Umwelt


International Monetary Fund = USA’s Monetary Fund?
Erstaunlich mit welchen Selbstverständnis die USA den IMF für sich beanspruchen. Da sind Phrasen zu hören wie “Warum sollen wir (=USA) uns Geld von den Chinesen leihen, um den Griechen einen bailout zu schenken”. Gut das wir die Hoheitsansprüche beim IMF mal klipp und klar geklärt hätten. Daher sollten die USA auch nix dagegen haben wenn die EU-Staaten aus dem IMF austreten, also dem IMF kein Geld mehr geben. Wieso auch? Die USA sollten dann auch bitte schön den großkotzigen Anspruch “International” aus dem Name des IMF streichen und das ganze Ding “US-Dollar Fund” (USF) nennen.

Wachstum sei die Lösung aller Probleme
Wachstum ist die große Ausrede der Staatsschuldenmacher, um heutige Schuldenmacherei mit den eventuellen Aussichten zu rechtfertigen. Ich kann nur immer wieder betonen wie beschränkt ich es finde dass Politiker darüber diskutieren wieviel Neuverschuldung tragbar sei unter ihren grandiosen Annahmen eines überoptimistischen Wachstum – Alice im Wunderland? Vielleicht sind unsere EU-Politiker einfach nur auf LSD? Vielleicht sollte den Halben-Keynesianern mal gesagt werden, dass Keynes aus einer ausgeglichenen fiskalischen Lage mit super wenigen Staatsschulden heraus argumentiert hatte. Fakt ist aber, dass die meisten europäischen Staaten seit Jahrzehnten zu keiner Zeit die Neuverschuldung ihrer Anti-Rezessions-Programme zurückgezahlt haben, und sich somit eine Staatsschuldenspirale buchsiert haben – Der halbe Keynes funktioniert nicht. In der Ökonomie geht es vor allem um begrenzte Ressourcen, aber in der Politik um die unendlichen Versprechen – Das ist inkompatibel. Die Optionen sind sehr simpel: (1) Es gibt einen echten Einschnitt, eine Umkehr, oder (2) das Staatshaushaltsproblem wird verschoben und somit in Zukunft verstärkt. Leider sind Politiker in ihrem Alice-im-Wunderland-LSD-Rausch-der unendlichen-Versprechen nur geistig in der Lage sich für (2) zu entscheiden.

BP’s Super GAU
Eines bin ich mir gewiss: Es gibt eine Super-Case-Study für MBA-Programme zum Thema Strategische, Change, oder Crisis Management (wie auch immer der Kurs tituliert wird). Die BP Öl-Katastrophe hat wohl alle Rekorde im Fettnäppchen-Reintreten gebrochen. Es zeigt vor allem, dass es technisch unmöglich durch Zauberei alle möglichen Vorrichtungen in wenigen Tagen zu entwickeln, zu produzieren und auch noch zum Einsatz zu bringen. Das ist für jeden Ingenieur Common Sense, aber manche Manager sollen ja technisch so inkompetent sein, dass sie glauben alle möglichen technischen Lösungen “Off-the-shelf” in Rekordzeit zum Einsatz zu bringen. Es ist schon sehr traurig, dass “Contigency Planning” im strategischen Management allenfalls sich auf Entwicklung PR-tauglicher Ausreden für den Notfall beschränken. Eine andere Schlußfolgerung ist aus der Hilflosigkeit des Großkonzern BP nicht ersichtlich. Ich halte es für absolut bescheuert den Leiter einer technischen Abteilung des BP Konzerns als Sündebock zu feuern: Es ist die unendliche Kurzsichtigkeit und das mangelnde Wissen über technische Entwicklungsprozesse des BP-Vorstandes selbst, die diesen Konzern in diese Krisensituation gebracht hat – Ohne Senior Management Committment geht in großen Organisationen so gut wie garnichts. Gerade Investoren sollten sich fragen, ob dieser Schlag “technisch-inkompetenter-kurzsichtiger-Manager” der richtige Typ ist, um mögliche horrende finanziell wirksame Ausfälle in der Bottom-Line zu verhindern.

So richte hier einen Countdown ein. Es kann am Ende gut, aber auch böse ausgehen – für die Volkswirtschaft, insb. in Europa hinsichtlich der Intensität, und hinsichtlich des Volumens für Nordamerika.

Lesehinweis: One Bite at a Time

“The Elephant is Large”

Journal Watch (High-Tech Trash) gibt zwei Hinweise:
- Ogunseitan u a (2009), The Electronics Revolution: From E-Wonderland to E-Wasteland
- Robinson (2009), E-waste: An assessment of global production and environmental impacts

Es kommen da ganz tolle Schlussfolgerungen in Ogunseitan u a (2009) heraus:

we need our future engineers to understand that whatever they put together will eventually have to be taken apart.

They must also understand social, ecological, and public health consequences of their inventions.

Manufacturers must adopt a cradle-to-cradle stewardship model for their products.

aber bleiben wir mal pragmatisch: “What the customer wants!” und billig soll es sein. Genau so werden dann Hersteller auch entscheiden, wenn sie über ihre Bill of Material gucken und die Projektbudgets festlegen. Da helfen dann auch keine Ingenieure die auf Design for Environment (Umweltgerechte Gestaltung) achten.

Interessanter ist Robinson (2009) der einen Überblick liefert, was für Reststoffe so beim Elektronikschrott anfallen, und welche Probleme beim Recycling auftreten.

In der Betriebswirtschaft kam man in den letzen Jahren zur Überzeugung dass der “Total Cost View” wichtig ist, in der Logistik wurde vertikal das “Supply Chain Management” zum wichtigsten Lagerbestandskiller, in der IT werden “Insellösungen” mit Ineffizienz gleichgesetzt, in der Produktentwicklung wurde das “Throw over the wall” durch “Cross functional teams” ersetzt, usw Es hat sich die Einsicht durchgesetzt dass man sich das “große Ganze” angucken muss um das “kleine Detailierte” gut hinzubekommen. Was hat das mit “Umweltpolitik” zu tun? Dort wird sich in der Regel nur ein “Teil” angeguckt und der Rest ignoriert – Und es läuft zeitlich in Epochen oder auch Regimen ab. Im den letzen Jahren war es die “Emissionspolitik”. Die Diskussion ist noch reduzierter wo Emissionen auf Kohlenstoffdioxid reduziert wird (Das ist so als ob man eine Firma ihre beabsichtigte Kapitalstruktur mit den Wacc ermittelt und dabei die Insolvenzwahrscheinlichkeit ignoriert und dann noch behauptet alle Verpflichtungen seien gleichartig). Aber was müssen wir (sollten wir alle) unter Umweltpolitik einordnen? Ganz klar die Welt!

Mir gefällt das folgende Modell an besten weil am vollständigsten ist. Es gibt eine “Biosphäre” (die möglichst unbefleckte Natur) und die “Technosphäre” (die Zivilisation der Menschlinge). Rein räumlich ist die Technosphäre alles wo wir Menschen drin rummachen, z.b. Landwirtschaft, Industrielle Betriebe, unsere Wohnungen inklusive der Dienstleistungen drumherum. Aber die Technosphäre muss “Ressouren” (Materie) aus der Biosphäre entnehmen um alle ehre schönen Güter und Dienstleistungen zu erstellen! Der größte Trugschluss der Menschen ist zu glauben Ressourcen seien ein “free lunch” und es gäbe “unendlich viel” davon. Nein je nach Anreicherung muss man heftiges Geschütz auffahren um etwas aus den Boden zu holen, z.b. monströse Fahrzeuge von Catarpillar die in noch riesigeren Minen von Rio Tinto herumfahren. Ich finde es auch witzig das diese Ressourenentnahme bei Uran & Co garnicht berücksichtigt wird. Nein es gibt auch nicht unendlich viel von einem Stoff im Boden, z.B. erwähnenswert viel Platin gibt es in Bushvield und Palladium in Norlisk. Der wir “retten das Weltklima mit Edelmetallen”-Ansatz (hier Abgaskatalysatoren) scheitert daran das es garnicht genug (bezahlbare) Reserven gibt. Die Technosphäre hat das Recycling für sich entdeckt, aber auch das ist begrenzt möglich weil es mit Energieverlusten der Stoffe einhergeht und für einige Anwendungen ausgeschlossen ist. Spätestens wenn ein Stoff in Wärme umgesetzt wurde gibt es kein Weg zurück mehr, z.b. Fossile Brennstoffe tragen es in ihrer Bezeichnung.

Die einseitige Betrachtung von Ressourcen oder Emissionen führt logischerweise dazu dass Entscheidungsalternativen über und unterpräsentiert werden in Entscheidungsprozessen. Wir kommen ganz natürlich zum Problem dass die subjektiven Wahrscheinlichkeiten garnichts mit den objektiven Wahrscheinlichkeiten zu tun haben als auch der Impact möglicher Ereignisse komplett falsch eingeschätzt werden. Im anderen Worten es werden systematisch Scheiß-Entscheidungen getroffen.

Der tolle Versuch CO2-Verschmutzungrechte (EUA) als Anreizsystem für umweltfreundlichere Prozesstechnologien zu implementieren, ist durch EU-Kungelei zwischen Politik und Industrie versiebt wurden. Es hätte so simpel sein können, weil Marktmechanismen simpel sind, und alles andere nach Korruption stinkt. Einfach Emissionsziel festlegen, in Anteile aufspalten, in einer Auktion emittieren, und im Sekundärmarkt weitertauschen. Natürlich ist das nutzlos wenn EUA nicht knapp waren, sich Nachfrager via Offset EUA de facto selbst drucken, oder gar direkt geschenkt bekommen.
Ungefähr so wie EUAs kann man sich ein Geldsystem vorstellen bei dem Politiker Zentralbank spielen würden.

US Umweltminister Chu will die Erdoberfläche weiß anmalen damit weniger Sonnenstrahlung absorbiert wird. Alle Gegenstände die Outdoor herumstehten sind weiß anzumalen. Natürlich wären mehr Bäume, Gestrüpp usw noch besser, aber nicht immer so praktisch machbar.
Also,
1. Die Farbe Weiß muss Mode werden. Nicht nur Klamotten, MacPC usw sondern auch Autolack, Straßenbelag, usw
2. Alte Gebäude weiß anmalen. Neue Gebäude nur mit Dachgarten oder weißen und selbstreinigen Dachziegel.

Da gibt es viele lustige Sachen. Polizisten, ganz in weißer Uniform? Haha da bekommt jeder eine weiße Weste…

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