Soweit ich das sehe stehen die Gründungen der “Bad Banks” FMS Wertmanagement (HRE) und Ersten Abwicklungsanstalt (WestLB) auf tönernden Füßen, weil die zwingend erforderliche Neubewertung der Vermögensgegenstände nicht durchgeführt wurde. Daher haben Soffin & Co die Tür ganz weit aufgerissen für eine Rückabwicklung dieser beiden Deals. Jetzt muss sich nur noch jemand finden der sich da durchklagt.
Steuern
8. Oktober 2010
Die Bad-Bank-Deals sind nichtig
Posted by nigecus under Staatsbanking, Steuern | Tags: Bad Bank, Ersten Abwicklungsanstalt, FMS Wertmanagement, HRE, Soffin, WestLB |Leave a Comment
16. Mai 2010
Finanztransaktionssteuern vs Bankenabgabe
Posted by nigecus under Banken, Devisen, Staat, Steuern | Tags: Bankenabgabe, Finanztransaktionsteuer |[3] Comments
Finanztransaktionssteuer
Die Finanztransaktionssteuer ist der große Aufmacher der Attac (Diese illusionorischen Weltverbesserer). Eigentlich war es mal nur so ein Gedankenexperiment von Herrn Tobin, der seine Idee aber im Nachhinein wohl eher abstrus hielt. Auf jedenfall kann sich Tobin nicht mehr zur Finanztransaktionssteuer äußern, weil er tot ist. Nach Meinung der ”Marktradikalen” sind Finanztransaktionssteuern Handelsbarrieren, und Handelsbarrieren sind Gift. Das zweite Gegenargument ist, dass eine Finanztransaktionssteuern die Transaktionskosten leicht erhöhen und somit knapp kalkulierte Arbitragegeschäfte unrentabel machen. Da diese Transaktionen dann entfallen sinkt das messbare Handelsvolumen/Marktliquidität, was tendenziell die messbare Volatilität/Marktpreisrisiko erhöht. Jedoch denke ich dass der FX-Markt noch als “liquide” gelten kann, wenn nur die Hälfte, ein Drittel, … des Handelsvolumen da ist. Ok, Instituten wie die Deutsche Bank würde es mit ihren Marktanteil von >20% am weltweiten Handel mit (redundanten) FX-Kontrakten garnicht gefallen (Sales runter, Vola rauf = SuperGAU). Abgesehen von den Interessen der Absatzchancen von Geschäftsbanken, brauchen Import/Export-Firmen maximal (redunanten) FX-Kontrakte um ihr Gaschäft zu hedgen – Und nicht das 10-fache. Warum es X-fach soviele (redundanten) FX-Kontrakte wie Import/Export/FDI selbst gibt, liegt eigentlich nur daran, weil Geschäftsbanken die geschriebenen FX-Kontrakte selbst wieder mit (redunanten) FX-Kontrakte bis zum Abwinken hedgen. Das ist dann auch das, was Bankenbosse damit meinen, wenn sie sich vor die Presse stellen und verlauten, dass mit einer Finanztransaktionssteuer alle diese schönen FX-Kontrakte dann nicht mehr billig sein werden – Und das sei dann super schlimm, gerade für die deutsche Exportwirtschaft (=Ein Panik-Button, wo jeder bitte schön anspringen solle).
Bankenabgabe
Die Bankenabgabe ist noch so ein Leck, wo sich Parasit Fiskus gerne drankletten würde. Erstens, kommen dabei nur Peanuts raus, was vielleicht reicht, um eine neue Hallo-X-Mrd-im-Bundestag-wie-sollen-wir-dich-ausgeben-Debatte anstoßen kann – Natürlich nur für voll sinnvolle Dinge, wie immer… haha … Zweitens, die Wirkung einer Bankenabgabe ist redundant! Es gibt nämlich schon Mittel wie die Mindestreservequote und Eigenkapitalanforderung an Banken im Besonderen. Andere “Wörter”, gleiche Wirkung. Aber Politiker sind einfach zu doof, um Folge-Ursache bzw. Kausalitäten zu erkennen (Ein anderes Wort, dann muss es ja auch etwas anderes sein). Es fehlt nur noch die EZB und Bundesbank, die endlich mal wahrnimmt, dass es ihre Aufgabe ist.
Wer bezahlt denn nun die Finanzkrise?
Das kann man am besten beantworten, wenn man sich fragt, wer (Geldansprüche) verloren hätte, wenn die Bundesregierung keine (Staats-)Banken gerettet bzw. (Geschäfts-)Banken verstaatlicht hätte. Antwort: Erstmal die Institutionellen. Folgefrage: Wer ist das? Oder besser: Für wen verwalten die das Geld? Antwort: Für Firmen bei denen Sie arbeiten, oder Ihnen gehören, Sie selbst in ihren dann schrottigen Vorsorgeprodukten, für mich, für eigentlich jeden Deppen in diesem Land. Zum großen Teil hätten also diejenigen verloren, die auch Steuern zahlen müssen, um z.B. die Staatsschulden zu bedienen. Sie sehen: Unter’m Strich hätten wir so oder so verloren.
26. März 2010
Warum Dividenden in Zukunft immer wichtiger werden
Posted by nigecus under Finanz, Gesellschaft, Politik, Staat, Steuern, Unternehmen, Volkswirtschaft | Tags: ALM, Überalterung, Demographie, Dividende, Kupons, Renditeerwartung, Rente, ROA, Strategie, Vision |[3] Comments
In Ländern mit alternder Bevölkerung wie Deutschland werden mehr und mehr Rentner-in-spe existieren die heute und in der Vergangenheit ihr Erspartes in diverse Produkte von Fondsgesellschaften gepumpt haben. Solche Fondsgesellschaften sind nicht unbedingt auf die üblich verdächtigen Anbieter von Publikumsfonds beschränkt. Wo werden denn die Betriebsrenten, Versicherungsbeiträge, usw reingepumpt? Am Ende landet es so oder so in Corporate Bonds/Mezz/Equity und Sovereign Bonds – Direkt (z.B. Bundesfinanzagentur, Aktien/Anleihen), oder indirekt (z.B. Publikumsfonds, Verbriefungen), oder noch indirekter (z.B. ETFs, Swaps). Eigentlich kann man Sovereign Bonds wegschmeißen, weil man nach Abzug der Inflation ca. auf 0 kommt (Außer vielleicht eben Griechenland & Co.; Außerdem sollte jeder der von Sovereigns als Anlage schwärmt aber gleichzeitig im Bund der Steuerzahler ist sich wegen Schizophrenie in Behandlung geben). Mit 0 wird wohl bei keinen Rentner-in-spe der Wohlfühl-Lebensabend wie erhofft. Und wenn dann erstmal das “in-spe” nach und nach zur Realität wird, dann schwenken die ganzen Vorsorge-Fonds von Thesaurisierung auf Auszahlung um. Ob diese Auszahlungen dann Zinsen oder Dividenden ist herzlich egal, denn Hauptsache die privaten Renten können gezahlt werden.
Wir kommen zu denn Punkt wo sich Firmen fragen sollten, wer von demographisschen Standpunkt aus finanzieren soll? Können Firmen in Zukunft den Ruf nach höheren Dividenden und Kupons folgen? Und gibt das ROA überhaupt her?
Die Politiker schickten sich mit ihren doofen Riestern und Rürupen an den Baum mit den goldenen Früchten gefunden zu haben, weil sie merkten, dass das Adenauer-Märchen rechnerisch nicht aufgeht. Jedoch ist nur das Problem verschoben wurden:
- Die Überalterung der Bevölkerung,
- Die Nicht-Undlichkeit des Wirtschaftswachstum
Ich will die Konsequenzen nicht beim Namen nennen (um hier nicht als Miesepeter im Internet zu stehen). Witzig wird es nicht… in dieser bösen “2030 Vision”.
5. Februar 2010
Noch 1000 Tage….
Posted by nigecus under 10^11, Automobil, Banken, Computer, Devisen, Energie, Finanz, Gesellschaft, Medien, Organisation, Politik, Software, Soziologie, Staat, Staatsbanking, Steuern, Technik, Trading, Transport, Umwelt, Unternehmen, Volkswirtschaft, Wirtschaft | Tags: Countdown, Zeitplanung |1 Comment
So richte hier einen Countdown ein. Es kann am Ende gut, aber auch böse ausgehen – für die Volkswirtschaft, insb. in Europa hinsichtlich der Intensität, und hinsichtlich des Volumens für Nordamerika.
Lesehinweis: One Bite at a Time
“The Elephant is Large”
3. Februar 2010
Ob ich Mitleid mit Steuerbetrüger habe?
Posted by nigecus under 10^6, 10^8, Steuern | Tags: Steuerbetrug |[2] Comments
Die Debatte ob sich eine Regierung zum Hehler macht wenn sie Steuerbetrüger überführen will ist schon so ein Ding. Klar Datenschutz, Bankgeheimnis, Schrottsteuersystem und so weiter, Stimmt ja auch.
Datenschutz. Das gehört zu einer Demokratie dazu, dass der Staat nicht alles über seine Bürger wissen muss, um dies für “sonstige Zwecke” zu missbrauchen oder dies auch anzudrohen. Wir leben weder in Nazi-Deutschland noch in der DDR.
Das Bankgeheimnis geht natürlich damit einher, dass ein Bürger auch brav ehrlich seine Steuern zahlt – Egal ob er das Steuersystem gut oder schlecht findet. Das nehmen die meisten Menschen aus den gewissen Alpenrepubliken als selbstverständlich an. Aber tun das auch die deutschen Kunden?
Ja unser Steuersystem ist genauso bescheiden wie unsere Politiker. Jedoch legitimiert das nicht eine Art Selbstjustiz seine Steuern nicht zu zahlen – Das ist ein falsches Ungerechtigsgefühl, liebe Steuerbetrüger.
Nur diejenigen die kaufmännisch zu doof sind haben es nötig den Fiskus zu bescheißen.
28. Januar 2010
Griechenland – Was kommt nun?
Posted by nigecus under 10^10, 10^11, Devisen, Staat, Staatsbanking, Steuern, Volkswirtschaft | Tags: Ausgaben, Bailout, Debt-for-Equity-Swap, Debtor in Possession, DIP, Drachmen, Euro, Griechenland, Haushalt, IMF, Insolvenz, IWF, Neuverschuldung, Privatisierung, Sanierung, Sanierungskredit, Schulden, Staatsbankrott, Staatspleite, Zinsen |[9] Comments
Der sovereign debt fraudster Griechenland hat diese Woche ganz schön den Euro in den Keller gezogen. Wir sind mittlerweile beim Greece/Germany Spread bei über 400 bp angelangt (d.h. die Differenz der Yields der 10-jährigen griechischen Staatsanleihe im Vergleich zur deutschen Staatsanleihe). Es ist vielleicht Zeit sich über Szenarien Gedanken zu machen.
Situation:
- Griechenland muss seine Staatsausgaben drosseln
- Griechenland fällt dies innenpolitisch sehr schwer (Siehe Riots, usw)
- Die anderen Euroländer wollen sich nicht erpressen lassen (d.h. Griechenland einen Bailout schenken).
- Die anderen Euroländer wollen den Euro nicht platzen lassen (d.h. Griechenland aus den Euro aussteigen lassen).
Euro vs Drachmen
- Griechenland wird mit dem Drachmen nur unter noch größeren Diskont sich Devisen beschaffen können (==> Spread würde richtig explodieren)
- Griechenland würde Gelddrucken (==> Hyperinflation, Alle Griechen verarmen)
- Mit Euros kann Griechenland sich nicht aus den Staatsschulden rausinflationieren.
==> Griechenland behält den Euro, weil es ein Eigeninteresse hat, aber nicht weil es die anderen Euroländer fiskalisch kratzen würde. Die Kaufkraft des Euros würde sich nicht ändern, nur weil Griechenland nicht seine Zinsen und Schulden tilgt.
Situation #2
- Kaum jemand will Griechenland Geld leihen
- Wenn jemand Griechenland Geld leiht, dann richtig teuer (Siehe Spreads)
- Griechenland wird das nicht bezahlen wollen
- Griechenland muss es aber bezahlen, um seine existierenden Schulden zu refinanzieren
- Darum will Griechenland einen niedrigeren Spread
==> Die Falle: Zu spät Griechenland!
Insolvenzfall #1 – Liquidation
- Kann sich ein Staat liquidieren? Jein!
- Nein, weil irgendetwas vom Staat übrig bleiben muss. Quasi das Backoffice…
- Ja, wenn es Assets hat. Sprich irgendetwas privatisieren kann.
Insolvenzfall #2 – Sanierung
Eine Staatspleite wird i.d.R. mit Hilfe des IMF als Kreditgeber abgewickelt. Das kann man mit dem Chapter 11 vergleichen.
- Griechenland muss einen Sanierungsplan für seinen Staatshaushalt vorlegen (unter Beratung des IMF)
- Der IMF vergibt quasi einen DIP-Loan an Griechenland, d.h. einen Sanierungskredit der am Sanierungsplan geknüpft ist und Super-Senior ist (==> Der drohende Super-Senior Status ist in diesem Fall mit ein Grund, warum Spreads auf die dann plötzlich untergeordneten Kredite anziehen).
- Griechenland ist dann zwar Debtor in Possession (DIP), aber wird sein “Possession” wie im Sanierungsplan angegeben privatisieren müssen bzw. einen Debt-for-Equity-Swap durchführen müssen (==> De Facto hat der DIP-Kredit-Geber das Sagen)
==> Innenpolitik: Die Griechen werden den IMF mehr hassen als Ihre Regierung.
==> Nachteil: Der IMF darf nicht Euroländer retten, weil sonst die ECB untergraben wird (Ist EU-Recht).
Insolvenzfall #3 – Bailout
Die anderen Euroländer räumen Griechenland eine üppige Kreditlinie ein mit schwammigen Bedingungen, wie unter Politikern üblich.
- Griechenland kann seine Neuverschuldung finanzieren, Zinsen tilgen und alte Schulden refinanzieren.
- Griechenland muss keine Einschnitte auf der Ausgabenseite vornehmen bzw. “so weiter machen wie bisher”
==> Innenpolitk: Die Bevölkerung wird “Konjunkturprogramme” fordern.
Fazit
Mit einer Sanierung a la IMF fährt Griechenland und die anderen Euroländer egentlich am besten. Die Griechen können alle Schlechtigkeiten auf den IMF zurückführen. Die Euroländer (die ja den IMF mitfinanzieren) brauchen sich auf keine innereuropäischen Blabla-Streitereien einlassen, die gar zu einer “anti-europäischen Stimmung” führen könnten. Problem ist, dass der IMF nicht Euroländer retten darf, weil dann die ECB ausgebootet wird, die darf aber widerum nach EU-Recht keine Extrawurst für einzelne Länder kochen ==> Ein Konstruktionsfehler des Euros?
Update #1 – Wie kann Berlin Griechenland helfen?
Per Überweisung sicherlich nicht. Aber angeenommen, was würde passieren, wie die BRD ankündigt (und es auch tatsächlich tut) und anstatt 60 Mrd (oder sonst wie viel) keine neuen Schulden aufnimmt, Nein, sogar noch mal ein paar Millarden vorzeitig tilgt? (Prepayment!) Dann werden sich einige Investoren nach neuen Anlagemöglichkeiten umsehen müssen, sodass dann auch Griechenland profitieren kann.
Aus einem anderen Blickwinkel kann man dem Monster-Spread von Griechenland auch etwas Gutes abgewinnen: Wird es anscheinend lukratkiver, renditereicher, risikoärmer wieder in Firmen zu investieren? Da floss im letzten Jahr trotz des ganzen Geschwafel über Kreditklemmen ziemlich viel über Schuldscheine rein.
13. November 2009
Vor der Wahl ist nach der Wahl #2 – Steuernsenken auf Pump
Posted by nigecus under 10^10, Politik, Staat, Staatsbanking, Steuern | Tags: CDU, FDP, Fiskalpolitik, Haushalt, Merkel, Staatshaushalt, Staatsschulden, Steuern, Westerwelle |Leave a Comment
So selber Schuld CDU/CSU/FDP. Wir haben alle gehofft, dass nun Politiker in die Regierung kommen, die elementare Grundrechenarten, wie Addition und Subtraktion, können. Mehr muss man im Rechnungswesen bzw. der Haushaltsführung nicht können. Aber irgendwie war das wohl nur so eine Hoffnung – Desperado!
Habe noch eine hübsche Homepage gefunden, wo eigentlich die meisten Infos zur Staatsverschuldung kurz und knapp angesprochen werden: http://www.staatsverschuldung.de
31. Oktober 2009
Die Schäuble-als-Finanzminister-Vermutung
Posted by nigecus under Politik, Staat, Staatsbanking, Steuern | Tags: Finanzminister, Schäuble, Staatshaushalt, Staatsschulden |Leave a Comment
Die BRD hat als Ganzes enorme Schulden, und es gibt für die Schulden nur eine Rchtung: Up Up Up! und das Problem wird durch die zusätzlichen Zinsverpflichtungen nicht kleiner. Die Schuldenbremse wird nicht dazu führen das ein Finanzminister in Zukunft an Beliebtheit gewinnen wird: Es werden unbequeme, unpopuläre Entscheidungen auf der Staatsausgabenseiten zwangsläufig getroffen werden. Und hier kommt Wolfgang Schäuble ins Spiel.
(1) Wolfgang Schäuble ist nicht der beliebteste Politiker im großen Berliner Theater. Nein, ich würde sogar sagen, dass weite Teile der Bevölkerung diesen Mensch sogar hassen, auf ihn spucken oder mit Schuhen nach ihn werfen würden – Natürlich nur bildlich.
(2) Hinzu kommt, dass Schäuble bereits relativ alt ist und sich wohl keine Sorgen um seine Politiker-Karriere machen dürfte – Die hat er nämlich schon hinter sich.
(3) Wolfgang Schäuble hat dieses “dominante” und zwar jeden Kritiker in Grund und Boden zu reden – Ein Killer.
Das sind genau die Eigenschaften, die jemand mitbringen muss um (unvermeidbar) unpopuläre Entscheidungen auf seine Kappe zu laden, und gleichzeitig auch den potentiellen Imageschaden seiner Partei auf sich zu lenken.
(1) Schäuble ist bereits unpopulär.
(2) Schäuble ist keinem “Karriere-Risiko” ausgesetzt
(3) Schäuble ist durchsetzungsfähig/mächtig.
Man muss sich dann auch mal die Alternativen angucken, am Beispiel Guttenberg:
(1) Ein Guttenberg würde sich gnadenlos verheizen als Finanzminster.
(2) Seine Politiker-Karriere wäre wohl nach einer Legislaturperiode beendet,
(3) Politisch ist er noch ein “kleiner Junge”, der gegenüber ein Dutzend Minister “klein beigeben” würde.
Dieses beispielhafte Kontinuum sollte bereits verdeutlichen, was die Personalentscheidung “Schäuble” für Konsequenzen andeuten könnte: Schäuble ist der designierte Sündenbock für die Einschnitte bei Staatsausgaben… die kommen werden…
Und das letzte ist dann die Aussage dieses Blogeintrags:
- Die Wahlversprechen von CDU/CSU/FDP waren Lügen, abstruse Wunschvorstellungen dessen Unmöglichkeit A Priori bekannt waren.
- Die Koalition von CDU/CSU/FDP versucht bereits die Schalter so zu legen, dass ihre eigene Wählerklientel das Blamestorming auf wenige designierte Personen lenkt und nicht auf die Parteien selbst.
… so ist das, wenn immer Hurra schreit, wenn jemand schreit “im Himmel ist Jahrmarkt”. Die Deutschen haben die Katze im Sack gewählt, in der Hoffnung dass Probleme verschwinden indem man die Augen zumacht…
14. September 2009
Wagenknecht vs Niebel
Posted by nigecus under Politik, Staat, Staatsbanking, Steuern | Tags: FDP, LINKE, Niebel, Wagenknecht |Leave a Comment
Gestern habe ich ZDF geguckt, und da lief “Trittin vs Westerwelle” (grün, gelb), wo ich doch den krassen Niveauunterschied im direkten Vergleich zu dem oberflächlichen Geplätscher von “Merkel vs Steinmeier” (schwarz, rot) hörte.
Eben lief auf dem ZDF “Wagenknecht vs Niebel” (rosa, gelb). Mir ist vor allem eines aufgefallen, dass was mir vor vielen Jahren bei der SPD nicht gefiel – Dieses Herumargumentieren und Herumdoktorn an SYMPTOMEN – bei der Frau Wagenknecht in sehr starker Art und Weise zu Tage trat. Ich finde das ja schön, dass es Leute wie die Wagenknecht gibt, die Symptome erkennen (und nicht abgehoben vom hohen Ross runter gucken). Aber wirklich nicht: Probleme werden nicht gelöst indem das Gegenteil eines unerfreulichen Symptoms in ein Gesetz schreibt (Man schießt keine Rakete in das Weltall, indem man die Gravitation beschimpft und befielt sie solle sich umkehren).
2. September 2009
Vorab es sind da ein paar Begriffsfehler drin weil fachlich für mich Steuerrecht etwas von einem ganz ganz weiten Stern ist. Ein Kumpel (ein Hüter des Steuerrechts gegenüber dem Staat) hat mir dann nochmal ausdrücklich gesagt das die ganz große Umverteilung, Geschenkerei, Subvention, usw in der Spanne zwischen Brutto und zu versteuernden Einkommen stattfindet (Hier kommen die “Steueroptimierer” ins Spiel). Genau das habe ich in der ersten Version dieses Blogeintrags fälschlicherweise gleichgesetzt, sodass ggf in den Grafiken das Wort “Bruttoeinkommen” durch “zu versteuernden Einkommen” zu ersetzen ist (Das ist dieses Verspiel wie bei der Handels- vs Steuerbilanz). Da kommt es immer darauf an zu welcher Klientel mit welchen eingebauten systematischen und legislaturabhängigen Geschenkeempfangsgerät man gehört, wenn man konkret wissen will was “Netto” nun Sache ist. Ich mache es mir bequem weil ich die ganzen unstetigen staatlichen Tradeoffs garnicht erst angucke (“Flickenschusterei”).
Das würde ein bißchen den Rahmen der folgenden Ausführungen sprengen und wäre an dieser Stelle des Entwicklungsprozess nicht wichtig (Flickenteppich zurecht basteln geht immer noch).
STEUERMODELLCHEN
In der folgenden Grafik ist der Anstieg des Steuerbetrags je 100 Euro Steigerung der zu verteuernden Einkommen (im folgenden kurz: ZVE) nach EStG 32a aufgemalt. Der rote etwas zackige Verlauf kommt durch das Runden auf Euros, was ich aber nachfolgend weglassen werde.
Im vorangegangenen Blogeintrag habe ich ein anderes Modell angedeutet. Wenn man darin nun anstatt 3, 4 oder 5 Tarifklassen ganz viele Tarifklassen nimmt, z.B. 10000 Klassen, dann kommt das folgende dabei raus (Annahme: Ab 6000 Euros steigt der Steuertarif linear von 10% auf 50% bis 60000 Euros! Aber Achtung nicht wie in EStF 32a, sondern wie hier).
Nun modifiziere mein Steuermodellchen ein bisschen (folgendes Bildchen; ich ergänze die Formel später irgendwann noch).

In obigen Grafiken wurde ein absoluter Anstieg des ZVE angenommen (100 Euros). Nun wird das ganze prozentual betrachtet (hier +1%). Die folgende Grafik zeigt wieviel vom ZVE-Anstieg übrig bleibt. Der blaue Verlauf ist das aktuelle EStG 32a. Die rote Linie ist neue Steuermodellchen (siehe Grafik vorher).
Beim EStG 32a gibt es 2 1/2komische Dips. Der erste Dip ist, wenn man plötzlich diese 7xxx Euros überschreitet und plötzlich Steuern blechen soll. Richtig hoffungslos wird es wenn das Gehalt dann in Richtung Dip 12xxx ansteigt. Kein Wunder dass es so viel Schwarzarbeit gibt (Das ist ein generelles Problem beim Eintritt in den Steuerbereich, den ich auch nicht lösen kann). Wenn man dann in Richtung 2xxx ZVE pro Monat geht lohnen sich diese ZVE-steigerungen wieder. Aber danach wird man bis zum Dip bei 5xxxx Euros nicht wirklich glücklich – Da greift sich der Staat ordentlich und immer mehr von ZVE-steigergungen ab. Darüber hinaus bekommt wieder mehr von den ZVE-steigerungen ab, was dann sofort Neider auf den Plan wirft die vermeidlich “Reiche” besteuern wollen.
Beim neuen Steuermodellvorschlag (rote Linie) werden diese Effekte abgemildert. Selbst wenn ich die rote Linie auf das 8×10^3 runterziehe, wird diese extremen Dips wie in EStG weniger. Wenn nun aus der steuerfreien Zone rauskommt, lohnt sich jede ZVE-steigerung sofort. Und dieser Effekt dass mit steigenden “Mittelschichts”einkommen der Staat sich stärker (parasitär) an ZVE-steigerungen bedient wird kaum noch wahrnehmbar.
AUSBLICK
- Ok, eine Sache habe ich noch nicht betrachtet: Kann der Staat damit überhaupt genug Steuergeld zusammen sammeln? Das weiß ich nicht, könnte es aber ausrechen. Dafür bräuchte ich den entsprechenden Datensatz vom Fiskus.
Modellierung
- Mein Kumpel (Such Dir mal einen kurzen Fakename!) meinte man konnte einen negativen Einkommenssteuertarif basteln. Das wäre dann ein Offset zu Sozialleistungen in der bisher steuerfreien Zone. Der Vorteil wäre das man den diesen Jump beim Eintrittssteuertarif besser wegglätten könnte.
- Ich dachte noch darüber nach die Transferzahlungen (und einige sonstige Geschenke) als negative Einkommensbestandteile zu modellieren.
Klar dafür gibt es viele schöne Pop-Polito-Schlagwörter. Aber wir machen hier keine Marketing-Wortkreationsübung.
24. Juni 2009
Aktueller Spielstand – Wirtschaftsleistung und Schulden der BRD
Posted by nigecus under 10^10, 10^11, 10^12, Finanz, Politik, Steuern, Volkswirtschaft | Tags: bip, Konjunktur, Staatsschulden, Statistik, Volkswirtschaft, Wachstum |[2] Comments
Ich habe heute morgen ein bisschen auf dem Statistical Data Warehouse der European Central Bank herumgestöbert, und mal zwei Diagramme kopiert. Da es sich um Jahresdaten handelt, sind nachfolgende Zahlenzauberereien mit Vorsicht zu genießen. Und nebenbei unterstelle ich hier mal dass mindestens 1 Zeitreihe nicht stochastisch ist – Raten Sie mal welche?
Das obere Diagramm enthält die Wirtschaftsleistung in Millionen Euros (10^6), also nominelles BIP! In der unteren Grafik sind die Schulden sind in Millarden Euros angeben (10^9).
Wenn ich mir mal das Schuldendiagramm angucken, muss ich feststellen, … ohh ist mir das peinlich … dass eine zuvor hier im Blog genannte Aussage zurücknehmen muss, wo ich behauptete, dass die BRD einmal in ihrer Geschichte Schulden getilgt hätte – Das ist falsch! Die BRD hat bisher noch NIE Schulden getilgt. Aber mit einer Neuverschuldung von gerade mal 6 bis 7 Mrd in 2000 war die BRD schon ziemlich nah dran.

FR. Germany - General government consolidated gross debt :- Excessive deficit procedure (based on ESA 1995) - Mrd ECU/EUR - AMECO data class: Data at current prices
Eine andere Sache müsste eigentlich jedem Betrachter auffallen: Die beiden Kurven sehen ziemlich ähnlich aus! Also wenn ich die Logarithmierten der Differenzen je Zeitreihe ausrechne, und die Korrelation beider ermitteln, kommt rho=0.7528 herraus. Aber wie gesagt es sind nur 17 Datenpunkte hier.
Ok, wenn ich jetzt schon mies herumrechnen, dann kommt noch ein bisschen Kointegration a la Engle/Granger, 1987, aber ohne stationär und seriös, sondern nur mit 18 Datenpunkte von 1991 bis 2008, und nur mit OLS.
Für Alpha kommt -1.0624e+006 herraus was hin kommt. Für das Beta kommt 1.1152 herraus!!! Oh ho ho, das ist ganz nah bei 1. Nun schauen wir uns mal an, was ja eigentlich stochastisch sein sollte (wenn genug Datenpunkte da wären). Schön,
schwankt schonmal um die 0, was so ein Hinweis ist, dass die Trends in
und
sich wohl gegenseitig herrausgekürzt haben. Von den großen
-Werten darf man sich nicht abschrecken lassen, weil die immer noch wesentlich kleiner als das Alpha Niveau sind: Der Unterschied zwischen 10^4 vs 10^06 passt schon. Wenn im Diagramm z_t in minus geht, dann war der (positive) Trend des nom. BIP positiver als der Schuldenstand, z.B. vor der Rezession 1994, vor dem Platzen der DotCom-Blase, oder auch vor unserer aktuellen Rezession. Wenn z_t im positiven Bereich geht, dann war der (positive) Trend im Schuldstand positiver als der des nom. BIP, z.B. die Aufschwungphasen ab 1996, und ab 2003.
Aber was ist denn nun daran so schlimm? Erstens, eine starke positive Korrelation der Änderungsraten, wie phi=+3/4, heißt eigentlich nur, dass jedes mal wenn die nominelle Wirtschaftsleistung wuchs (inkl. Inflation, Geldschöpfung, & Co.) auch die Staatsschulden wuchsen. Zweitens, dem Ökonometriker wird aufgefallen sein, dass z_t eine Autokorrelation, im Intervall von Jahren, drin hat. Ergo nix mit stationär. Dieses Mean Reversion sind natürlich die Konjunkturzyklen, was denn sonst! Wenn die beiden Zeitreihen (gepfuscht mit Mean Reversion) kointegriert sind und dann auch noch so ein Beta von fast perfekten 1 rauskommt, dann ist so ein Bla Bla “…wir bauen unsere Schulden in guten Zeiten wieder ab, wenn wir uns in schlechten Zeiten verschulden…” einfach nur Bla Bla, aber nicht die Wirklichkeit.
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Update:
Noch ein kleiner Nachschlag zu dem Mean Reversion bzw. der Konjunkturzyklus-Hypothese. Wenn es nach dem z_t Residuum ginge, gab es 1996 bis 2000, und 2003 bis 2006 Aufschwungphasen. Beachtlich ist aber dass bereits 98/99 und 2005, quasi ein bis zwei Jährchen vor dem öffentlichen wahrgenommenen und auch offiziellen Beginn des Abschwung, der Schuldenstand-Trend den nom.BIP-Trend einholt! Im Grunde genommen ist, inbesondere in der Politik geführte Haushaltsdebatten a la “…die NEUverschuldung ist gesunken, darum lasst uns wieder MEHR NEUverschulden…” (Stichwort: Sozialromatik, Parteien-PR), die unter anderem mit “…die Lebenshaltungskosten des kleinen Mannes sind doch soo stark gestiegen…” (Stichwort: Demand > Supply) begründet werden, ein ziemlich guter (weicher) Leading Indikator für Rezessionen. Aber bitte hier nichts durcheinander konstruieren! Die Reaktion der Politik auf steigende Preisniveaus aufgrund eines “Demand>Supply” sind eine Folge eines Aufschwungs, aber nicht zweingend die Ursache eines Abschwungs.
Ich möchte hier garnicht, die Parteien und ihre spezifischen Interessen/Programmen zerpflücken, aber der Denkfehler liegt im Wort NEUverschuldung – Ein Sinken der Neuverschuldung ist nicht (ISNOT) dasselbe wie Schuldtilgung, wie es beispielsweise das Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft (StabG) seit 1967/1975 im eigentlichen Sinne impliziert. Wenn sich aber diese zyklische Inkonsistenz in der Haushaltspolitik fortsetzt, bleibe ich dabei, dass dieser Wankelmut der Politik ein tauglicher weicher Rezessionsindikator bleibt.
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Update2:
Ich habe natürlich die Datenpunkte von einschließlich 1991 bis 2008 benutzt.
Interessant ist natürlich dass der Schuldenstand für 2009 bei 1752,659 Mrd. schon liegt, im Gegensatz zu 1641,844 Mrd in 2008. Das sind schonmal rund 100 Mrd und ein paar Zerquetschte mehr wie vorher. In der Angabe für 2010 in Höhe von 1895,415 Mrd. sind höchstwahrscheinlich (weiß ich jetzt nicht so genau) noch mal 160 Mrd drin, dessen Emissionserlöse die BRD “irgendwen” bereits fest zu gesagt hat, also das was die Bundesbank/EZB irgendwenn noch verkaufen muss im Laufe von 2009/2010. Meine Güte das ist echt noch eine Menge Holz, was noch unter die Leute gebracht werden muss.
5. Juni 2009
Konsument vs. Arbitrage-Unternehmer – Wo beginnt der Steuerbetrug? Und wo beginnt das Statistik-Tuning?
Posted by nigecus under Politik, Steuern, Volkswirtschaft | Tags: Creative VGR, Finanzierungsneutrale Besteuerung, Handel, Konsum, Markt, Produktion, Statistik, Steuerbetrug, VGR, Wachstum |Leave a Comment
In der “europäischen Logistik-Drehscheibe” namens Deutschland, gibt Millionen von Leuten, die ziemlich genau wissen was jetzt gemeint ist. Es gibt nicht “den einen Markt”. Wir einen Haufen kleiner Märkte die irgendwie miteinander zu einem “Netzwerk” verknüddelt sind. Zum Beispiel sind Lieferantennetzwerke jedem Industriearbeiter ein Begriff, weil sie darin arbeiten. Und wenn das Gut schick verpackt für den ultimativen Endkunden bzw. Konsumenten fertiggestellt wurde, dann redet man vom Distributionsnetzwerk. Und ein Ökonom der versucht alles zu sehen, der redet dann von “Wertschopfungsnetzwerken”, was schon kongruent mit dem Begriff Economic Value Added ist.
Im Grunde genommen ist es so, dass alles was nicht (ISNOT) ein Märktchen ist, wo der ultimative Endkunde auf der Nachfrageseite steht, mit Konsum im eigentliche Sinne zu tun hat. Der ganze Rest davor ist Handel und Produktion. Also, Wollen Sie den Fisch als Konsument wirklich für ihre eigene Nahrungsaufnahme einsetzen, oder wollen Sie als Großhändler, Lagerist, Importeur, Kleinladen, Restaurant, etc. den Fisch günstig kaufen und mit Aufschlag für ihre logistische oder auch Veredlungs-Dienstleistung weiterverkaufen?
Diese Sache sollte klar sein! Ist es praktisch aber nicht. Sie könnten ja auch als kleiner Drogendealer ihr Dope zu einem Teil verticken, um ihren eigenen Konsum aus dieser laufenden Geschäftstätigkeit zu finanzieren. Sind Sie jetzt Konsument oder Händler? Als Kneipenwirt können Sie auch schnell zum eigenen besten Kunden werden. Schreibt sich Bäcker tatsächlich eine Rechnung für seine eigenen Morgenbrötchen? Wird ein Schuhhändler offiziell seine Schuhe von sich selbst abkaufen? Und was ist mit einem Friseur der umsonst seinen Kinder die Haare schneidet? Na, gut gesundheitsschädlichen Sachen sind verwerflich, aber die anderen Beispiele sind zumindestens Steuerbeschiss. Und war das alles jemals anders? Nein, es ist eine neumodische Kriminalisierung, weil der Staat zunehmende Probleme mit seinem Staatshaushalt hat.
Es ist schon echte Statistik-Zauberei zu versuchen alle möglichen Dienstleistuungen volkswirtschaftlich aktivieren zu lassen (für BWLer “Kapitalisierung”, “Stille Reserven aktivieren”), für Trivialitäten die es schon vorher gab, also bereits Bestandteil des Wohlstandsniveaus sind, aber in jüngerer Vergangenheit als (nominelles) “Wirtschaftswachstum” die VGR stabiliserte und darüber hinaus auch noch Steuer- und Abgabepflichtig wurden. Super! Und wann wird ein Konsument Steuern bezahlen müssen, wenn er seinen Fisch kocht?




