat (Siehe #3).
Rating: Im Falle von #1.c wäre es dasselbe Rating wie EU-Land, das für #1.c bürgt. Bei #1.b kommt es auf das Collateralization Ratio an. Und am Ende ist ja alles erstrangig, was doch mindestens ein “A” ergeben sollte.
Primärmarkt: Das Zeug sollte man locker an den Mann kriegen.

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#2 Nachrangige Staatsanleihen
#2.a-c Siehe #1.a-c
#2.a-c.FIX-FLT Siehe #1.a-c.FIX-FLT

Was?
Rangigkeit: Bei #2 handelt sich um die existierenden griechischen Schulden, die zu allen neuen Schuldtiteln nachrangig gestellt werden. Da nur #1 rangige Titel erstmal neu emittiert werden, werden Zins- und Schuldtilgungen erst dann durchgeführt, wenn die #1 rangigen Titel alle bedient wurden.
Besicherung: Im Falle von #2.b muss beachtet werden, dass ein Assets nur einmal als Sicherheit hinterlegt werden darf!
Kreditbedingungen: Es gibt für #2 keine Kreditbedingungen. Es handelt sich eigentlich um “klassische Staatsanleihen”.
Rating: Würde bei Griechenland erstmal bei “CCC” bleiben. (Aber wohl nicht “D” werden solange sie noch bedient werden und es noch nachrangigere Staatsaktien gibt)
Primärmarkt: Tot ist er eben so oder so…

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#3 Staatsaktien
#3.c.FLT Kupon: EURIBOR+X, BIP+X, etc. (Irgendetwas variables)
#3.c.FLT.B-Z Bedingungen: Kuponzahlung wird solange ausgesetzt, bis die Kreditbedingungen #1.c.FLT.B-Z wieder erfüllt werden.

Was?
Laufzeit: Staatsaktien habe keinen Fälligkeitstermin, d.h. laufen unendlich.
Rangigkeit: Griechenland kann die Staatsaktien wieder am Sekundärmarkt zurückkaufen. Aber alle neu emittierten Staatsaktien werden den existierenden Staatsaktien nachrangig behandelt!
Kreditbedingungen: Zum Beispiel kann die Situation entstehen, dass bei (kleinen) Verstoß gegen #1.c.FLT.B-Z es ausreicht nur die neueren Staatsaktien nicht zu bedienen. Am Ende kann die Performance der Staatsaktien über die Kreditbedingungen der erstrangigen Schulden an die “Haushaltsdisziplin” von Griechenland gekoppelt werden.
Rating: Staatsaktien haben kein Rating! (Rating=NR)
Primärmarkt: Wenn das Preisschild stimmt wäre das interessant für “die bösen Zocker”. Aber einmal emittiert könnte Griechendland seine Staatsaktien auch direkt als Zahlungsmittel einsetzen (z.B. Bezahlung seiner Beamten), oder an neue #2 Primärmarktinvestoren mit politischen Motiven als Kompensation geben (z.B. EU-Unterstützungsländer, IWF, etc.), oder auch lustige Staatsaktien-Optionen für die griechische Regierungsmitglieder ausgeben, oder…

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Wie der schlaue Leser erkannt, kann der obige Vorschlag auch so interpretiert werden, dass Griechendland in einen 300 Mrd CDO umgewandelt wird. :) Tranchierung ist nicht so böse wie alle denken (Faktisch jede Firma auf dieser Welt hat eine Kapitalstruktur und kommt damit klar). Und im Gegensatz zu diesen irrwitzigen EuroStat-Beschiss von GS/Griechland wäre obiger Vorschlag eine “kleine Revolution” des Staatsanleihenmarktes.

Tote bei der Love-Parade ist die Schreckensmeldung des Jahres. Im SPON-Artikel Polizei scheiterte mit Gegen-Sicherheitskonzept fiel mir dieses Statement besonders auf:

Ähnlich verteidigte sich noch am Samstagabend der Oberbürgermeister Sauerland (CDU) [...] “Wenn Sie jetzt hören, was wohl die Ursachen sind, dann lag es nicht am Sicherheitskonzept, was nicht gegriffen hat, sondern wahrscheinlich an individuellen Schwächen.”

So hört es sich an wenn jemand ziemlich genau klar ist das in seinem Entscheidungsbereich SCHEIßE gebaut wurde, aber zum einem persönlich davon distanzieren möchte (ist etwas psychologisches) und/oder die Sache seinem Verantwortungsbereich wegschieben möchte (das ist dann etwas rechtliches).

Ein Trade-off von Kosten mit Toten ist ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Wenn unsere Staatsanwaltschaften nur im Ansatz noch funktionieren wie beim Verfolgen von Steuersündern, dann werden sich einige Leute aus der Duisburger Stadtverwaltung, dem kommerziellen Veranstalter als auch Sachverständige vor Gericht für den Tod von 19 (jetzt 20) Menschen verantworten müssen.

Mal gucken wie korrupt der Dunstkreis der Ruhrpottpolitik sein mag.

Insgesamt kann man nur sagen: Da haben wohl einige am falschen Ende gespart.

Zitat: Es macht keinen Sinn einen Trichter zu optimieren, wenn da so oder so dreimal zu viel Wasser reingekippt wird.

Update: Die Obduktionen ergaben, dass die 20 Menschen zerquetscht wurden (Wie ich von Anfang gedacht habe). Das Argument von den Herr Michael Schreckenberg, dem Sachverständigen, dass er nicht vorhersehen konnte, dass die Leute herumklettern und dabei verunglücken, ist somit obselet. Ausrede für den falschen Sachverhalt. Es war die Aufgabe des Herrn Schreckenberg, als “Experte”, sich mit Dingen wie die Fußgängedichte auseinander zu setzen. Er hat kläglich versagt. Nichtsdestotrotz, befreit ein offensichtlich dämliches Gutachten, nicht diejenigen die einem dämlichen Gutachten Glauben schenken.

Die BAFIN verbietet mal wieder Leerverkäufe (z.B. Neue Regeln für Geldgeschäfte: Bankenaufsicht verbietet spekulative Leerverkäufe). Natürlich wegen den bösen Spekulanten, die ja ständig XXX-Krisen verursachen. Klar, Naked Short ist schon etwas fragwürdig, weil es ungefragte Geldschöpfung ist (Es werden ja temporär neue Wertpapiere emittiert/geschrieben, obwohl der echte Issuer dieser Wertpapiere garnicht dahinter steckt). Andererseits stimmt das Argument, dass Leerverkäufe ein wichtiger korregierender Faktor sind, und zwar um Überbewertungen zügig abzubauen (Zum Beispiel kann es in Märkten ohne Leerverkäufen zu Blasen/Überbewertungen kommen, die beim “Platzen” zum Absturz der Handelsaktivität führen – Es geht dann richtig steil in den Keller; Wären stattdessen vorher Leerverkäufe erlaubt gewesen, wäre die Blase kleiner gewesen, und in der Abwärtsbewegung wären Handelsvolumina entstanden und eine “Bodenbildung” würde einsetzen). Auf jedenfall wird es mit dem Naked Short Verbot die Entstehung von Marktgkeichgewichten (wieder) eine asymetrische Geschichte, aufgrund der höheren Transaktionskosten die eine Wertpapierleihe nach sich zieht.

Als Kritikpunkt, gegenüber das Leerverkaufsverbot, kann ich aber den postulierten Zusammenhang mit der Abwertung der Griechenland-Anleihen nicht nachvollziehen. Ich habe eher den Eindruck, dass die Politik weder die Fakten die sie erzeugt noch das resultierende Unvermeidliche nicht wahrhaben wollen, wegsehen, ignorieren wollen: Die ausufernde Staatsverschuldung. Was nicht sein darf, darf nicht wahr sein.

Zum Schluß möchte ich ein kleeines Fundstück zitieren, was Bankhaus-Rott geschrieben hat (Ja in der Eurodruckerei, da gibt’s so manche Leckerei. Klicken Sie ruhig ist sehr gut geschrieben!)

…Fallende Kurse sind gut für böse Menschen, steigende sind gut für gute Menschen. So einfach ist das also. Dumm nur, wenn jemand die Frage stellt, wie sich das bei Währungen verhält, z.B. beim EUR/USD…

Finanztransaktionssteuer
Die Finanztransaktionssteuer ist der große Aufmacher der Attac (Diese illusionorischen Weltverbesserer). Eigentlich war es mal nur so ein Gedankenexperiment von Herrn Tobin, der seine Idee aber im Nachhinein wohl eher abstrus hielt. Auf jedenfall kann sich Tobin nicht mehr zur Finanztransaktionssteuer äußern, weil er tot ist. Nach Meinung der ”Marktradikalen” sind Finanztransaktionssteuern Handelsbarrieren, und Handelsbarrieren sind Gift. Das zweite Gegenargument ist, dass eine Finanztransaktionssteuern die Transaktionskosten leicht erhöhen und somit knapp kalkulierte Arbitragegeschäfte unrentabel machen. Da diese Transaktionen dann entfallen sinkt das messbare Handelsvolumen/Marktliquidität, was tendenziell die messbare Volatilität/Marktpreisrisiko erhöht. Jedoch denke ich dass der FX-Markt noch als “liquide” gelten kann, wenn nur die Hälfte, ein Drittel, … des Handelsvolumen da ist. Ok, Instituten wie die Deutsche Bank würde es mit ihren Marktanteil von >20% am weltweiten Handel mit (redundanten) FX-Kontrakten garnicht gefallen (Sales runter, Vola rauf = SuperGAU). Abgesehen von den Interessen der Absatzchancen von Geschäftsbanken, brauchen Import/Export-Firmen maximal (redunanten) FX-Kontrakte um ihr Gaschäft zu hedgen – Und nicht das 10-fache. Warum es X-fach soviele (redundanten) FX-Kontrakte wie Import/Export/FDI selbst gibt, liegt eigentlich nur daran, weil Geschäftsbanken die geschriebenen FX-Kontrakte selbst wieder mit (redunanten) FX-Kontrakte bis zum Abwinken hedgen. Das ist dann auch das, was Bankenbosse damit meinen, wenn sie sich vor die Presse stellen und verlauten, dass mit einer Finanztransaktionssteuer alle diese schönen FX-Kontrakte dann nicht mehr billig sein werden – Und das sei dann super schlimm, gerade für die deutsche Exportwirtschaft (=Ein Panik-Button, wo jeder bitte schön anspringen solle).

Bankenabgabe
Die Bankenabgabe ist noch so ein Leck, wo sich Parasit Fiskus gerne drankletten würde. Erstens, kommen dabei nur Peanuts raus, was vielleicht reicht, um eine neue Hallo-X-Mrd-im-Bundestag-wie-sollen-wir-dich-ausgeben-Debatte anstoßen kann – Natürlich nur für voll sinnvolle Dinge, wie immer… haha … Zweitens, die Wirkung einer Bankenabgabe ist redundant! Es gibt nämlich schon Mittel wie die Mindestreservequote und Eigenkapitalanforderung an Banken im Besonderen. Andere “Wörter”, gleiche Wirkung. Aber Politiker sind einfach zu doof, um Folge-Ursache bzw. Kausalitäten zu erkennen (Ein anderes Wort, dann muss es ja auch etwas anderes sein). Es fehlt nur noch die EZB und Bundesbank, die endlich mal wahrnimmt, dass es ihre Aufgabe ist.

Wer bezahlt denn nun die Finanzkrise?
Das kann man am besten beantworten, wenn man sich fragt, wer (Geldansprüche) verloren hätte, wenn die Bundesregierung keine (Staats-)Banken gerettet bzw. (Geschäfts-)Banken verstaatlicht hätte. Antwort: Erstmal die Institutionellen. Folgefrage: Wer ist das? Oder besser: Für wen verwalten die das Geld? Antwort: Für Firmen bei denen Sie arbeiten, oder Ihnen gehören, Sie selbst in ihren dann schrottigen Vorsorgeprodukten, für mich, für eigentlich jeden Deppen in diesem Land. Zum großen Teil hätten also diejenigen verloren, die auch Steuern zahlen müssen, um z.B. die Staatsschulden zu bedienen. Sie sehen: Unter’m Strich hätten wir so oder so verloren.

Nun ist es soweit – Ich kann mich selbstbeweihräuchern… Am 24. Juni 2009 schrieb ich ins Update vom (meinen) Blogeintrag “Aktueller Spielstand – Wirtschaftsleistung und Schulden der BRD

Interessant ist natürlich dass der Schuldenstand für 2009 bei 1752,659 Mrd. schon liegt, im Gegensatz zu 1641,844 Mrd in 2008. Das sind schonmal rund 100 Mrd und ein paar Zerquetschte mehr wie vorher.

Da habe ich (am 24. Juni 2009) lediglich aus den bereits öffentlich zugänglichen Daten der ECB zitiert.

Gestern (der 31. März 2010) bin aufgrund von egghat’s Blogeintrag “D: Haushaltsdefizit 2009: 105,5 Mrd. Euro” auf die Pressemitteilung Nr.124 vom 31.03.2010 “Öffentliches Finanzierungsdefizit auf 105,5 Milliarden Euro gestiegen” des Deutschen Statistischen Bundesamt gestossen.

Ich wundere mich schon etwas, dass nach nun 9 Monaten das Statistische Bundesamt ihre eigenen Zahlen wiederfindet. Oder soll jetzt etwa so getan werden, dass die 100Mrd und ein paar Zerquetschte aus heiteren Himmel gefallen seien? Das ist ganz schön verlogene Pressearbeit beim Statistischen Bundesamt, weil jeder Dummkopf weiß (wissen sollte), dass man Zahlungsverpflichtungen aus Schulden ab des Zeitpunktes des Zahlungsversprechen ungefähr bewerten kann (Und besonders gut bei “AAA”-Schulden).

Hmm irgendetwas war doch in der Zwischenzeit. Achja es war “Wahlkampf”… Als ich zu jener Zeit die älteren etwas verblendeten “Dummköpfe” aus meiner Verwandschaft mit den 100 Mrd und ein paar Zerquetschten konfrontierte (im Juni 2009), wollten die es nicht wahrhaben und erzählten mir die tollsten verblendeten Wahlkampfparolen – Es wurde Kleingeredet was das Zeug hält – Vollkommen irrational (noch nicht mal eingeschränkt rational).

Für mich sieht die Sache so aus, dass es im Statistischen Bundesamt Leute gibt, die ganz genau wissen mit welchen Parteibuch sie ins Amt gekommen sind…

In Ländern mit alternder Bevölkerung wie Deutschland werden mehr und mehr Rentner-in-spe existieren die heute und in der Vergangenheit ihr Erspartes in diverse Produkte von Fondsgesellschaften gepumpt haben. Solche Fondsgesellschaften sind nicht unbedingt auf die üblich verdächtigen Anbieter von Publikumsfonds beschränkt. Wo werden denn die Betriebsrenten, Versicherungsbeiträge, usw reingepumpt? Am Ende landet es so oder so in Corporate Bonds/Mezz/Equity und Sovereign Bonds – Direkt (z.B. Bundesfinanzagentur, Aktien/Anleihen), oder indirekt (z.B. Publikumsfonds, Verbriefungen), oder noch indirekter (z.B. ETFs, Swaps). Eigentlich kann man Sovereign Bonds wegschmeißen, weil man nach Abzug der Inflation ca. auf 0 kommt (Außer vielleicht eben Griechenland & Co.; Außerdem sollte jeder der von Sovereigns als Anlage schwärmt aber gleichzeitig im Bund der Steuerzahler ist sich wegen Schizophrenie in Behandlung geben). Mit 0 wird wohl bei keinen Rentner-in-spe der Wohlfühl-Lebensabend wie erhofft. Und wenn dann erstmal das “in-spe” nach und nach zur Realität wird, dann schwenken die ganzen Vorsorge-Fonds von Thesaurisierung auf Auszahlung um. Ob diese Auszahlungen dann Zinsen oder Dividenden ist herzlich egal, denn Hauptsache die privaten Renten können gezahlt werden.

Wir kommen zu denn Punkt wo sich Firmen fragen sollten, wer von demographisschen Standpunkt aus finanzieren soll? Können Firmen in Zukunft den Ruf nach höheren Dividenden und Kupons folgen? Und gibt das ROA überhaupt her?

Die Politiker schickten sich mit ihren doofen Riestern und Rürupen an den Baum mit den goldenen Früchten gefunden zu haben, weil sie merkten, dass das Adenauer-Märchen rechnerisch nicht aufgeht. Jedoch ist nur das Problem verschoben wurden:
- Die Überalterung der Bevölkerung,
- Die Nicht-Undlichkeit des Wirtschaftswachstum

Ich will die Konsequenzen nicht beim Namen nennen (um hier nicht als Miesepeter im Internet zu stehen). Witzig wird es nicht… in dieser bösen “2030 Vision”.

Die deutschen Politiker sind wirklich gut im meckern:
- (Imaginäre) Spekulanten trieben Griechland in den Bankrott,
- die gierigen Banken geben den Unternehmen keine Kredite,
und so weiter.

Jedoch ist ein Hauptgrund warum Unternehmen und fast-junk-bond-like-naja Staaten wie Grieechenland ihre (existierenden) Schulden nicht refinanzieren können, dass (relativ gesehen) sicherere Investitionsmöglichkeiten von Staaten wie Deutschland verstärkt geschaffen wurden und werden: Durch die ausufernende Neuverschuldung. Letztes Jahr 80 Mrd Euros. Das ist schon mal das Doppelte wie wie vor garnicht alzu langer Zeit.

Natürlich ist der Deutsche Staatshaushalt nicht der einzige, der das Angebot dieser Investitionsmöglichkeiten erweitert bzw. hat, z.B. die Neuschulden der USA, Japan, und auch Frankreich um nur einige zu nennen, kommen mit dem deutschen Staatshaushalt auf eine ziemlich hohe astronomische Summe, und zwar per annum.

In der Fachsprache wird das Crowding-Out-Effekt genannt, d.h. Staaten erhöhen ihre Neuverschuldung, Investoren kaufen diese Staatsschulden, aber dafür nicht die Schulden von Unternehmen (Tarahh crowding-out). Gerade im Euroraum ist es so, dass die Zentralbank – ECB – nicht die Staatsschulden in ihre Bilanz nimmt, bzw. das auf garkeinen Fall will (Warum? Genauso funktioniert Inflation im engeren Sinne, und kann der Beginn einer Abwärtsspirale in die Hyperinflation sein, z.B. Argentinien). Also konkurrieren Staaten um eine Finanzierung durch Kapitalgeber auf Finanzmärkten, gegen andere Entities, z.B. Unternehmen und auch andere Staaten.

Ich finde es daher hochhgradig scheinheilig, einerseits zu erfahren mit welchen unverschämten Wunschvorstellungen die Bundesministerien sich für den nächsten Bundeshaushalt positionieren, und die “Jünger” ihrer Parteien gegen den Schlendrian anderer Staaten wettern, und mit den Finger auf Banken, Investoren und (imaginären) Spekulanten zeigen die Unternehmen nur unter härteren Auflagen Kredite gewähren wollen. Die härteren Auflagen für Kredite sind getrieben durch das Angebot von Investitionsmöglichkeiten, sie sind zum großen Teil getrieben durch die ausuferende Neuverschuldung der BRD.

Zusatz: Es macht auch keinen Sinn, dass die BRD riesen Fonds auflegt, die die BRD ja auch durch Kapitalgeber finanziert, die dann Unternehmen, Banken andere Staaten Kredite gewährt, die sie nicht von Kapitalgebern bekommen, weil die ja ihr Geld bereits den lustigen BRD-Fonds gegeben haben. Der neue geplante EWF macht daher nur Sinn, wenn es nicht eine reine Geldbeschaffungsmaßnahme ist, sondern vor allem den Zweck verfolgt, Staatshaushalte zu restrukturieren, und zwar radikal (was im Falle eines Fast-/Bankrotts garnicht anders geht).

So richte hier einen Countdown ein. Es kann am Ende gut, aber auch böse ausgehen – für die Volkswirtschaft, insb. in Europa hinsichtlich der Intensität, und hinsichtlich des Volumens für Nordamerika.

Lesehinweis: One Bite at a Time

“The Elephant is Large”

Der sovereign debt fraudster Griechenland hat diese Woche ganz schön den Euro in den Keller gezogen. Wir sind mittlerweile beim Greece/Germany Spread bei über 400 bp angelangt (d.h. die Differenz der Yields der 10-jährigen griechischen Staatsanleihe im Vergleich zur deutschen Staatsanleihe). Es ist vielleicht Zeit sich über Szenarien Gedanken zu machen.

Situation:

- Griechenland muss seine Staatsausgaben drosseln

- Griechenland fällt dies innenpolitisch sehr schwer (Siehe Riots, usw)

- Die anderen Euroländer wollen sich nicht erpressen lassen (d.h. Griechenland einen Bailout schenken).

- Die anderen Euroländer wollen den Euro nicht platzen lassen (d.h. Griechenland aus den Euro aussteigen lassen).

Euro vs Drachmen

- Griechenland wird mit dem Drachmen nur unter noch größeren Diskont sich Devisen beschaffen können (==> Spread würde richtig explodieren)

- Griechenland würde Gelddrucken (==> Hyperinflation, Alle Griechen verarmen)

- Mit Euros kann Griechenland sich nicht aus den Staatsschulden rausinflationieren.

==> Griechenland behält den Euro, weil es ein Eigeninteresse hat, aber nicht weil es die anderen Euroländer fiskalisch kratzen würde. Die Kaufkraft des Euros würde sich nicht ändern, nur weil Griechenland nicht seine Zinsen und Schulden tilgt.

Situation #2

- Kaum jemand will Griechenland Geld leihen

- Wenn jemand Griechenland Geld leiht, dann richtig teuer (Siehe Spreads)

- Griechenland wird das nicht bezahlen wollen

- Griechenland muss es aber bezahlen, um seine existierenden Schulden zu refinanzieren

- Darum will Griechenland einen niedrigeren Spread

==> Die Falle: Zu spät Griechenland!

Insolvenzfall #1 – Liquidation

- Kann sich ein Staat liquidieren? Jein!

- Nein, weil irgendetwas vom Staat übrig bleiben muss. Quasi das Backoffice…

- Ja, wenn es Assets hat. Sprich irgendetwas privatisieren kann.

Insolvenzfall #2 – Sanierung
Eine Staatspleite wird i.d.R. mit Hilfe des IMF als Kreditgeber abgewickelt. Das kann man mit dem Chapter 11 vergleichen.

- Griechenland muss einen Sanierungsplan für seinen Staatshaushalt vorlegen (unter Beratung des IMF)

- Der IMF vergibt quasi einen DIP-Loan an Griechenland, d.h. einen Sanierungskredit der am Sanierungsplan geknüpft ist und Super-Senior ist (==> Der drohende Super-Senior Status ist in diesem Fall mit ein Grund, warum Spreads auf die dann plötzlich untergeordneten Kredite anziehen).

- Griechenland ist dann zwar Debtor in Possession (DIP), aber wird sein “Possession” wie im Sanierungsplan angegeben privatisieren müssen bzw. einen Debt-for-Equity-Swap durchführen müssen (==> De Facto hat der DIP-Kredit-Geber das Sagen)

==> Innenpolitik: Die Griechen werden den IMF mehr hassen als Ihre Regierung.

==> Nachteil: Der IMF darf nicht Euroländer retten, weil sonst die ECB untergraben wird (Ist EU-Recht).

Insolvenzfall #3 – Bailout
Die anderen Euroländer räumen Griechenland eine üppige Kreditlinie ein mit schwammigen Bedingungen, wie unter Politikern üblich.

- Griechenland kann seine Neuverschuldung finanzieren, Zinsen tilgen und alte Schulden refinanzieren.

- Griechenland muss keine Einschnitte auf der Ausgabenseite vornehmen bzw. “so weiter machen wie bisher”

==> Innenpolitk: Die Bevölkerung wird “Konjunkturprogramme” fordern.

Fazit
Mit einer Sanierung a la IMF fährt Griechenland und die anderen Euroländer egentlich am besten. Die Griechen können alle Schlechtigkeiten auf den IMF zurückführen. Die Euroländer (die ja den IMF mitfinanzieren) brauchen sich auf keine innereuropäischen Blabla-Streitereien einlassen, die gar zu einer “anti-europäischen Stimmung” führen könnten. Problem ist, dass der IMF nicht Euroländer retten darf, weil dann die ECB ausgebootet wird, die darf aber widerum nach EU-Recht keine Extrawurst für einzelne Länder kochen ==> Ein Konstruktionsfehler des Euros?

Update #1 – Wie kann Berlin Griechenland helfen?
Per Überweisung sicherlich nicht. Aber angeenommen, was würde passieren, wie die BRD ankündigt (und es auch tatsächlich tut) und anstatt 60 Mrd (oder sonst wie viel) keine neuen Schulden aufnimmt, Nein, sogar noch mal ein paar Millarden vorzeitig tilgt? (Prepayment!) Dann werden sich einige Investoren nach neuen Anlagemöglichkeiten umsehen müssen, sodass dann auch Griechenland profitieren kann.
Aus einem anderen Blickwinkel kann man dem Monster-Spread von Griechenland auch etwas Gutes abgewinnen: Wird es anscheinend lukratkiver, renditereicher, risikoärmer wieder in Firmen zu investieren? Da floss im letzten Jahr trotz des ganzen Geschwafel über Kreditklemmen ziemlich viel über Schuldscheine rein.

Wer kontrolliert eigentlich die Krankenkassen? Ich weiß es nicht. Anscheinend niemand. Anders kann ich es mir nicht erklären, warum die operativen Kosten der Kassen in keinem Verhältnis zu den eigentlichen Ausgaben für Krankenkassenleistungen stehen.

Das absurdeste sind für mich die Kosten für Vertrieb/operatives Marketing. Da werden Luftballons verteilt, Werbung geschaltet, etc. Dafür werden Leute eingestellt, die man nicht braucht (=ABM). Das sind die überflüssigen Mehrkosten des geforderten “mehr Wettbewerb”.

Qualitätsmanagement ist noch so ein Ding, was nichts weiter als Bürokratie in neuer Verpackung ist. Hat sich einer bei den Krankenkassen überlegt welche Sinn die gesammelten Informationen haben. Ich bezweifel es. Also wird alles aufgezeichnet, sehr teuer ist.

Wir brauchen uns nichts vormachen. Die Krankenkassen kassieren nun ab, weil sie unwillig ihre Verwaltungen effizienter zu machen, deswegen viele überflüssige Angestellte akkumuliert hat, und lieber sich neue Scheinaufgaben ausdenkt um sich selbst zu beschäftigen. Danke dass ihr meine Beiträge verjubelt, ganz schlechtes strategisches Marketing.

So selber Schuld CDU/CSU/FDP. Wir haben alle gehofft, dass nun Politiker in die Regierung kommen, die elementare Grundrechenarten, wie Addition und Subtraktion, können. Mehr muss man im Rechnungswesen bzw. der Haushaltsführung nicht können. Aber irgendwie war das wohl nur so eine Hoffnung – Desperado!

Habe noch eine hübsche Homepage gefunden, wo eigentlich die meisten Infos zur Staatsverschuldung kurz und knapp angesprochen werden: http://www.staatsverschuldung.de

Auf S.69 des FDP-Wahlprogramm steht geschrieben:

…Als integraler Bestandteil der Außenpolitik und Instrument deutscher Werte- und Interessenpolitik gehören die Tätigkeitsfelder des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wieder in den Geschäftsbereich des Auswärtigen Amtes…

Kurz das Entwicklungsministerium kommt weg, und deren Ressorts gehen an das Außenministerium über. Diese Forderung finde ich garnicht so blöd. Aber warum wird dann Herr Niebel, also einer der Hauptschreiberlinge des FDP-Wahlprogramms, ausgerechnet Minister von dem Ministerium, dass die FDP abschaffen will?

Rick Bookstaber wurde am 05 November zum Senior Advisor der neuen Abteilung für “Risk, Strategy and Financial Innovation” der US-Finanzaufsicht, S.E.C., berufen . Die NY Times titelte dazu S.E.C. Appoints Hedge Fund Veteran as Adviser. Bookstaber hat für diverse Banken und Hedge Funds gearbeitet (z.B. Salomon Brothers, Morgan Stanley, Ziff Brothers, Moore Capital), in einschlägigen Fachzeitschriften publiziert, das Buch “A Demon of Our Own Design: Markets, Hedge Funds, and the Perils of Financial Innovation” (amazon link) geschrieben und bloggt regelmäßig (rick.bookstaber.com). Im Zusammenhang mit der Aufarbeitung der Finanzkrise ist insbesondere die Anhörung beim Subcommittee on Investigations & Oversight – The Risks of Financial Modeling: VaR and the Economic Meltdown (10 Sep 2009), wo Bookstaber und Nassim Taleb eine nette Diskussion führen, hervorzuheben (Meiner Meinung nach die beste Diskussion/Aufarbeitung der Finanzkrise bis dato). Man kann sagen, dass die SEC einen durchaus kompetenten Typen für die Aufgabe angeworben hat. Ketzerisch kann man fragen: Wird die Bafin oder Bundesbank jemals solche Leute anwerben können???

Ein gutes Interview vom Blog Schall-und-Rauch mit Konrad Hummler von der Wegelin Bank.

Die BRD hat als Ganzes enorme Schulden, und es gibt für die Schulden nur eine Rchtung: Up Up Up! und das Problem wird durch die zusätzlichen Zinsverpflichtungen nicht kleiner. Die Schuldenbremse wird nicht dazu führen das ein Finanzminister in Zukunft an Beliebtheit gewinnen wird: Es werden unbequeme, unpopuläre Entscheidungen auf der Staatsausgabenseiten zwangsläufig getroffen werden. Und hier kommt Wolfgang Schäuble ins Spiel.

(1) Wolfgang Schäuble ist nicht der beliebteste Politiker im großen Berliner Theater. Nein, ich würde sogar sagen, dass weite Teile der Bevölkerung diesen Mensch sogar hassen, auf ihn spucken oder mit Schuhen nach ihn werfen würden – Natürlich nur bildlich.
(2) Hinzu kommt, dass Schäuble bereits relativ alt ist und sich wohl keine Sorgen um seine Politiker-Karriere machen dürfte – Die hat er nämlich schon hinter sich.
(3) Wolfgang Schäuble hat dieses “dominante” und zwar jeden Kritiker in Grund und Boden zu reden – Ein Killer.

Das sind genau die Eigenschaften, die jemand mitbringen muss um (unvermeidbar) unpopuläre Entscheidungen auf seine Kappe zu laden, und gleichzeitig auch den potentiellen Imageschaden seiner Partei auf sich zu lenken.
(1) Schäuble ist bereits unpopulär.
(2) Schäuble ist keinem “Karriere-Risiko” ausgesetzt
(3) Schäuble ist durchsetzungsfähig/mächtig.

Man muss sich dann auch mal die Alternativen angucken, am Beispiel Guttenberg:
(1) Ein Guttenberg würde sich gnadenlos verheizen als Finanzminster.
(2) Seine Politiker-Karriere wäre wohl nach einer Legislaturperiode beendet,
(3) Politisch ist er noch ein “kleiner Junge”, der gegenüber ein Dutzend Minister “klein beigeben” würde.

Dieses beispielhafte Kontinuum sollte bereits verdeutlichen, was die Personalentscheidung “Schäuble” für Konsequenzen andeuten könnte: Schäuble ist der designierte Sündenbock für die Einschnitte bei Staatsausgaben… die kommen werden…

Und das letzte ist dann die Aussage dieses Blogeintrags:
- Die Wahlversprechen von CDU/CSU/FDP waren Lügen, abstruse Wunschvorstellungen dessen Unmöglichkeit A Priori bekannt waren.
- Die Koalition von CDU/CSU/FDP versucht bereits die Schalter so zu legen, dass ihre eigene Wählerklientel das Blamestorming auf wenige designierte Personen lenkt und nicht auf die Parteien selbst.

… so ist das, wenn immer Hurra schreit, wenn jemand schreit “im Himmel ist Jahrmarkt”. Die Deutschen haben die Katze im Sack gewählt, in der Hoffnung dass Probleme verschwinden indem man die Augen zumacht…

Unsere neue Koalitation aus CDU/CSU/FDP kam nun zu der grandiosen Erkenntnis, dass die Bund/Länder/Kommunen ein einzig riesiges Haushaltsloch sind. WOWWW!!! Nun sind Ideen gefragt, wie man die “Schuldenbremsen” umgehen kann. Kein Problem: Außerbilanziell heist die Lösung! Solche Konstrukte haben sich schon in Form “Kommunaler Zweckgesellschaften” bei Städten und Gemeinden, oder “Special Purpose Vehicle” diverser Landesbanken und Privatbanken in Irland bewährt. Ganz super kreativ, liebe CDU/CSU/FDP!

Ich hoffe, dass den Politiker bewusst ist, dass der Schuldenstand der BRD sich nicht NUR aus den Schulden zusammensetzt, die sich das Finanzministerium offiziell in den Bundeshaushalt reinschreibt, sondern aus der Summe alle emittierten Schuldtitel, die von Bund, Länder, Kommunen inklusive Rechtskonstrukte die vornehmlich eine der drei gehört. Aber keine Sorge. Ob Destatis, BMF oder sonst wer, wird schon die zahlen so sinnlos-definieren, dass die Zahlen wieder passen.

Wie soll ich den Politiker den nennen?
- Enron-Politiker
- Hedge-Funds-Politiker
- Hütchenspieler-Politiker
- …
oder ist das doppelt gemoppelt, und soll ich es einfach bei “Politiker” belassen.

… Fortsetzung der Serie “Dollar Absturz“…

Der Standard titelte Iran ersetzt Dollar durch Euro, der iranische englisch-sprachige Staatssender ebenfalls Iran replaces Dollar with Euro in FX, bei Reuters hört sich das so an Iran shifts to euro from dlr in calculating fund value, oder bei Bloomberg Iran Aims to Shift Forex Reserves From Dollar to Euro. In den deutschen Mainstream-Medien (z.B. Spiegel, Handellsblatt, usw) existiert dieses Thema nicht (Die beschäftigen sich lieber mit alltäglichen Atom-Drohungen und rethorischen Klogriffe des Diktator Ahmadinedschad). Ja gut Handelsboykott gegen Iran ist da schon näher dran am Thema: Warum sollte man US Dollar haben wollen, wenn man sich davon eh nicts kaufen “darf”? Egal, Iran preist nun in EUROs und nicht mehr in USD. Das ist gefährlich,… für die USA! Das riecht nach Krieg!!!. Dazu ein älterer Artikel vom 27 Okt 2007 “The Real Reasons Why Iran is the Next Target:The Emerging Euro-denominated International Oil Marker“, den ich mal eben gefunden habe.

Der Propaganda-Trick läuft ganz einfach: Rede über einen mittelfristigen Zeitraum der Bevölkerung ein, dass der Iran gefährlich ist (Atombomben) und total irre Terroristen (Antisemitismus) sind. Das erzeugt dann dieses “Saddam Raus”-Gefühl, eine Legitimation um andere Staaten in die Steinzeit zu bomben. Nichtzuletzt brauchen ja selbst die Soldaten, die als Kanonenfutter in Kriege geschickt werden, eine Art moralischen Grund, z.B. sie würde für Freiheit oder sowas kämpfen – Da kann man nicht einfach sagen: Hey Jungs wir bomben da alles dicht, ihr geht da vielleicht drauf, damit wir Fat Cats ordentlich Öl-Millarden scheffeln können – Da braucht man eine Herzblut-Tränen-Weichklopf-Story…

Es darf nur niemand bemerken, v.a. nicht die breite Bevölkerungen der Bündnisstaaten (z.B. NATO-Länder), dass unser kranker American Colossus von eigenen binnenwirtschaftlichen, innenpolitischen Problemen ablenken will, oder gar seine “offiziell nicht-existierende” Machtstellung als Weltherrscher erhalten will. Dazu noch ein allgemeiner Artikel zur kranken US-Wirtschaft: Finanzpolitische Hintergründe der aktuellen Geopolitik.

Gestern habe ich ZDF geguckt, und da lief “Trittin vs Westerwelle” (grün, gelb), wo ich doch den krassen Niveauunterschied im direkten Vergleich zu dem oberflächlichen Geplätscher von “Merkel vs Steinmeier” (schwarz, rot) hörte.

Eben lief auf dem ZDF “Wagenknecht vs Niebel” (rosa, gelb). Mir ist vor allem eines aufgefallen, dass was mir vor vielen Jahren bei der SPD nicht gefiel – Dieses Herumargumentieren und Herumdoktorn an SYMPTOMEN – bei der Frau Wagenknecht in sehr starker Art und Weise zu Tage trat. Ich finde das ja schön, dass es Leute wie die Wagenknecht gibt, die Symptome erkennen (und nicht abgehoben vom hohen Ross runter gucken). Aber wirklich nicht: Probleme werden nicht gelöst indem das Gegenteil eines unerfreulichen Symptoms in ein Gesetz schreibt (Man schießt keine Rakete in das Weltall, indem man die Gravitation beschimpft und befielt sie solle sich umkehren).

Das ist der “Videobeweis”, dass dieser “skrupellose Demonstrant” lediglich “aus Versehen in Hand” des Polizisten lief…

Kann es sein, der Demonstrant (blaues Shirt) lediglich irgendwelche Angaben notieren wollte (der braunhaarige Polizist ist verduzt) und irgendeiner der Polizisten dann auf ihn ohne wirklich ersichtlichen hinter den Demonstranten herlief (der Blonde etwas kräftigere) und den Demonstranten dann festhielt, und ein anderer Polizist (auch blond etwas dünner; mit der Nr 2212) dann dem Domonstranten volles Pfund, mehrmals in die Fresse haute?

Das erinnert mich an ein Dorfkicker-Fussballspiel, wo ein Spieler dem Schiedsrichter in einer Spielunterbrechung eine Backpfeife gab. Da ich selbst zu jener Zeit Schiedsrichter war, meldete ich mich als Zeuge. Vor dem Sportgericht sagte dann der Spieler: “Der Schiedsrichter ist mir in die Hand gelaufen, es war ein Versehen”. Ich glaube es kam eine vierstellige Strafsumme und eine mehrmonatige Sperre heraus, was ganz schön ordentlich für ein Dorfkicker-Verein ist.

Ich würde dem Demonstranten (blaues Shirt) empfehlen eine Strafanzeige gegen einen unbekannten Polizisten (mit der Nr. 2212) zu erstatten. Auf dem Video ist sehr eindeutig zu erkennen welcher Polizist dem Demonstranten mehrmals in das Gesicht schlug.

Ich würde ebenfalls gegen den blonden kräftigere Polizisten (der den Demonstranten einfing) obwohl der Demonstrant lediglich der Aufforderung folgte wegzugehen eine Strafanzeige stellen, wegen Beihilfe zu einer Straftat. Dies ist dann natürlich anhängig, falls dem blonde dünnere Polizist (Nr. 2212) die Strafttat nachgewiesen wird und verurteilt wird. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der blonde dünnere Polizist (Nr. 2212) sich auf eine Affekthandlung berufen kann (Dies würde generell die Tauglichkeit von Nr 2212 für den Polizeidienst in Frage stellen hinsichtlich der Fähigkeit Stituationen rasch zu beurteilen).

Update
Woooowww. Hier wurde entwackelt. Da sieht man warum der junge Herr, dessen Kumpel wohl die Videokamera draufhielt so eine blutige Nase aufeinmal hatte – Der stand in der “Schlagbahn”. Ich dem jungen Herren im dunklen Shirt ebenfalls empfehlen gegen den Polizeibeamten mit der Nr. 2212 Anzeige zu erstatten.

Bei Youtube weiß man ja nie… Also hier ein ganz bestimmt stabilerer Link auf http://media.ccc.de/ftp/events/freiheit_statt_angst_demo_Sep2009/20090912-polizeieinsatz.mp4

Es ist so schön zu sehen wie dumm, oder auch gekauft, die Medien a la FAZ darüber berichten wie die Irlander mit dem abstrusen Konjunktur-Argument erpresst werden sollen. Es ist immer nur von “Wir”, also allen anderen Europäern zu hören. Die Bundesregierung hat auch allen Grund dafür schon die Klappe zu halten und sich medial zu verstecken, da Köhler und Bundesverfassungsgericht noch abwarten bis sie entweder die Bombe platzen lassen oder das Grundgesetz in die Mülltonne treten.

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