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Ich habe die Liste von www.zougla.gr kopiert falls die auch zensiert werden. Es sind Kopien aus dem HotDoc-Magazin. Der HotDoc-Redakteur Kostas Vaxevanis wurde wegen der Veröffentlichung verhaftet, weil es gegen die Persönlichkeitsrechte der verdächtigten Steuerhinterzieher verstößt.

Der Hr Steinbrück hat ja eine Menge Wirbel gemacht mit seinen Ideen zur Reform des Bankensektors in Deutschland. Natürlich wurden insb. private Banken attackiert.

Ich habe mir den Artikel aus der WIWO “KfW wird zur Krake in der Krise” durchgelesen, und mich gefragt wie Staat im deutschen Bankensektor nun drinsteckt. Hier ist meine Recherche.

Schauen wir uns erstmal die Bankenlandschaft in Deutschland um ein Gefühl zu bekommen, wo es viel zu verlieren gibt.

Bilanzsumme der Banken in Deutschland

Spalte 1: Bilanzsumme in Mrd.
Spalte 2: In Prozent
Spalte 3: Bankengruppe (In Klammer die Anzahl der Banken)

2253.2	25.7%	Großbanken (4)
 829.6	 9.5%	Regionalbanken/Sonstige (164)
 384.5	 4.4%	Auslandsbanken (111)
1427.7	16.3%	Landesbanken (10)
1097.7	12.5%	Sparkassen (423)
 294.4	 3.4%	Genossenschaftliche Zentralbanken (2)
 743.4	 8.5%	Genossenschaftsbanken (1116)
 545.0	 6.2%	Realkreditinstitute (18)
 199.5	 2.3%	Bausparkassen (23)
 993.0	11.3%	Banken mit Sonderaufgaben (18)

Total: 8768 Mrd.

Quelle: Bundesbank

Ein kleiner Datencheck:
- Checked. Laut Angaben des Verband öffentlicher Banken (VÖB) ist die 2011er Bilanzsumme der Förderbanken (aka “Banken mit Sonderaufgaben”) ca. 944 Mrd.
- Checked. Die 7 1/2 Landesbanken kamen laut VÖB auf ca. 1326 Mrd. Zählt man 134 Mrd der Dekabank (Angabe DGSV) hinzu, sind es 1460 Mrd. Ja gut passt irgendwie.
- Fehler: Laut Bundesbank (Siehe Link oben) sollen WGZ und DZ Bank zusammen auf “nur” 294 Mrd kommen. Aber Halbjahresbericht der DZ Bank stehen 406 Mrd. Die WGZ Bank spricht von ca. 94 Mrd. Sodass Genossenschaftliche Zentralbanken ca. 500 Mrd sein müssten und nicht 294 Mrd. Ich kann mir das nur so vorstellen, dass die Differenz zurück in die Volks- und Raiffeisenbanken geschoben werden (Irgendwo in den 743.4 Mrd).
- Beim Rest vertraue ich mal was die Bundesbank so schreibt.

Was ist was?

Großbanken: Deutsche Bank, Commerzbank, Unicredit, Postbank = 1 Viertel
Nun gut. Die Postbank gehört mittlerweile der Deutschen Bank. Die Uncredit/HVB ist irgendwie italienisch. Die halb-staatliche CoBa kommt nur noch auf ca. 500 Mrd. Eigentlich besteht die Kategorie vor allem aus der Deutschen Bank.

In anderen Worten: Die Deutsche Bank ist ca. 1/5 bis 1/4 der Bilanzsumme aller Banken in Deutschland… TBTF-Garantie über ca. 2000 Mrd

Regionalbanken/Sonstige = Rund 10%
Das sidn Privatbanken, die zu klein sind, um als Großbank durchzugehen. Hier ist eine Übersicht vom Bankenverband (Achtung einige Banken fallen in andere, unten stehende Kategorien!)

Auslandsbanken
Das ist private Auslandsbanken (z.B. hier). Ist alles mögliche von klein bis groß, sind am Ende nur Zweigniederlassungen.

Landesbanken = 1 von 6
Das möchte Steinbrück konsoldieren zu 2 Landesbanken. Witzig finde ich, dass die LBBW alleine genauso groß nach Bilanzsumme ist wie die 111 Auslandsbanken.

Spalte 1: Bilanzsumme in Mrd.
Spalte 2: In Prozent and den 8768 Mrd.

373.1	4.3%	Landesbank Baden-Württemberg
309.1	3.5%	BayernLB (inkl. Bayern LBS)
227.6	2.6%	NORD/LB (inkl. Bremer Landesbank)
166.5	1.9%	Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale
135.9	1.5%	HSH Nordbank AG
134.0	1.5%	DekaBank (Nicht wirkliche eine Landesbank)
 94.7	1.1%	Landesbank Berlin AG
 19.6	0.2%	SaarLB Landesbank Saar (unkonsolidiert 49% gehören der BayernLB)

Aggregiert sehen die Besitzverhältnisse wie folgt aus:

Mrd
793.9  Bundesländer/Kommunen/Staatliche Zweckgesellschaften 
634.4  Sparkassen/Sparkassen-Finanzgruppe
 17.7  Andere Landesbanken 
 14.5  Privatinvestoren (Flower's Anteil an HSH)

Man kann durchaus sagen, dass ca. 1/2 des Bockmist die Landesbank verzapfen direkt zu Lasten der Steuerzahler gehen würde. Zwar haben die Landesbanken “offiziell” keine Staatsgarantien, aber der Tag an dem eine Landesbank offiziell in ein Insolvenzverfahren schliddert, fällt an dem Tag zusammen an dem die Hölle einfriert => Implizite Staatsgarantie über ca. 1400 Mrd.

Zum selber nachrechnen:

------------------------------------------------
Staat	Spar	LBs	Privat	Mrd.
------------------------------------------------
94.0%	6.0%	0.0%	0.0%	309.1  BayernLB
35.2%	14.9%	49.9%	0.0%	 19.6  SaarLB
83.2%	6.1%	0.0%	10.7%	135.9  HSH 
------------------------------------------------
62.0%	38.0%	0.0%	0.0%	227.6  NORD/LB 
59.5%	40.5%	0.0%	0.0%	373.1  LBBW
------------------------------------------------
12.2%	83.1%	4.8%	0.0%	166.5  Helaba
0.0%	100.0%	0.0%	0.0%	134.0  DekaBank
0.0%	100.0%	0.0%	0.0%	 94.7  LBB

Im Detail sieht man, dass die Anteile von Staat vs. Sparkassen keineswegs 50-50 verteilt sind.
- Bei der BayernLB, SaarLB und HSH haben die Sparkassen quasi nur unrelevante Restanteile (Bei der SaarLB ist das nicht so offensichtlich => 0.35 + 0.49 * 0.94 approx 82%).
- Bei NordLB und LBBW kann man noch von 50-50 reden.
- Bei LBB und DekaBank ist der Staat raus. Der Staatsanteil von 12% bei der Helaba ist jetzt auch nicht erwähnenswert.

Eigentlich sehe ich garkein Handlungsbedarf mehr für Fusionen. Man sollte vielleicht einfach nur klare Besitzverhältnisse schaffen.

Maßnahme #1: Der Freistaat Bayern kauft komplett die BayernLB und SaarLB, und bennent sich in “Süddeutsche Staatsbank” um. Und das ist toll für die Bayern, weil sich für sie garnix ändert…

Maßnahme #2: Der DGSV kauft die 12% von Hessen/Thüringen an der Helaba ab. Und dann fusionieren Helaba, DekaBank und LBB zur “Sparkassen Zentralbank” (oder wie auch immer). Knapp 400 Mrd Bilanzsumme (4.5%) ist nicht schlecht… und alles gehört den Sparkassen, kein Staat/Bundesland …

Maßnahme #3: Die NordLB und LBBW fusionieren gleichberechtigt zur “Deutschen Landesbank” (oder wie auch immer). Es gibt da Überlappungen (z.B. Automobilstandorte in Stuttgart, Wolfsburg, Bremen, Sachsen). Irgendwie denke, dass wenn eine Landesbankfusion klappen soll, diese am ehsten Zustimmung der Anteilseigner finden würde. Mit 600 Mrd (7%) wäre die Bilanzsumme vergleichbar mit der CoBa.

Maßnahme #4: Die HSH wird einen “rebranding” unterzogen und komplett privatisiert wo HH/SH alle ihre Anteile veräußern. Dann wären alle Happy. Die Braut müsste man “hübsch” machen, z.B. mit einer Privatbank fusionieren, oder gar ein Reverse Takeover.

423 Sparkassen = 12%
Die Sparkassen sind nach Bilanzsumme etwas kleiner als die Landesbanken. Darunter gibt es auch einige ziemlich große Klopper, z.B. die Haspa mit ca. 40 Mrd Bilanzsumme, oder die beiden Kölner Sparkasse die zusamme auf über 50 Mrd kommen (Siehe hier).

1121 Genobanken = 8%
Wie die Sparkassen, gibt es ganz viele kleine Volks-, Raiffeisen-, Sparda-, PSD-Banken, … Alles “eigentragene Genossenschaften”. Die größte ist die die Deutsche Apotheker und Ärztebank eG (apoBank) mit ca. 40 Mrd Bilanzsumme.

DZ Bank und WGZ Bank (Genossenschaftliche Zentralbanken)
Das sind die Zentralbanken für die Genobanken. Die machen das gleiche für Genobanken, wie die Landesbanken für Sparkassen. Nur sind die Besitzverhältnisse klar: Die DZ Bank (Frankfurt) und WGZ Bank (Düsseldorf) gehören den Genossenschaftsbanken (Kein Staat). Die DZ Bank ist wesentlich größer (ca. 400 Mrd Bilanzsumme) als die WGZ Bank (ca. 94 Mrd).

Realkreditinstitute/Pfandbriefbanken = 6%
Die Bundesbank nennt es “Realkreditinstitute”. Das sind i.d.R. Pfandbriefbanken, die ansonsten nicht in eine andere Kategorie fallen (d.h. ein Realkreditinstitut ist eine Pfandbriefbank, aber nicht jede Bank mit Pfanbriefbanklizenz ein reines Realkreditinstitut). Pfandbriefbanken vergeben vor allem Hypothekenkredite, Kommunalkredite und Schiffskredite. Und gerade, weil der “German Pfandbrief” so ein Steckpferd der Politik ist, und letztlich auch dort ganz viele klamme Kommunen sich Geld leihen, gibt es für diese ca. 500 Mrd eine implizite Staatsgarantie.

Bausparkassen
Solche Institute underwriten Optionen auf Zinsswaps… Heeehh?… abstrakt gesehen, sind alle Bausparer auch ein bisschen Zins-Zocker… Ne will jetzt keine Angst verbreiten mit Fremdwörtern. Bausparen ist einer der wenigen Finanzprodukte, die ich sogar für sinnvoll halte, weil es Personen dazu zwingt zu sparen bevor sie sich etwas sehr kostspieliges kaufen.

Schatten(-haushalts)banken = Förderbanken
Die “Banken mit Sonderaufgaben” sind Staatsbanken. Der Staat haftet zu 100%. Und zwar auf 11% der deutschen Bilanzsumme. Neee. Das sind keine “Bad Banks”, sondern einfach nur Wünsch-Dir-Was-Banken die jedes politisch motivierte Programm am Bundes-/Landeshaushalt vorbei finanzziert werden kann. Und “reguliert”? Heehee. Jaja da gehen Aufsicht und Entscheidung “in einer Hand”, und die hat vor allem viel Ahnung von Politik… und wenig von Zahlen…

Spalte 1: Bilanzsumme in Mrd.
Spalte 2: In Prozent and den 8768 Mrd.

494.8	5.6%	KfW Bankengruppe
152.5	1.7%	NRW.BANK
81.3	0.9%	Landwirtschaftliche Rentenbank
68.0	0.8%	L-Bank, Staatsbank für Baden-Württemberg
23.4	0.3%	Bayerische Landesbodenkreditanstalt
22.0	0.3%	LfA Förderbank Bayern
20.2	0.2%	Investitionsbank Berlin
18.1	0.2%	Investitionsbank Schleswig-Holstein
13.0	0.1%	Investitionsbank des Landes Brandenburg
11.2	0.1%	Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz 
9.5	0.1%	Sächsische Aufbaubank
9.2	0.1%	Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen 
6.1	0.1%	Investitions- und Förderbank Niedersachsen – Nbank
5.0	0.1%	Hamburgische Wohnungsbaukreditanstalt
3.0	0.0%	Thüringer Aufbaubank
2.5	0.0%	Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern 
1.8	0.0%	Investitionsbank Sachsen-Anhalt 
1.6	0.0%	Bremer Aufbau-Bank GmbH
1.4	0.0%	SIKB Saarländische Investitionskreditbank AG

Das Geschäft der Förderbanken ist i.d.R. rein synthetisch, d.h. eine “normale Bank” (d.h. keine Förderbank…) vergibt einen Kredit und bekommt von einer Förderbank eine Bürgschaft. Das nennt man auch “Risikotransfer”, d.h. das Kreditrisiko liegt nicht beim Originator, sondern in der Förderbank (und somit dem Staat = Das Volk). Aus Sicht des Gläubigers macht es keinen Unterschied ob mir ein Finanzminister eines Bundeslandes, der BRD, oder eine Förderbank die Bürgschaft unterschreibt: Das Kreditrisiko trägt der Staat.
Zum Beispiel ist die NRW.Bank einer der größten Underwriter von Kreditausfallversicherungen. Sie wissen schon dieses “Teufelszeug der Finanzkrise”. Aber weil die NRW.Bank unter der vollen Kontrolle von Politikern ist, ist das dann “Gutes Zeug”. Ist doch total klar…
Achja NRW.Bank! Die ging Anfang der 2000er aus der WestLB hervor, weil ja die Landesbanken keine Staatsgarantien laut EU haben durften. Damals wurden dann diese ganzen Förderbanken gegründet (d.h. Weitermachen unter anderen Deckmantel). Und nun hat die NRW.Bank quasi die gleiche Bilanzsumme wie die Heleba, die das Verbundgeschäft der WestLB schluckte. Die KfW ist außerdem die drittgrößte Bank in Deutschland und auf sehr guten Weg an der halb-staatlichen Commerzbank vorbeizuziehen.

Wie hoch ist das Risiko für den Steuerzahler?
Insgesamt haftet der deutsche Zahler für mehr als die Hälfte des deutschen Bankensektors (nach Bilanzsumme).

Als erstes wäre da Too Big Too Fail (Ein Viertel) , was im Grunde nur die Deutsche Bank betrifft.

2253.2	25.7%	Großbanken (Deutsche/Postbank, CoBa, Uncredit/HVB)

Nun wenn die Politik sich durch clevere Reformen des Bankensektors sich dem TBTF-Problems entledigt, ist der Steuerzahler keineswegs aus dem Schneider. Das wäre ein Irrglaube (oder geschicktes “Banker-Bashing” der Poltik).

Es gibt das noch Implizite/Explizite Staatsgarantien (Ein Drittel) aus denen die Politik nicht herauskommt (sondern diese nur nicht an die große Glocke hängt)

1427.7	16.3%	Landesbanken => Länderbeteiligung
 545.0	 6.2%	Realkreditinstitute => Kommunale Staatsfinanzierung
 993.0	11.3%	Förderbanken => Explizite Staatsgarantie
---------------
2965.7  33.8%

Solange die Bundesländer in den Landesbanken drin sind, werden Landesbanken auch immer gerettet (bzw. deren Gläubiger, z.B. “Bad Banks”). In Deutschland wird auch niemals eine Pfandbriefbank von der Politik im Regen stehen gelassen, v.a. wegen der kommunalen Staatsfinanzierung und der “Erfolgsstory Pfandbrief”. Und schließlich haftet der Steuerzahler direkt für die Förderbanken.

Und weil das so traurig ist: Ca. 1/3 der deutschen Bilanzsumme wird nicht deswegen finanziert, weil die ultimative Schuldner so eine dolle Bonität hat, sondern weil die Gläubiger davon ausgehen, dass die BRD im Zweifel immer “Gewehr bei Fuß steht” für einen Bailout.

Es ist schön, dass sich die Politik wieder mit der Rente beschäftigt. So ein Thema (was aus meiner bösen dunklen Finanzmarktteilnehmersicht wie Damoklesschwert über Staaten hängt) ist wichtig. Nur ist es kein Thema, was man mal eben in 2 Wochen abfrühstückt bevor man auf die nächste PR-Welle springt. Es ist auch kein Thema, was mal schwupp die wupp zu einen Wahlkampfthema machen sollte (weil solche Hirngeburten sich zwar doll anhören, aber ziemlich effektlos oder gar verschlimmbessern).

Das Rententhema bedarf ein kaum fassbaren Zeithorizont mehrerer Jahrzehnte (Dafür ist Politik mit ihren kurzen Legislaturperiode eigentlich zu sehr in der Gegenwart gefangen). Kleine unbedachte Modifikationen können da zu irre große Folgen in XX Jahren führen.

Die Politik sollte nicht versuchen, irgendein Kaninchen aus dem Hut zu zaubern, um dem Publikum zu gefallen. Nachdem potentielle Folgen (z.B. “Altersarmut”), wäre es besser die ganze Problemstellung “Umlagefinanziertes Rentensystem” noch genauer zu analysieren (z.B. Relation zum Arbeitsmarkt, Gesundheitssysteme, Lebensqualität, Markovketten/Simulationen, realistische Sterbetafeln, …). Durch genau Analysen kommen immer auch Ideen, aber auch Verständnis für das Unvermeidbare. Und das müssten unsere lieben Politiker v.a. auch selber machen, und nicht via Gutachten das Denken outsourcen… weil sie ja sonst nicht verstehen, was sie der Bevölkerung verkaufen müssen…

Wie gesagt ich finde es schön, dass die Politik sich wieder mit der Zukunft des Fußvolks beschäftigen (Und nicht mit diesem ausgelutschten Eurokrisentheater).

Ich habe die Hoffnung, dass die Euro(Währungs)krise sich nun an einem Turning-Point angekommen ist. Aber es geht um “Alles oder Nix”. “Nix”, davon haben wir schon eine Menge gesehen in den letzten Jahren.

Einiges vorab: Man wird sich davon innerlich verabschieden müssen, dass es schnelle Effekte gibt, z.B. dass nun (Non-public) Investoren nun Spanien, Italien oder gar Griechenland die Bonds aus den Händen reißen, nur weil es irgendwelche komischen ESMs gibt oder nun die EZB Aufgaben einer “echten” Zentralbank wahrnehmen darf.

Der letzte Halbsatz ist wichtig: Die EZB hat bisher nie gezeigt, dass sie wie eine “echte” Zentralbank agieren “kann”. Dieses ständigen Herumgeiere um die Legitimation der EZB seitens der Politik hat nicht wirklich geholfen. Aber steht ja immerhin die Aussage, dass die EZB eine “echte” Zentralbank sein “darf”.

Was soll denn das Gelabere über “echte” Zentralbanken? Hier ein paar Kriterien:
(1) Market-Making: Eine Zentralbank agiert als eine Investmentbank für Staatsanleihen. Zu einer solchen Investmentbank-artigen Funktion gehört das Market-Making. Und zum Market-Making gehört es auch die Schuldpapiere auch mal in den eigenen Büchern zwischenzuparken, zurückzunehmen, und dann halt wieder auf den Markt zu werfen.
(2) Autonomie: Eine Zentralbank kann gegen die “Wünsche” der Politik (Regierung) agieren, ohne dass diese Politik dagegen etwas messbares tun kann (Also lediglich wildes Herumgelabere): Eine “echte” Zentralbank kann
- die Zinsen erhöhen, wenn es der Politk nicht in den Kram passt,
- die Zinsen senken (was Politik immer toll findet…),
- ihre Bilanz verkürzen, wenn die Politik nach Wachstum schreit,
- ihre Bilanz verlängern, wenn sie es selbst für richtig hält,

und vor allem braucht sich eine “echte” Zentralbank niemals rechtfertigen, schämen, oder entschuldigen. Nicht vor dem Volk, Öffentlichkeit, Politiker, oder sonst irgendwen.

Nach einen Jahrzent EZB, “darf” nun die EZB nun Aufgabe (1) nachgehen. Ohhh hooo(!) Aber ob die EZB auch Aufgabe (2) machen “kann”? Die Finanzmärkte nehmen es nicht mehr als gegeben an, dass die EZB (1) und (2) machen kann. Die EZB muss den Beweis erbringen, dass sie es kann (Im großen Echtzeitexperiment…).

Aktuell kritisieren ja gerade in D, Politiker, vermeindliche Experten, Geldpolitik-Priester, usw., dass eine Bilanzverlängerung grundsätzlich nicht richtig sei. Aber (non-public) Investoren wollen sehen,
- dass die EZB die Macht zur Bilanzverlängerung hat,
- sie wollen den Beweis, das Euro-denominierte Staatsanleihen die Annahme “risikolos” erfüllen,
- sie wollen sehen, dass die EZB gegen die Meinung/Willen der Politik (Regierung) und der ganzen anderen Öffentlichkeit agieren “kann”,
- sie wollen sehen, dass die EZB kein Kaiser ohne Hosen ist.

Das witzige ist, dass die Währungskritiker aus D, immer die Bundesbank vorschieben, weil diese ja nie große Bilanzverlängerungsaktionen durchführen musste. Das lag schlicht daran, dass sie (gerade in Guten Zeiten) die Aufgabe (2) konsequent durchgezogen haben, und somit keine Bedarf nach Bilanzverlängerung gab (in Schlechten Zeiten).

Wenn die Bundesbank-Nachweiner wollen, dass auch die EZB eine “starke” Geldpolitk haben wollen, müssen sie (lustigerweise gegen ihre Intuition) die EZB mit viel mehr Macht austatten (Mehr Automonie, bzw. weniger bis garkeine Interventionsmöglichkeit seitens Politik/Regierungen).

Und das etwas mit “Vertrauen” in die EZB zu tun? Nein! Es ist keine Meinung, Wahlmöglichkeit oder Wünsch-Dir-Was. Es ist eine “notwendige Bedingung”, um einen stabile/starke Währung zu gewährleisten/schaffen die ganz oben in der Weltliga spielt. Die Alternative ist schlicht Unsicherheit, wirtschaftlicher und politischer Machtverlust von europäischen Staaten.

Alles oder Nix!

Eigentlich sehr löblich, dass eine PolitikerIn das Problem mit dem Rentensystem anspricht. Es drohlt “Altersarmut”, weil der Geldwert der Währung “Rentenpunkte” nicht so doll ist bzw. sein wird. Ich weiß nicht wo da so ein drangeklatschtes Zuschussrenten-Ding helfen sollte. Neben ein bisschen mehr Verwaltungsvorschriftenverwirrung, umgeht die Familienministerin nicht das Problem, dass es da Gleichgewichtsbedingungen für ein umlagefinanziertes Rentensystem gibt:

NB1: Man kann in einem Fiskaljahr, nur soviel für Rentenleistungen ausgeben, wieviel über den aktiven Arbeitsmarkt rein kommt (Und die aktiven Arbeitnehmer breit sind zu zahlen… Ansonsten droht eine Todespirale, z.B. Auswanderung, Unruhen/Krawallen/Bürgerkrieg, usw.).
NB2: Man kann nur solange einen Verstoß gegen NB1 via Neuverschuldung verhindern, solange der Kapitalmarkt dafür Gelder bereitstellt (Wenn man bedenkt, dass große Teile der Buy-Side selbst zur Altersvorsorge dienen, und dann blöderweise zur geichen Zeit ihr Volumen abzieht…).

Die Frau Familienministerin kann behaupten was sie will, ihre Zuschussrente erhöhen die impliziten Liabilities der BRD, für die (heutige) zukünftige Arbeiternehmer an verfügbaren Einkommen verzichten werden.

Ein umlagefinanziertes Rentensystem ist ein bisschen auch ein Schneeballsystem, wo die Seite der Einzahler/Anwärter höher sein muss, als das Wachstum auf Seite der Bezieher/Rentner (Oder zumindestens gleich, was zu einem Gleichgewicht führt). Nur deutet die demographische Lage der BRD seit nunmehr Jahrzehnten daraufhin, dass diese Schnellballbedingung nicht gegeben ist. Salopp gesagt kommt es darauf an wieviele Kinder (=Anwärter) ein Rentner in seinem Leben in die Welt gesetzt hat, und nicht “wie hart” er gearbeitet hat (Solche Aussagen hört man oft von kinderlosen Leuten. Er/Sie hat nicht für seine eigene Rentergeneration geschuftet, sondern für die damalige Rentnergeneration zur Zeit der Leistungserstellung).

Kurzum:
- Die BRD hat garkeine Flex, um Renten zu erhöhen, ohne das Schnellballsystem vor die Wand zu fahren.
- Man braucht mindestens zwei starke Gebärdezyklen, um das Schnellballsystem wieder auf Wachstum zu trimmen.

Fazit:
F***en für das Rentensystem (Nehmt euch einfach die Familienministerin zum Vorbild…)
Und trichert es euren Kindern ein, damit ihr selbst etwas davon habt.

Die EZB (Frankfurt) soll nun mit der Europäischen Bankenaufsicht beauftragt. Der Eindruck aus den Medien ist als ob es sich um etwas total was Neues hielte. Das ist ziemlich verlogene und falsche Kommunikation. Die EU hat nämlich schon eine Europäische Bankenaufsicht vor wenigen Jahren gegründet – Die EBA (London). Ja “EBA” heißt “European Banking Authority”, was so ziemlich 1:1 “Europäische Bankenaufsicht” heißt.

http://www.eba.europa.eu/

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/eu-plaene-zur-bankenaufsicht-schaeuble-springt-sparkassen-zur-seite/7076352.html

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/diskussion-ueber-bankenaufsicht-schaeuble-wettert-gegen-eu-plaene-1.1455987

http://www.focus.de/finanzen/diverses/eu-europaeische-bankenaufsicht-goetzl-widerspricht-barnier-es-muss-schluss-sein-mit-bruesseler-selbstherrlichkeit_aid_810304.html

usw…

Ich glaube in der EU-Bürokratie tobt ein kleiner Krieg gegen die EBA. Anscheinend geht das soweit, dass hohe EU-Beamte sogar die Existenz ihrer Bankenaufsicht verleugnen. Irrwitzig.

Ich lache mich schlapp.

Was wurde zu Beginn von der Polizei für die 2.Bundesliga alles als Risikovereine eingestuft (Eintracht Frankfurt, Eintracht Braunschweig, Hansa Rostock, Dynamo Dresden, usw.). Aber die Saubermänner aus Düsseldorf hatte wohl keiner auf dem Plan.

Klar haben Berliner zweimal das Spielfeld mit Böllern beworfen.
Der typische Frust einer ganzen Saison.
Bepos rückten aus. Und Herr Stark war schon sehr angepisst.

Aber dann stürmten vorzeitig einige Hundert/Tausend Düssledorfer da Spielfeld.
1 Minute vor Ende. Dem Aufstieg von Düsseldorf.

Und ich glaube mehr aufgrund auf der DFL, brach Stark das Spiel nicht ab.

Am Ende haben es die Zufrühkommer aus Düsseldorf doch geschafft.

Ich tippe auf eine Rekordstrafe für Düsseldorf.

“Ohne Energiepolitik kann es keine Wirtschaftspolitik geben” ist eine interessante Weißheit, die ich gerade aufgeschnappt hat (Das hat irgenein JPMorgan Mensch bezüglich Japans Energiepolitiik letztens gesagt).

Wenn man so genauer drüber nachdenkt ist das eine ziemliche wahre Aussage, z.B. Ausbau/Umbau des Stromnetz, Gasleitungen, Neubau Kraftwerke, und und und. Ein gewaltig großer Kuchen von den Großkonzerne bis zum Handwerker alle ihr Stück haben wollen. Und nicht zuletzt die Produktionskosten von Firmen und die Rechnung für den Verbraucher. Energiepolitik legt Parameter fürJahrzehnte fest. Nicht so wie kurzfristige Dinge wie Konjunkturprogramme.

Und bei Energiepolitik kann die Politik viel falsch machen, indem sie nicht die Technik versteht die sie haben will und notwendige Maßnahmen ignoriert (z.B. dass Strom nicht speicherbar ist). Das wird auch nicht besser, weil in Vorständen von Energiefirmen BWLer, Juristen, usw. sitzen, aber kaum/keine Elektrotechniker, sodass Verwaltungsfuziis mit Verwaltungsfuzzis über Dinge verhandeln von denen sie keine Ahnung haben. Dann wird Energiepolitik zu Glücksfrage (Weißheit: Wenn du nicht alle Faktoren einer Strategie verlässlich ermittelt hast, dann basiert der ökonomisch Erfolg auf das versehentlichen Überschätzen von Kosten/Risken, sprich “Glück”).

Also wenn nun selbst die EZB-Mitarbeiter Angst um ihre Pensionen haben — wegen Inflation — was sollen dann alle die anderen Menschen in der Eurozone sagen, die fürs Alter sparen: Inflationshüter fordern Inflationsschutz für sich selbst

SPON titelt Fraktionen wollen Rederecht der Parlamentarier einschränken

Demnach solle ein MdB nur noch dann Bundestag etwas sagen, wenn sein Fraktion das vorher abgenickt hat — CDU, SPD und FDP finden es toll.

Ich glaube mich wage an den Artikel 38 Abs.1 des Grundgesetz zu errinnern:

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.

Demnach ist dieses Konstrukt “Fraktion” mit den einhergehenden Gruppenzwängen (aka “Fraktionszwang”) eh schon bedenklich. Und nun soll den MdBs auch noch ein Maulkorb gegeben werden. Wofür ist denn bitteschön das Parlament überhaupt da? Ich dachte immer dafür dass die MdBs mal ihre Meinungen (aus ihrem “Gewissen”) sagen können.

Auch totalitäre Staaten haben Parlamente (z.B. VR China) wo es Abgeordnete gibt, die nicht ihre Meinung sagen dürfen (außer es ist “von oben” abgesegnet). Das scheint wohl das neue Vorbild für die BRD zu sein, nach Meinung von Pappkameraden der CDU/CSU, SPD und FDP.

Von CDU/CSU und SPD habe ich ja eigentlich nichts anderes erwartet, weil sie ja als vermeindliche “Volksparteien” die “totale Macht” anstreben. Aber die FDP wollte doch immer “liberal” sein — So mit “Freiheit” hat dieser Radikalismus-Scheiß mal garnichts zu tun.

Die Angestellten des öffentlichen Dienst bekommen nun 6.3% mehr Lohn.
Ja moralisch ist das alles schön und gut (die Banken, die Griechen, das letzte Jahrzehnt, usw.).
Aber die 6.3% sind saugefährlich.

Ob es nun einigen Ex-Mitgliedern der EZB gefällt oder nicht (z.B. Stark), hat die EZB sauviel Geld in das Finanzsystem gepumpt (Draghi hat das gemacht was Helikopter-Ben vorgemacht hat). Ich will jetzt nicht daraufeingehen wie “gerecht” das sein mag, nur dazu: Es ist richtig was die EZB unter Draghi tut, weil es das Einzige ist was funktioniert. Diese EZB-Milliarden sind nur dafür dass Risikomanger von Finanzmarktteilnehmer keine Grund haben einen Run auf andere Finanzmarktteilnehmer, die Counterparts, zu veranlassen (was der Extremfall wäre) bzw. höhere Besicherungsanforderungen zu stellen (Was bereits ein Kollaps starten würde, innerhlab weniger Minuten). Dass dann T+1 bis T+2 einige EU-Staaten (inkl. größere) finanziell im Eimer sind, braucht dann nicht mehr ausgeführt werden (Wie bereits gesagt: Was die Politiker mit ihren ESM, EFSM, usw. Peanuts Fonds machen ist egal, nur die EZB hat die Macht und Flexibilität etwas zu “retten”. Und das tut die EZB seit Monaten schon).

Das Vollpumpen des Finanzsystems durch die EZB geht aber auch gefährlich, denn diese EZB-Liquidität darf das Finanzsystem nicht wirklich verlassen, um inflationäre Entwicklungen zu vermeiden. Geldpolitik muss sich da auf die Fiskalpolitik verlassen können. Und so eine 6.3% Lohnrunde im öffentlichen Dienst (Haushalt=Steuern+Neuschulden <– Neuschulden über Finanzsystem <– Finanzsystem vollgepumpt von EZB) ist genau so ein "Verlassen des Finanzsystems". Die (Fiskal)Politik kennt die geldpolitischen Maßnahmen und risikiert sehenden Auges den Start einer Inflationspirale. Das hat die Berliner Republik ganz toll hingekriegt! Ganz schlecht vom eigenen Mitspieler umgekrätscht zu werden…

So ein Herumgemotze. Herr Rösler sei schuld bla bla bla. Wofür zum Teufel hat die BRD soziale Sicherungssysteme? Eine Transfergesellschaft als Alternative? Was ändert eine Transfergesellschaft für die Ex-Mitarbeiter? Die Bezeichnung des Zustands? Eine Transfergesellschaft ändert auch nichts daran, dass diese Ex-Mitarbeiter sich einen neuen Job suchen müssten. Weil Schlecker ist am Ende. Ganz klassisch im Wettbewerb gegen die Konkurrenz auf betriebswirtschaftlicher Ebene verloren. Klar hört sich das jetzt kalt an, aber das ist nunmal die bittere Wahrheit.

Egal was die Politik nun im Nachgang für PR-Spielchen treibt, an dem Tod von Schlecker können die nichts mehr ändern. Was soll denn das Wirtschaftsministerium tun? Schlecker in einen Staatsbetrieb umwandeln? So ein Schwachsinn. Was erwarten die Leute denn? Diese ganze Seifenoper ist nur mediales Leichenfleddern.

Vielleicht sollte ich mal das wiederholen, was ich schon zur Karstadt-Retteritis schrieb: Es ist kein Steuerpfennig wert einen Einzelhandelsbetrieb zu “retten”, weil keine kapitalintensive Infrastruktur ausgelöscht, die nicht ohne weiteres und zeitnah durch Konkurrenten oder neue Marktteilnehmer ersetzt werden könnte. Genau dass ist der Grund warum es sich lohnt ein 500 Mann Maschinenbauunternehmen zu unterstützen und ein 10000 Mann Einzelhandelsunternehmen fallen zu lassen. Wirtschaftspolitik muss sich halt fragen, was langfristig (über eine Legislaturperiode hinaus) für den Wohlstand der 80 Mio Einwohner wichtiger ist: Ein Alleinstellungsmerkmal im Weltwirtschaftskrieg (aka “Globalisierung”) oder eine problemlos substituierbare Ladenverkaufstheke. Das mag zwar überspitzt klingen, und 500 vs 10000 der gefühlten Gerechtigkeit widersprechen, aber wir leben nicht in Nordkorea.

Ohh je. Der Herr Karsten Schröder hat mir ja so Leid getan in der Maischberger Sendung (http://www.daserste.de/unterhaltung/talk/menschen-bei-maischberger/sendung/2012/griechen-bankrott-100.html). Da waren wohl die Frau Anja Kohl und Prof. Hickel angepisst, weil Herr Schröder es mit den Begrifflichkeiten ziemlich korrekt nahm, und Zurecht, weil man daran halbwegs erkennen wer Ahnung hat und wer nur blöde Scheiße in Talkshows labert.

“Wertpapier”
- Damit meint man ein hochoffiziell an einer (geregelten) Börse notierten “Wertpapier”
- Ein “Wertpapier” kann eine Aktie, Anleihe, ETF, Future, Option, usw. sein
- Ein “Wertpapier” i.d.R. eine ISIN die von einer ANA vergeben wurde
- Alle “Wertpapiere” sind “Finanzkontrakte” (Es sind “standardisierte” Finanzkontrakte)

Finanzkontrakt
- Ein Finanzkontrakt beinhaltet das Recht und Verpflichtung auf (bzw. Tausch von) Geldzahlungen unter bestimmten Bedingungen (z.B. Kreditbedingungen, Ereignisse, usw.)
- Ein Finanzkontrakt kann, muss aber nicht ein Wertpapier sein
- OTC-Forwards, OTC-Swap und OTC-Optionen sind i.d.R. Finanzkontrakte, aber keine Wertpapiere
- Ein Darlehen ist ein Finanzkontrakt, aber kein Wertpapier (Eine Anleihe ist dagegen aber auch ein Wertpapier)
- Aus einem/mehreren Finanzkontrakten kann man neue/andere, komplexere Finanzkontrakte basteln

Sonstige Kontrakte (intangible assets)
- Finanzkontrakte (und Wertpapiere) sind immer Immaterielle Vermögensgegenstände
- Forderungen auf Geldzahlungen aus Mietverträgen, Leasing-Verträgen sind Finanzkontrakten insoweit ähnlich, dass da Geld rauskommt, aber nur auf der einen Kontraktseite (Die andere Seite bekommt dafür Dienstleistung. Nicht Geld)
- Man kann solche “Forderungen auf Geldzahlungen aus Immaterielle Vermögensgegenständen” relativ simpel in neue Finanzkontrakte (die auch Wertpapiere sein können) zusammenbasteln, z.B. Auto Lease ABS, Aircraft Lease ABS, Equipment Lease ABS, etc.

Vermögensgegenstände (assets)
- Wertpapiere, Finanzkontrakte, alle andere Kontrakte sind alles Vermögensgegenstände
- Prinzipiell sind alle Dinge die Geld auszahlen, oder jemand bereit ist Geld zu zahlen ein Vermögensgegenstand
- Meinen alten Toaster kann ich auf dem Flohmarkt verkaufen (solange der Preis tief genug ist). Ist also ein Vermögensgegenstand
- Eine Beteiligung (z.B. GmbH Gesellschafter) an einer halbwegs proitable Firma ist auch Vermögensgegenstand
- …

“Cash Money Investor”
- War kein Thema der Sendung
- Man sagt “Cash Money Investor”, wenn jemand mit seinen (eigenen) Geld sich Wertpapiere und/oder Finanzkontrakte kauft (und ansonsten auch keine relevanten Short-Positionen eingeht. Na gut ein bisschen Overlay mit Forwards darf jeder. Das kriegt jeder taub stummer, blinder, IQ-Zero Affe hin)

Hedge Funds
- Das kann alles mögliche sein. Das war mal soo modern, dass sich jeder Hinz und Kunz so schimpfte
- “Fake” Hedge Fonds:
— Man geht “long” in Wertpapiere/Finanzkontrakte, und geht “long” gegenläufige Wertpapiere/Finanzkontrakte
— z.B. Long in Aktie ABC, und Long in Put-Option auf Aktie ABC
— Das dürfen die meisten Publikumsfonds, z.B. 130/30 Fonds
— Ist eigentlich kein Hedge-Fonds weil alles Long ist
- “Echter” Hedge Fonds:
— Man geht “long” in Wertpapiere/Finanzkontrakte, und geht “short” in gegenläufige Wertpapiere/Finanzkontrakte
— z.B. Long in Aktie ABC, und Short in Call-Option auf Aktie ABC
— Das darf jeder Privatanleger auf eigene Rechnung machen, solange er dafür ein Broker findet (der ihn für voll nimmt)
- Der Leverage eines “echten” Hedge Fonds besteht in der Lieferverpflichtung die aus der Short-Position herrührt
- Es ist sauwichtig, dass sowohl das Finanzmarktsegment der Long-Position als auch das Finanzmarktsegment der Short-Position (und insb. diese) eine sehr hohe Marktliquidität aufweist (zumindest wesentlich höher als die Position)

Algo/High-Frequency-Trading
- Ist i.d.R. immer auch ein Hedgefonds
- Die Handelsstrategien schichten wesentlich schneller ihre Long- und Short-Positionen um
- Der Computer entscheidet/macht/führt durch, der Mensch programmiert die Software dafür…

Private Equity
- Investieren in infungible Assets (keine Wertpapiere, keine Finanzkontrakte, …)
- z.B. Beteilgungen an Firmen als Gesellschafter

Leveraged Buyout (LBO)
- Sehr volumige Spielart von Private-Equity
- Die Private-Equity-Firma gründet einen Finanzierungsgesellschaft, die ein Darlehen aufnimmt, um einer Unternehmensübernahme zu finanzieren
- Die übernommene Firma wird als Sicherheit für das Darlehen hinterlegt
- Auf neudeutsch: Die Zielfima wird mit Schulden vollgepumpt.
- Durch den höheren Verschuldungsgrad sinkt das zu versteuerende Einkommen der Firma.
- Die Geschichte mit dem Darlehen erfolgt i.d.R. als Kreditsyndizierung, d.h. das Darlehen wird widerum tranchiert (meist unterschiedliche Besicherungsquoten) und dann bei Fixed-Income Investoren paltziert, d.h. die Banken sind i.d.R. nicht die Gläubiger am Ende.

Wer spekuliert mit CDS?
- Investmentbanken sind Short auf die Kontrakte, d.h. sie verkaufen die CDS (im Falle eines Kreditereignis müssen sie zahlen)
- Kaufen tun auch Investmentbanken um ihre Short-Positionen abzusichern (verrückt oder nicht…)
- Kaufen tun auch alle anderen die bspw. auf einen riesengroße Kreditportfolio hocken (was sie unmöglich verkaufen können), und es dann doch etwas zu riskant empfinden.
- Ja und sicher gibt es auch welche “naked” CDS kaufen.

Leverage
- Ist wenn man eine Zahlungs-/Lieferverpflichtung eingeht
- Bei Hedge-Fonds sind das die Short-Positionen
- Eine Algo kann man auf Tagesbasis “hebeln” (die können ihre Positionen in Sekunden liqudieren)
- Bei Private-Equity landet der Leverage dann bei der Zielfirma
- Man kann allen Assets eine Fremdfinanzierung gegenüberstellen
- Leverage kann gefährlich werden… richtig giftig… Es erhöht die Bankrott-Wahrscheinlichkeit

Dark Pools
- Man muss nicht über eine öffentliche, geregelte Börse handeln
- Man handelt über einen Broker oder irgendeine “Trading-Plattform” eines Broker, Bank, Investmentbank, etc.
- Wenn es einen sehr liquiden öffentlichen Markt existiert, dann macht ein Dark Pool irgendwie keinen Sinn.
- Blöderweise gibt es auch sehr große Finanzkontrakte, die vielleicht 2x pro Jahr gehandelt werden, wo eine Börse garkeinen Sinn macht
- Das Letzteres kennen die meisten Menschen (inkl. Politiker) kaum.

Schattenbanken
- Der Herr Hickel hat das Wort herumposaunt, ist aber garnicht darauf eingegangen. Null garnicht. Vielleicht in seinen Buch. Weiß ich nicht…
- Auf diesen Blog schreibe ich ab und zu mal etwas darüber.
- Als “Schattenbanken” werden i.d.R. (d.h. auch die US FED tut es so) Verbriefungen bezeichnet. Also die ganze CDO, ABS, usw. Dinger
- zum Beispiel VW Financial Service ist in Europa ein bedeutender Erzeuger/Originatr von Auto-ABS-Schattenbanken. Wenn irgendwer via Leasing oder Ratenkredit ein Auto von VW via VW Financial Service finanziert, dann packt VW Financial Service diese Forderungen in ein Auto-ABS, was sich widerum über die Begabe von Tranchen finanziert. Würde VW Financial Service das alles auf ihrer eigenen Bilanz belassen… uii uuii … dann würde Winterkorn wohl kleinere Absatzziele verkünden…
- Aktuell verringert sich in Europa das Schattenbank-Volumina ganz schön doll, weil die Tranchen halt eine Laufzeit haben. Es kommt weniger Primärmarkt als Tranchen ausläuft seit ein paar Jahren. Ich denke das hält wohl noch ein, zwei Jahre an. Das ist eigentlich eine Geldmengenkontraktion. Nur sorgen sich Volkswirtschaftler nicht darum, weil sie es noch nicht richtig messen können (sie versuchen es aber)
- Eigentlich sind die meisten Schattenbanken bekannt. Es sind halt nur Tausenden, was von Aufsichtsbehörden wohl schlechter zu überschauen ist als ein paar Kreditinstitute mit Banklizenz.
- Was passieren wenn die USA von einem Tag auf den anderen Schattenbanken verbieten würden? Die US-Wirtschaft würde ebenfalls von einen Tag auf den anderen kollabieren, weil in den USA die Schattenbanken die Kreditinsitute mit Banklizenz faktisch substituiert haben.
- Das wird auch der Grund sein, warum beim Dodd-Frank-Act ganz tief ins Detail der Schattenbankwelt geguckt wurde, bevor reguliert wurde. Dagegen haben in Europa die Politiker und Beamte bereits reguliert, und stampfen dennoch auf einem lächerlich oberflächigen Niveau herum, sodass Typen wie der Hickel mit Schwarz-Weiß-Aussagen wie “Schattenbanken verbieten” auch noch als “Experten” wahrgenommen werden.

Eines kann ich schon mal sagen: Wenn man diesen Zirkus regulieren will, muss man ins Detail gehen. Ansonsten kommt nur Bürokratie raus. Oder so bescheuerte Talkshows wie die Maischberger.

Das ISDA Gremium (bestehend aus Banken und ein paar größeren sonstigen Finanzmarktteilnehmer) wird wohl demnächst zusammenkommen, um darüber zu entscheiden, ob (a) der “freiwilige” Schuldenschnitt, und (b) die nachträgliche Umformulierung mit CAC, jeweils ein Kreditereignis darstellen.

Also (a) ist das persönliche Bier jedes Griechenbondbesitzers, ihre Bonds mit fetten Discount zu verkaufen, und dafür neue/andere Bonds desselben Emittenten zu Par zu kaufen.

Aber (b) wäre ein Kreditereignis, weil die Situation ganz simpel so ist:
- Es wurde ein Schuldtitel platziert, worin der Schuldner versprochen hatt 100% zurückzuzahlen
- Am Ende erhält der Gläubiger nicht die versprochenen 100% vom Schuldner zurück.
Zum Zeitpunkt der Emission gab es kein CAC im Prospekt, sodass ein nachträgliches Ändern der CAC ein Restructuring darstellt. Zumindestens würde das ISDA Gremium normalerweise so entscheiden, aber wer weiß, wer weiß.

Ich denke dass das ISDA Gremium am Ende auf kein Kreditereignis entscheiden wird, weil dafür zuviel im Pott liegt. Aber dafür würde dann der ganze Sovereign CDS Markt faktisch wertlos werden, weil dann klar ist, dass bei Staatspleiten die ISDA Kreditereignisse nicht eindeutig genug definiert sind.

Dies steht im Kontrast zum High Yield CDS Markt, z.B. sind Firmen ja verpflichtet einen Insolvenzantrag zu stellen, wodurch ein Kreditereignis ziemlich offensichtlich wird.

Eine schöne Runde bei Phoenix.

http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/diskussionen/nachtstudio/439550?datum=2012-02-26

mit
- Gerald Hörhan (Schriftsteller)
- Dirk Müller (Börsenexperte)
- Marie-Christine Ostermann (Bundesvorsitzende Bund-Junger Unternehmer)
- Niko Paech (Volkswirtschaftler, Uni Oldenburg)

Der Herr Peach war für die Helikopter-Systemfrage da. Die Frau Ostermann gab ihren Senf hinzu wie man in diesem System so herumwirtschaften kann. Herr Hörhan erzählt wie man in dem System gewinnen kann. Und Herr Müller war der einzige der zwischen der “Im-System”- und Helikopter-Perspektive unterscheiden kann.

Der BVB hat Marco Reus für 17 Mio (zurück) gekauft. Eine Menge Holz, wenn man bedenkt dass Herr Watzke mal so eine 5 Mio Obergrenze gezogen hat. Konsumforscher nennen sowas “Smart-Shopping” (wahrscheinlich ist dieser Begriff schon wieder voll out), also wenn man die ganze Zeit herumknausert, aber für besondere, qualitativ hochwertige Waren ruhig mal die Schatztruhe aufmacht.

Pünktlich am Montag, zum Neuen Jahr, hatte ich meine Aktien-Watchliste ausgemistet, und dabei die Borussia Dortmund Gmbh & Co KGaA (DE0005493092) aufgenommen (Am 4-Jan, dem Tag der Reus-Meldung, hat die BVB-Aktie ca. +5% in einem So-So-kleines-Minus-Marktumfeld. Kam wohl gut an). Eigentlich nur zum Spaß, weil ich einfach im Bereich Event/Entertainment/Sport nix hatte. Es ging mir eher um so eine generelle Frage. In Spanien gibt es Real & Barca, in England gibt es gleich einen ganz Haufen Top-Clubs, in Italien gibt es Mailand 2x, usw. In den meisten europäischen Ligen gibt es mindestens zwei Top-Clubs, die irgendwie ebenbürtig als Meisterkandidaten gehandelt werden und dann auch noch Champions League können. Nur in D gibt es nur diesen 1 Club aus München (den ich außerdem Sch***e finde). Daher drängt sich halt die Frage auf welcher Club das “Potential” hätte (wie es im Jogi-Deutsch so heißt) aus dem Meisterschafts-Monopol zumindestens ein Duopol zu machen.

- Augsburg? … wusste garnicht dass die dort einen Fußballverein haben…
- Dieser Dorfclub? … vielleicht mal Europa League
- Mainzer Karnevalsverein? … auch vielleicht mal Europa League
- Freiburg? … in welchen Land liegt dieser Ort überhaupt?
- Siedlung südlich vom VW-Werk? … der Beweis das man mit Geld kein Erfolg kaufen kann…
- Da wo Wulff mal als Ministerpräsident regiert hat? … Nicht in diesem Jahrtausend…
- FCN? … die haben das Stadion doch nur wegen Rock im Park gebaut, oder?
- Hertha? … So ein starker Hauptstadtclub wäre doch was, aber: Nö
- K’Lautern? Ganz sicher: Nö
- Köln? Ganz bestimmt: Nö
- M’Gladbach? Schon lange lange Zeit: Nö
- Stuttgart? Nö

Ok was bleibt da noch halbwegs ernsthaftes?
- HSV? … Die ziehen irgendwie immer Sportmanager mit ganz vielen Punkten auf der Middlehoff-Skala an…
- Werder Bremen? … Hinsichtlich der Beständigkeit im Management und Trainer und Erfolg/Glück JA (Obwohl eben nicht so glücklich), aber Einzugsgebiet zu klein und zu bescheiden und zu knauserig
- Schalke? … Von der Zuschauerzahl und Geldausgeben her JA. Vom Erfolg/Glück eher NEIN.
- Bayer Leverkusen? … jaja “Vizekusen”. Wenns drauf ankommt, dann kacken die immer ab.

Nun wird klar, dass da nur die “Borussia Dortmund Gmbh & Co KGaA” übrigbleibt. Was braucht man denn eigentlich, um so ein super-duper-ich-bin-meisterschaftsfavorit-will-den-dfb-pokal-gewinnen-und-kann-jeden-anderen-europäischen-top-club-aus-der-champions-league-rauspusten-club (SDIBMWDDPGUKJAETCADCLRC) zu sein?

(Haha: Nehme das Manager/Trainer von Werder, plus ein bisschen Uwe-Seeler-Mythos und internationalen Flair vom HSV, plus Anzahl an Zuschauer und Fanatismus von Schalke, plus Kader von Leverkusen plus die besten vom Rest, plus dem Geld von VW und Dietmar Hopp, und schon fast hätte man sich einen SDIBMWDDPGUKJAETCADCLRC gebacken).

- Geld: Mit Geld umgehen können ganz viele Bundesliga-Clubs ganz gut (z.B. FCB, Werder, Vizekusen), aber es gibt auch Negativbeispiele (z.B. VW Radkappen, Schalke, HSV). Der BVB ist da auch mal so ordentlich auf die Fresse gefallen. Aber ist auch ein Beispiel, dass man lernen kann mit dem Geld auszukommen, was man hat. Der Hype um die Meisterschaft und die Champions League Teilnahme haben volatiles Geld in die Kassen gespült. Aber solche vom hoch unsicheren sportlichen Erfolg abhängigen Gelder reichen nicht um langfristig ein SDIBMWDDPGUKJAETCADCLRC zu werden.

- Stadion: Unübersehbar hat der BVB ein gut besuchtes Riesenstadion. Das zwingende Vorraussetzung für einen potentiellen SDIBMWDDPGUKJAETCADCLRC (Das ist z.B. ein Knackpunkt bei Werder. Oder der Grund warum VW-Wob unmöglich etwas größeres werden kann egal wieviel der VW-Vorstand dort versenkt).

- Internationale Bekanntheit: Der eine oder fragt sich bestimmt wie es diese englischen Top-Clubs schaffen, soviel Umsatz im Merchandising (z.B. Trikots, Schals, und sonstigen Krimskrams) zu machen. Also im englischen Absatzmarkt sicher nicht. Der gemeine “internationale Erfolgsfan” sucht sich halt 1 “Lieblingsverein” je Top-Liga aus. Da sollte es der BVB diesen “internationalen Erfolgsfans” aufgrund vermeindlicher Alternativlosigkeit die Entscheidung pro-FCB bezüglich des DFL-Sortiments nicht zu einfach zu machen.

- Erfolg: Ist ja irgendwie das Hauptziel eines SDIBMWDDPGUKJAETCADCLRC. Man muss halt sicherstellen, dass Erfolg auch das Geld/Umsatz anzieht. Dann kann man sich auch die eine oder andere Smart-Shopping-Aktion leisten (Und das ohne Öl-Oligarchen, der Hausbank, usw.).

Zurück zum Jetzt und Marco Reus: Ich denke, dass dieser Spieler tatsächlich diese 17 Mio Marktwert hat (Natürlich muss er auf diesem Niveau weiterspielen, sich nicht verletzten, persönliche Probleme bekommen, etc.). Der Typ ist einfach zu gut für einen Durchschnitts-Bundesligaclub (Das soll jetzt keine Beleidigung sein. Wirklich nicht). Es ist außerdem clever vom BVB in einen solchen Fall seinen eigenen Referenzpunkt von 5 Mio mal um mehr als dreifache zu toppen, um sich einen solchen Spieler in den Kader zu holen. Denn wenn SDIBMWDDPGUKJAETCADCLRC einen Spieler WILL, dann holt er sich den auch. Denn “Gut Wirtschaften”, “Financial Fair-Play” und hin und her. Man wird kein SDIBMWDDPGUKJAETCADCLRC, wenn man im Zweifel immer nur in der Transferpolitik ein Plus erzwingt. Dann steht man am Ende mit zu wenigen sportlichen Leistungsträger da, was dann sehr deprimierend werden kann, und so eine Negativspirale in Gang setzten kann (z.B. Werder hat dies mit Diego und Ozil erfahren; Der HSV macht das systematisch, indem immer genau soviele verkauft werden, dass es nur zum Mittelmaß reicht; Und Leverkusen verkauft immer 1 weniger als der HSV…). Und vom Timing her muss der BVB halt auch ein Zeichen setzen, dass die diesjährige CL nur so ein Art “internationaler Probelauf” war. Die BVB-Aktie ist quasi am Scheideweg zwischen Pennystockrakete und einem SDIBMWDDPGUKJAETCADCLRC (Quasi wie eine Biotech-Aktie mit dem 1 Wirkstoff in der Entwicklunspipeline).

P.S.: Nein, ich bin kein “Fan”, Anhänger, Supporter, etc. irgendeines der hier genannten aktuellen Bundesligisten. Ich stelle mich aber seelisch darauf ein (erst) in 1, 2 oder 3 Jahren meinen Lieblingsverein wieder auf dessen angemessen Liganiveau spielen zu sehen.

Irgendwie ist der blicklog mit zuvielen Javascripts zugemüllt, sodass mein Kommentar dort nicht gespeichert wurde. Darum schreibe ich das Kommentar bei mir selber. Artikel: http://www.blicklog.com/2012/01/03/was-sich-cfos-fr-diese-jahr-wnschen/

Europa: Ich hoffe ja auch, dass 2012 ganz geordnet über die Bühne geht. Beim Refi Bedarf wird es D nicht so übel treffen wg den Spaßkassen- und Geno-Säulen. Firmen aus UK, IT, ES und Osteuropa treffen auf ein eher schlechteres Refi-Umfeld.

Sicherheiten/Rückholquote/Rangigkeit: Es wurde ja genug in den letzten Jahren gewarnt, dass Refi in 2012 bis 2014 ein heißer Ritt werden kann, insb. wenn LT-Debt-to-Eq hoch ist, viel mit Mezz und unbesichert in den 2000er finanziert wurde (Das letztere Kreditmarktsegment ist quasi tot seit der GFC). Darum finde ich es ja auch gut, dass Herr Elsner über “Collateral Management” schreibt. Denn mit schlechten Karten auf der Hand (=Bilanz) wird Refi in den kommenden Jahren zum reinen Glückspiel (Es wird ganz sicher noch der eine oder anderen den Manroland machen. Man kann nicht jedes Makel mit hoheren Zinsen ausgleichen…).
Was die Aktiva betrifft bin ich eher verhalten, kein Schwarzmaler, aber sicher kein Optimist der Fantasieumsatzprognosen Glauben schenkt.

Regulierung: Beim Banker-Bashing bin ich nicht mehr mit von der Partie. Diese Sell-Side-Typen sind auf dem absteigenden Ast (weniger Kohle, die nächsten Entlassungsrunden kommen). Da ist auch viel Ohmacht im Spiel, weil da bisher noch nicht der Messias um die Ecke kam, der erläutert wie Banken in der neuen Regulierungswelt Fantasiegewinne machen können – Geschweige denn wie man den Überhang an Refi-Bedarf decken sollte.

Laufzeiten: Die FED hats kapiert, die EZB hadert noch mit dem Verständnis dafür dass die “echte Geldmenge” ,die Geldschöpfung der Banken und Nicht-Banken, einen Einfluss hat. Da können Zentralbanken noch so viel Quantitative Easing machen, solange die “Anomalie” der aktuellen Liquiditätspräferenz anhält wird diese “echte Geldmenge” gnadenlos schrumpfen (Das ist dann wie diese alte Kindersendung “Eins, Zwei oder Drei” für diejenigen, die sich finanzieren müssen).

Creditor’s Recovery vs Shareholder Value: Irgendwo oben habe ich mal das Wort “Bilanz” fallen lassen. Das Problem von Bilanzen ist, dass diese durch IAS/FASB (und entsprechende Änderungen des HGBs) tendenziell ziemlich aufgebläht sind zu Gunsten der Shareholder (Und vom Vergleichbarkeitsprinzip ist ohnehin kaum noch was übrig geblieben). Auf dem Papier können da ganz tolle Firmen-Stories verbreitet werden. Das interessiert aber keine Sau, die sich bspw. fragt was denn die Rückholquote einer “riskanten” Investition in eine Kreditforderung seien mag. So kann es durchaus passieren, dass ein Kreditanalyst nach intensiver Adjustierung der vorgelegten Bilanz zu einem grausamen möglichen Liquidationswert kommt (und enstprechend das Loss-Given-Default grausam angesetzt wird), obwohl die öberflächigen (Fantasie-)Bilanzkennzahlen total super in der Executive Summary aussehen. Es ist einfach so, dass einem Kreditmensch (der nur mit gekreuzten Fingern an Bilanzkennzahlen glaubt wenn Oberchef es befiehlt) ganz Schwarz vor Augen wird, wenn der Schuldner seit Jahren an der Overreportingeritits leidet und ganz viel heiße Goodwill-Luft ausweist. Was wollte ich nochmal sagen? Genau. Ich denke, dass (dieses fiktive) Shareholder Value (weil es oft nur “Papierakrobatik” war) ziemlich schlechte Karten eben hat. Die Verhandlungsmacht liegt in den nächsten Jahren bei den Gläubigern ihre Interessen (zum Nachteil aller anderen Stakeholder) durchzusetzen.

——————————————————————————————————————

Das gehört nicht mehr zum Kommentar…

Die Karawane zieht weiter… Im HB war ein interessanter Artikel (hmm Link vergessen), dass China die Wertschöpfungsstufe aufsteigt und folglich die Millionen von Jobs in ärmere Länder auslagert (ca. 10x mal damals Deutschland, Japan, Südkorea, usw. die ja vor Jahrzehnten Gleiches durchliefen wie China). Daraus ergeben sich logischerweise ganz tolle Chance im Außenhandel mit Entwicklungsländer, die das Potential haben sich zu industrialiseren. In den HB Kommentaren war einiges an Empörung zu lesen, aber wofür gibt es einen Außen- und Entwicklungsministerium und überhaupt diese ganzen internationalen Veranstaltungen (z.B. Klimakonferenz). Man sollte sich eher fragen mit wen China in der 3.Welt einfrig handelt treibt und FDIs macht, oder sich die Frage stellen welche Art von Wertschöpfung in China wachsen wird.

Naja die 3.Welt ist eh so ein vernachlässigtes Thema, was aber ohne wirtschaftspolitisch-gestaltende Politiker nicht funktioniert. Was ist eigentlich aus diesem Desertec-Projekt geworden. Da hätten sich unsere Wirtschafts-, Außen-, Entwicklungs-, Umwelt- usw. minister (aus D, FR und IT) voll in Nord- und Zentralafrika einschleimen können, und so eine Art “Vision” schaffen können, an der auch Firmen aus Europa dran hätte zerren können. Da ist Nix materielles passiert… außer ein paar Powerpoints und Appetithäppchen in Zeitschriften.

Über Wulff… Oh nee. Da hat er bei der ZEITUNG auch noch auf dem AB gelabert. Ist so als ob Wulff in den Treibsand geraten ist, und dann auch noch kräftig strampelt….

Zum Zwischenstand vom Artikel http://techinno.wordpress.com/2010/02/05/noch-1000-tage/

Was ich damals nicht gedacht habe

(1) EU-Politik und EBA erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Kreditklemme durch faktischem Vorziehen von Basel III

(2) China säuft ab. Deren Immobilienblase platzt, die KP weiß nicht mehr wo sie noch Konjunkturprogramme veranstalten sollte.

Das Jahr 2012 wird das Jahr des großen Knalls.

Nun gut die CoBa muss jetzt den berühmten Schluck aus der Pulle nehmen (Kommt von Asmussen). Nun schauen wir uns mal die Argumentationslinie an.

- Hat sich breitschlagen lassen Ende 2008 die Dresdner Bank doch noch von der Allianz zu kaufen
- Somit übernahm die CoBa die Dresdner samt (aller nicht-offiziellen) Verluste (von ca 40 Mrd) zum 31.12.2008 (also kurz bevor die Mutter Allianz diese Verluste in ihre Bilanz hätte reinschreiben müssen).
- Als Mitgift bekam die CoBa eine 18 Mrd Finanzierungsspritze vom Soffin (Ansonsten wäre der Deal in keinem Wertpapierrecht dieser Welt über die Bühne gegangen).
- Von den 18 Mrd hat die 14 Neue-CoBa zurückgezahlt. Das ist eigentlich ganz toll. Jemand der Schulden zurückzahlt. Wow! (Da könnte Griechenland von Lernen).
- Genau und dann kam dieser Staatshaushaltsbilanzbetrug vom griechischen Staat an die Oberfläche und plötzlich da eine Euro-Staatsanleihe, die nun nicht mehr so ausfallsichersicher wie Gesetze annahmen.
- Das ganze Euro-System wird unter die Lupe genommen, und die Investorenscharr entdeckt die (bereits vorher bekannten) “Konstruktionsfehler” des Euro-System.
- EU-Politiker ziehen in einem Panikanfall (ihrer eigenen Schuldenkrise) die Implementierung von Basel III faktisch auf 2012 vor (Man muss ja was tun. irgendwas)
- Die EBA erklärt Staatsanleihen nicht mehr als “risikolos” in der EK-Quotenberechnung (Stichwort “Marktpreise”)
- Politiker und EBA wundern sich warum Banken nun auf die Idee kämen ihre Bilanzen zu verkürzen.
- Und in Summe muss die Neue-CoBa wieder die Finanzierung vom Soffin zurücknehmen.

Was soll man denn sagen? Die Neue-Coba braucht JETZT mehr EK, weil die Politik es JETZT so will.

P.S.: Eigentlich ist die Neue-CoBa die Bad-Bank der Allianz S.E. Und dieser Fu**er namens Diekmann tut so als ob hätte er mit der Finanzkrise nie etwas am Hut gehabt. “Dresdner Kleinwort?”, Herr Diekmann, “Investment-Banking-Spielen?”, klingelt es? Während die CoBa schön brav das alte “eine Hand wäscht die andere”-Spiel mitgespielt hat (Raten Sie mal was Bedeutung von “Sparkassenverbund” oder “Genosschaftsverbund” ist oder warum Lehman pleite ging und nicht Merril Lynch, usw.), hat glaubt ein Herr Diekmann er hätte damit nix zu tun. Was für ein Kleingeist.

Warum haben sich Anleihebesitzer sich nicht mit CDS abgesichert
… ist so eine Frage die man manchmal hört…

1. Die Staatsanleihen wurde als Collateral bei der EZB hinterlegt — Und was man bei der EZB hinterlegen darf, kann doch nicht ausfallen… denkt man sich so…
2. Absichern ist nur dann toll, wenn man mit einem blauen Auge davon kommt – Wenn die CDS Absicherung voll teuer geworden ist, dann könnte man die Anleihen auch mit Verlust versuchen zu liquidieren (weil halt Derivat und Underlying immer Hand-in-Hand gehen).
3. Banken haben Staatsanleihen meist nicht im Handelsbuch (und wenn sie es mal hatten, dann seit 3 Jahren nicht mehhr, IFRS 39). Liquidieren ist dann blöd wenn man die Anleihe zu Par in der Bilanz stehen hat. Und ein CDS Hedge drüberlegen halt teuer (und man bekommt auch ein Counterpartrisiko zusätzlich).
4. Menschen (und diese arbeiten in Banken) mögen nicht gerne Verluste realisieren. Dann lieber Augen-zu-und-Hoffen (Dispositionseffekt). Aber es ist i.d.R. auch nicht wirklich möglich mal auf die Schnelle eine Block-Order über ein paar Millarden (d.h. da muss ein Käufer entsprechend Cash auf den Tisch legen können) in den Markt zu stellen.

…hindsight bias… Wenn es zu spät ist, ist es zu spät…

Der Schwanz wädelt mit dem Hund
Es ist ein binäres Spielchen. Wenn so ein Pleitestaat viele Millarden für wertlos erklärt, dann müssten Banken (und Versicherungen, Pensionskassen) ganz viele Millarden abschreiben, und die CDS Writer müssen ganz viel Cash irgendwen überweisen. Bei Griechenland sind das ca. X%*250 Mrd für die Schulden, und X%*4200 Mrd CDS Nominal (Müsste nachgucken, aber die Dimension müsste noch stimmen). Entweder hat man Deppen die die Pleiteanleihen hielten und CDS verkauften, oder Deppen die mit Verlust realisierten und CDS Absicherungen kauften, Egal was passiert, sehr viel Geld wechselt den Besitzer, oder hat es schon…. Ist doch vollkommen egal was mit Griechenland ist…

Das “Alles-hängt-mit-Allen-zusammen”-Risiko
Das ist wohl de schlauste Aussage die Edmund Stoiber je in seinem Leben gesagt hat: “Alles-hängt-mit-Allen-zusammen” (Das hört sich nur viel lustiger an wenn Edmund Stoiber es sagt).
- Wenn unser Underlying Griechenland ausfällt, dann verlieren erstmal die Gläubiger ein Haufen Geld (bzw. müssen wie wild abschreiben)
- Als nächstes verlieren die CDS Writer ein Haufen Geld (In dem Fall müssen sie es echt überweisen).

Und dann nimmt die Scheiße erst richtig an Fahrt auf. Irgendwelche Banken wird die Bilanz auf die Füße fallen. Wenn sie Glück haben passt das Eigenkapital nicht mehr aus, sodass sie Assets verkaufen müssen (Bilanzverkürzung), und als Gegenpartei für komplett andere Geschäfte mehr Aufschläge berappen müssen… Kurzum wir bekommen ein Correlation-One Happening durch alle Assetklassen hinweg. Manche mehr, manche weniger… Das ist unmöglich vorherzusehen.

Die Begründung warum Staatsanleihen ausfallsicher seien
Hinter der Annahme, dass Staatsanleihen ausfallsicher seien, steht dass es eine Zentralbank gibt, die jene Staatsanleihen nach Belieben in ihrer Bilanz bunkert (falls sich dafür kein Käufer findet). Also dass eine Zentralbank im Notfall die Investmentbank eines Staats spielt. Diese Annahme gilt aber im EZB-System nicht bzw. die EZB pocht darauf, dass wie in all denn Staatsverträgen um den Euro, dies ausgeschlossen ist.
Ohne diese Annahme sind halt Staatsanleihen aus dem Euroraum auch nicht ausfallsicher. Die Regierungen müssen dies durch eigene Fiskalpolitik sicherstellen. Theoretsch wären sie erst dann ausfallsicher im engeren Sinne, wenn sie garkeine Schulden hätten.

“CCC or Lower”-Spielchen
Und so passiert es halt, dass ein Land wie Griechenland das “CCC or Lower”-Spielchen über sich ergehen lassen muss: Investoren hoffen/wetten nur von Zinstermin zu Zinstermin, von Fälligkeitstermin zu Fälligkeitstermin (Nicht “ob”, sondern “wann”). Und damit sich selbst das “lohnen” könnte, muss da ein sportlicher zweitstelliger Yield draufstehen.
In der Tat hoffen/wetten Investoren nur darauf, dass irgendeine(welche) andere Regierung(en) den nächsten Zins- und Schuldtilgung bezahlen. Bei Firmen als CCC Schuldner hofft/wettet man darauf dass die noch rechtzeitig die benötigten Taler aus ihrem Betrieb oder Absatz zusammenkratzen; Das ist meist wahrscheinlicher ist als dass Griechenland ihre Bürokratie zurückfährt und genügend Steuern eintreibt.

Wie man auf Fixpunkt hinkonvergiert
Ich glaube nicht, dass es viel Sinn macht, wenn die Euro-Regierungen ihr Schulden(wachstum) in andere nationale Haushalte umleitet. Das führt nur dazu, dass den Geberländer früher oder später die ganze Geschichte selbst auf die Füße fällt – Einer nach dem anderen (Die Schwächste zuerst). Ich denke, dass man die Annahme mit der Zentralbank und dem ausfallsicher wiederherstellen müsste, damit Ruhe im Karton ist (Als Alternative dann der Haircut bzw. garkein Schuldenmachen). Nur wird man Inflation als Quittung bekommen (“Schulden weginflationieren”). Muss man halt wissen ob man lange Finanzmarkttheater haben will, und am Ende dabei vielleicht selbst brutal unter die Räder kommt, oder ob man Inflation kassiert. Das Kind ist eh schon in den Brunnen gefallen (=Staatsdefizite). Und nachdem man der EZB das Gelddrucken erlaubt hat, sollte man sich mal überlegen wie man die Möglichkeiten der EU-Institutionen von Plutokratie auf Demokratie upgraden kann – Ansonsten wird das nichts mit der Vision vom Vereinten Europa.

Der große Wurf
Die (Finanz-)Welt wartet auf dem ganz großen Wurf. Und so lange nur Trippelschritte mit Null Ergebnis rauskommen (Der Status der letzten Jahren), wird auch nur äußerstes Misstrauen, Vorsicht bis Panik, Kurzfristigkeit und Brutalität erwidert. Ich kann manchmal die Bankenlobby gut verstehen: Die Politik will Zugeständnisse, aber weiterhin ihre strukturell kaputten Staatsdefizite fahren (und eine Zentralbank die vom Gegenteil ausgeht). Das lernt jeder Bank-Azubi das man Schuldner in spe mit eine solchen Verhalten den Kreditantrag um die Ohren haut.

Die Politik sollte sich mal Gedanken wie ihr Geschäftsmodell, pardon, ihre Geldsystem mit ihrer Fiskalpolitik funktionieren soll. Wie der Plan so war, klappt es ja offensichtlich nicht.

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