Volkswirtschaft


John Perkins nennt einen alternativen Erklärungsansatz, warum gerade Lybien soviel Aufmerksam von der NATO bekam — Ein schlimmer Diktator war Gaddafi auch schon Jahrzehnte zuvor.

Quelle: Libya: It’s Not About Oil, It’s About Currency and Loans

According to the IMF, Libya’s Central Bank is 100% state owned. The IMF estimates that the bank has nearly 144 tons of gold in its vaults. It is significant that in the months running up to the UN resolution that allowed the US and its allies to send troops into Libya, Muammar al-Qaddafi was openly advocating the creation of a new currency that would rival the dollar and the euro. In fact, he called upon African and Muslim nations to join an alliance that would make this new currency, the gold dinar, their primary form of money and foreign exchange. They would sell oil and other resources to the US and the rest of the world only for gold dinars.

The US, the other G-8 countries, the World Bank, IMF, BIS, and multinational corporations do not look kindly on leaders who threaten their dominance over world currency markets or who appear to be moving away from the international banking system that favors the corporatocracy. Saddam Hussein had advocated policies similar to those expressed by Qaddafi shortly before the US sent troops into Iraq.

(Eigene Hervorhebungen)

Nun gut, wenn es nun nicht als alternativer Erklärungsansatz gesehen werden mag, ist es zumindest ein angenehmer Nebeneffekt, dass kein Währungseffekt entstehen könnte…

Vom Timing wäre auch gerade irgendeine Währung mit Goldstandard überhaupt nicht gut für unser Fiat Money System, und all ihren kränkelnden Schuldnern.

Letzte Woche musste ich reihenweise wundern, was Tageszeiten so auf ihren Titelseiten schrieben. Da wurde tatsächlich die Arbeitslosenstatistik aus dem Jahr 2010 mit einer Arbeitslosenstatistik aus dem Jahr 1992 verglichen. Das ist ein ziemlich inkorrektes Vorgehen.

Es ist ja nicht so als ob die Presse in den letzten Jahren ausführlich darüber berichtet hat, warum in den Arbeitslosenstatistiken seit der “Hartz 4 Reform” komplett andere Zahlen sind und somit nicht mehr vergleichbar ist. Ne ne ne….

Wenn man die Anzahl der Arbeitslosen mit 1992 vergleichen will, dann müsste man die teilweise die Arbeitslosengeld II-Empfänger hinzuzählen.

Im Oktober 2010 waren es ganze “5.507.000 erwerbsfähige Menschen” die ALG2 bekamen.
==> Von den 5.5 Mio ALG2ler sind im knapp die Hälfte 2010-offiziell arbeitslos. Das Plus den ALG1-Arbeitslosen ergibt dann die 2010-offizielle Anzahl von Arbeitslosen von rund 3 Mio.
==> Ca. 20% der 5.5 Mio sind Aufstocker und ABMler. Das wären nach alter Statistik, dann Arbeitslose. Macht rund 1 Mio Leute, die man zu den 3 Mio. 2010-offiziellen Arbeitslosen raufrechnen müsste.
==> Also ich komme dann auf rund 4 Mio Arbeitslose nach Vor-Hartz-IV-Ära-Statistik.

Genau kann ich das aber nicht sagen (Durch Kopfrechen-Runden kann durchaus eine kleine Großstadt hier und da fehlen). Eigentlich müssten die VWL/Statistik-Profs. dieser Republik hoch- und runterbeten können. Komisch, da kommt kein Pieps.

Kann man sich hieraus zusammenreimen: http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201010.pdf

Wie jeder mitbekommen hat ist eine Stelle Bundesbankvorstand nun vakant. Das letzte was die Bundesbank nun braucht ist ein weiteren Frühstücksdirektor, der den Status des “verdienten Mitarbeiter” sich irgendwie irgendwann mal erworben hat und sich für ein “Weglob”-Verfahren empfahl. Es wäre zu wünschen wenn die Parteien sich ein stink-normales Bewerbungsverfahren einigen würden, wo dann auch fachliche Qualifikationen über
- allg. Makroökonomie,
- Geldpolitik,
- Finanzwissenschaften
ausschlaggebend wären.

Schon bei der letzte Berufung bzw. Weblobung gab es Kritik
Die Kompetenz in der Bundesbank schwindet

Natürlich werden schon Namen genhandelt (Jörg Asmussen, Jens Weidmann, Beatrice Weder di Mauro)
Wer Sarrazins Nachfolger werden könnte

Ich glaube die SPD wäre am Drücker. Wenn es nach dem alten “Weblob-Spielchen” geht, aber auch etwas Kompetenz geheuchelt werden soll, dann ist Jörg Asmussen die Nr.1. Im Punkt internationale Erfahrung hätte der eher CDU-nahe (=Adjutant von Merkel) Jens Weidmann ein Pünktchen mehr. Wenn es um die fachliche Kompetenz geht, dann fliegen beide gegen Beatrice Weder di Mauro aus dem Rennen, weil die ist immerhin VWL-Professorin und kann mit Sachverständigenrats-Erfahrung auch eine gewisse “Kommunikationsfähigkeit mit Politikern” unterstellt werden.

Aber wie gesagt, es ist schon bemerkenswert, dass der Kreis auf drei Kandidaten schon vorab medial eingegrenzt wird. Das liegt vor allem an dem Weglob-Berufungsverfahren, was per Konstruktion Bock-Mist ist. Man sollte auch paar Dinge anführen, die vielleicht gar nicht so blöde Zusatzqualifikationen wären (neben den ganze VWL-Sachen a la Geldpolitik usw):

- Wissen über Kreditprodukte und -risiken
- Wissen über Währungshandel

Ich denke dass es weltweit ohne wenige Eier-legende-Wollmilch-Sau-Kandidaten existieren (z.B. Geldpolitik, Finanzwissenschaften, Außenhandel, Kreditrisiken, Währungshandel, etc.) die auch noch eine gewisse Loyalität mitbringen (d.h. bist der Bundesbank verpflichtet, oder ein eher ein Parteisoldat oder gar ein “Drühtür”-Heuchler?). Eigentlich wäre der Super-Kandidat ein ehemaliger quantatitativer Makro-Hedge-Fonds-Manager der irgenwann von Selbstzweifeln gepackt über sein tun erfasst wurde und dann Professor an einer staatlichen Universität wurde und auf Drittmittelgeld-Hörigkeit pfeift. Tja, so ein Mensch ist mir aber nicht bekannt…

Spät bin ich dran über ein Kommentar über den Banken-Stresstest. Aber andere Blogs haben bereits meine Meinung wiedergegeben sodass ich ich nur noch darauf verweisen brauche. Beispiele:

Zahl des Tages (23.07.10): 7

Auffallend viele Banken sind bei 6,0 bis 6,2%. Als wären die Bedingungen genau so gestrickt worden, dass die Zahl nicht zu groß wird. Schon bei leichter Verschärfung wären die alle auch rausgekippt (Nord LB, Piraeus Bank, Monte dei Paschi de Siena, Banco Pastor, Caja Sol, Caja3 (laaanger Name), Banco Guipuzcoano, Colonya – Caixa D’Estalvis de Pollensa). Dann wären es direkt 15, also gut doppelt so viel gewesen. Aber auf solche Ideen aus Verschwörungstheorienecke würde ich natürlich nieeee kommen …

Was für ein Theater um den Bankenstresstest

Was allerdings im EU Stresstest leider nicht untersucht wurde sind die Auswirkungen auf die europäischen Banken bei einem schwarzen Schwan Ereignis. Zwar könnte man einen Double Dip zum Vergleich mit den Prognosen der Eu Wirtschaft als einen schwarzen Schwan bezeichnen, doch ist eine Rezession, in der die Wirtschaft um 0,4% schrumpft nicht sonderlich viel, vergleichen mit dem gerade erlebten rasanten Absturz. So wird auch kein Szenario durchgespielt, bei dem wieder eine große Bank, wie Leahman Brothers, pleite gehen würde, oder aber ein Land wie Griechenland bankrott anmeldet.

Stresstest ohne Stress

…Der Stress-Test konzentriert sich hauptsächlich auf Kredit-und Marktrisiken, einschließlich der Forderungen aus europäischen Staatsanleihen. Der Schwerpunkt der Stresstests wurde auf die Eigenkapitalausstattung Tier 1 Kapital und nicht auf die möglichen Liquiditätsrisiken gelegt…
…weitere gravierende Weichspüler des Stresstests… Im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise wurden die Bilanzierungsstandards aufgeweicht, diese ermöglichten umfangreiche “Umwidmungen” von Vermögenswerten ursprünglich zu Handelszwecken gehalten und damit zu Marktpreisen zu bewerten ins Bankbuch bis zur Endfälligkeit zu halten und damit auch zum Anschaffungspreis für die Banken bilanzierbar! …
… Staatsanleihen, dankbarer Weise nur im Handelsbuch getestet, trugen zu Verlusten von nur lächerlichen 38,9 Mrd. Euro bei, ganz zu schweigen davon das im Stresstest ein Komplettausfall eines Staates (Staatspleite) nicht vorgesehen war….
… Kurz zusammengefasst, der erste wesentliche Kritikpunkt am Stresstest muss lauten, dass dessen Grundlage auf Bankbilanzen mit aufgeweichten Bilanzierungsstandards und damit auf geschönten Bilanzen 2009 basierte, deren risikogewichteten Aktiva an Hand der Bewertungen von Ratingagenturen und internen Ratings ermittelt wurden….

Der ganze Test war nur ein triviales Herumspielen an Bilanzpositionen unter Anleitung von ein paar subjektiven Garbage-In-Szenarien. Was haben die Politiker nicht über die ganzen Finanzmathematiker geschimpft, und dann setzen sie der Welt so eine Pfuscharbeit vor. Wer rummeckert sollte es auch besser machen…

Hier ein kleiner Film Quants: The Alchemists of Wall Street (Marije Meerman, VPRO Backlight 2010) . Einmal Vorspulen bis Minute 31 und zuhören, was Derman und Wilmott über Wachstumsannahmen, was Politiker wünschen und was über Ökonomen sagen.

Anstatt an den Schrauben zu drehen, sollten wir grundsätzlicher Fragen klären und entsprechende Mechanismen in Geld-/Finanzsystem implementieren. Solche Diskussionen wie bei egghat sind der richtige Ansatz: Die Reaktion auf die Krise – dokumentiert an einem Beispiel

Ich überlasse den Leser die Interpretation.

Für die USA (FRED2)

Für die BRD sieht das so aus (Destatis):

Oh hoppla. Das USA EMRATIO ist aber nicht vergleichbar mit der Grafik für die die BRD. Mit dem richtigen Nenner sieht das für die USA dann so aus:

Beim Blick auf die Y-Achse nicht Freudentaumel verfallen! In der BRD sind so ziemlich Ober-/Unterkante alles im Zähler was arbeitet auch wenn es für 1 Euro ist.

International Monetary Fund = USA’s Monetary Fund?
Erstaunlich mit welchen Selbstverständnis die USA den IMF für sich beanspruchen. Da sind Phrasen zu hören wie “Warum sollen wir (=USA) uns Geld von den Chinesen leihen, um den Griechen einen bailout zu schenken”. Gut das wir die Hoheitsansprüche beim IMF mal klipp und klar geklärt hätten. Daher sollten die USA auch nix dagegen haben wenn die EU-Staaten aus dem IMF austreten, also dem IMF kein Geld mehr geben. Wieso auch? Die USA sollten dann auch bitte schön den großkotzigen Anspruch “International” aus dem Name des IMF streichen und das ganze Ding “US-Dollar Fund” (USF) nennen.

Wachstum sei die Lösung aller Probleme
Wachstum ist die große Ausrede der Staatsschuldenmacher, um heutige Schuldenmacherei mit den eventuellen Aussichten zu rechtfertigen. Ich kann nur immer wieder betonen wie beschränkt ich es finde dass Politiker darüber diskutieren wieviel Neuverschuldung tragbar sei unter ihren grandiosen Annahmen eines überoptimistischen Wachstum – Alice im Wunderland? Vielleicht sind unsere EU-Politiker einfach nur auf LSD? Vielleicht sollte den Halben-Keynesianern mal gesagt werden, dass Keynes aus einer ausgeglichenen fiskalischen Lage mit super wenigen Staatsschulden heraus argumentiert hatte. Fakt ist aber, dass die meisten europäischen Staaten seit Jahrzehnten zu keiner Zeit die Neuverschuldung ihrer Anti-Rezessions-Programme zurückgezahlt haben, und sich somit eine Staatsschuldenspirale buchsiert haben – Der halbe Keynes funktioniert nicht. In der Ökonomie geht es vor allem um begrenzte Ressourcen, aber in der Politik um die unendlichen Versprechen – Das ist inkompatibel. Die Optionen sind sehr simpel: (1) Es gibt einen echten Einschnitt, eine Umkehr, oder (2) das Staatshaushaltsproblem wird verschoben und somit in Zukunft verstärkt. Leider sind Politiker in ihrem Alice-im-Wunderland-LSD-Rausch-der unendlichen-Versprechen nur geistig in der Lage sich für (2) zu entscheiden.

BP’s Super GAU
Eines bin ich mir gewiss: Es gibt eine Super-Case-Study für MBA-Programme zum Thema Strategische, Change, oder Crisis Management (wie auch immer der Kurs tituliert wird). Die BP Öl-Katastrophe hat wohl alle Rekorde im Fettnäppchen-Reintreten gebrochen. Es zeigt vor allem, dass es technisch unmöglich durch Zauberei alle möglichen Vorrichtungen in wenigen Tagen zu entwickeln, zu produzieren und auch noch zum Einsatz zu bringen. Das ist für jeden Ingenieur Common Sense, aber manche Manager sollen ja technisch so inkompetent sein, dass sie glauben alle möglichen technischen Lösungen “Off-the-shelf” in Rekordzeit zum Einsatz zu bringen. Es ist schon sehr traurig, dass “Contigency Planning” im strategischen Management allenfalls sich auf Entwicklung PR-tauglicher Ausreden für den Notfall beschränken. Eine andere Schlußfolgerung ist aus der Hilflosigkeit des Großkonzern BP nicht ersichtlich. Ich halte es für absolut bescheuert den Leiter einer technischen Abteilung des BP Konzerns als Sündebock zu feuern: Es ist die unendliche Kurzsichtigkeit und das mangelnde Wissen über technische Entwicklungsprozesse des BP-Vorstandes selbst, die diesen Konzern in diese Krisensituation gebracht hat – Ohne Senior Management Committment geht in großen Organisationen so gut wie garnichts. Gerade Investoren sollten sich fragen, ob dieser Schlag “technisch-inkompetenter-kurzsichtiger-Manager” der richtige Typ ist, um mögliche horrende finanziell wirksame Ausfälle in der Bottom-Line zu verhindern.

Vorhin habe ich mir auf CNBC die Show “European Closing Bell” angeschaut, und fühlte mich irgendwie motiviert der Redaktion gleich mal eine Email zu schreiben (Feedback war vom Moderator erwünscht).

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Dear Mr Guy Johnson,

Mr Schachtschneider’s arguments are based on logical reasoning from a certain perspective. Of course, it would be fine to fix the refinancing problems of Greece in the short run, because politics and political media is a short term minded business (as we all know).

Let’s repeat some facts and arguments. The whole concept of the currency called EURO is based on the Maastricht rules. The enforcement of Maastricht rules (not the rules themselve) were already softened from the very beginning “to allow some flexibility”, say in euphemistic political public relation tongue. The Maastricht rules are bloody simple:

(i) not more than 3% bugdet deficit per annum,

(ii) not more than 60% total debt to yearly gdp.

Even monkeys are capable to comprehend rules (i) and (ii), right? (Monkeys is the intellectual standard you need to insure if politicans are involved. It’s rather an insult for monkeys). And the end of the day, it doesn’t matter whether Maastricht rules are formally fulfilled (from point of measurement), e.g. EURO-country X reached “exactly” (= a running gag for any statisticans) the required thresholds outline in rules (i) and (ii). The idea behind rules is that eurozone governments try HONESTLY to reach the goals (that is the normative side of rules; teh “normative” is why you might think your neigbour is a sucker; very important for lawyers becoz “normative” is the thing which is written in law, to be judged, and have to be compatible to the “public” opinion = law).

- There is an EURO-country “ES”, say, that reached approximatly rules (i) and (ii) since introducing the EURO in their country. However the didn’t made it recently bcoz a major domestic industry plumped to almost nothing. An observer is likely to say “that is an unconventional crisis”, a kind of “exception”. The “normative” side say “OK”.

- There is another EURO-country “GR”, say, that “formally” fulfilled the rules (i) and (ii) since introducing the EURO as a currency. However, it turns out that “formally” was “window dressing” and the local government haven’t try to conform with the rules (i) and (ii) in reality. An observer would say that are “cheaters”. The “normative” side say “f*** off”.

What happens to legal entities in the real business world who were praticing excessive window dressing? To give an example, Enron and Worldcom are history, aren’t? Such legal entities reached point were investors were unwilling to refinance their ponzi scheme. In case of govt debt it is a different game.

Countries cannot broke like firms (It is impossible to layoff a population; They will be still there; Ok in France you cannot even layoff corporate personnel because corporation and the state is kind of the same…from local “normative” perspective ;) ). However, there is another, quite old way, that have been proofen to be working for decades, ohn no for centuries. It is called “currency depreciation”. Look at our example EURO-country called “GR”: It is a “cheater” with a weak domestic economy. The only way out to recover confidence in this “cheater”-country is performance, economic performance (Actually the “cheater” doesn’t matter – The big issue is the weak domestic economy if you HONESTLY talking about prosperous prospects of “GR”). However, in this case the only way to jump-start a weak economy of “GR” is to devalue the goods and services they are producing (or will produce) in order to enhance the value propositions of theses goods and services for foreign buyers. That leads to the following strategic options:

(a) cut wages to lower production costs of goods and services ==> Riots in “GR” will worsen.

(b) “depreciate” the (non existing) local currency ==> The people will not realize it immediatly.

In both cases the wealth of “GR” will be reduced! But that is just the “perceived” wealth. In terms of “real wealth” they already lost it because of their excessive debt increases – It is just about the question when, what time, the people of “GR” realize that have lost something what have never been there. There is only option (b) “practical” from “politics” point of view – under the assumption politics is trying to reach an “economics compatible” solution. However, is it neccessary to kick “GR” out of the EUROzone? No! The only requirement is that “GR” (re-)introduce a local/regional currency, that is used by the “GR” goverment to pay all their bills, e.g. paying civil servants, paying supplier of public service entities, etc.

You must imagine that Calfornia did the same with paying their civil servants with IOU-notes, from abstract point of view. These IOU-notes was actually a form of “Californian” currency. E.g. if “GR” would start to pay their civil servants and the suppliers of public entities with IOU-notes (called “Drachmen-Paper”, say), then these notes starts to emerge as a local currency automatically, because receiver need to get rid of it, e.g. by buying stuff with it at discount compared to the EURO, say.

Conclusion: Mr Schachtschneider is an EU/EURO-opponent (Torries should love him, right?). However he is right, that rules are not rules, if these rules are ignored notorically. It is typically German to divide the world in black/white. Therefore, some arguments of kicking “GR” out of the EURO-zone seems quite radical. I hope the reader of this letter looked at the last paragraph. The problem of “change” is not the goal, rather the “way how to get there”. It is not possible to kick a EURO-member out from one day to another, e.g. “GR” reintroduce the Drachme tomorrow. That is a problem because “GR” need a kind of Drachme to fix their domestic economy. Therefore a hybrid, transition, “kind-of” currency thing like IOUs would be the solution.

Regards,
nigecus
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In Ländern mit alternder Bevölkerung wie Deutschland werden mehr und mehr Rentner-in-spe existieren die heute und in der Vergangenheit ihr Erspartes in diverse Produkte von Fondsgesellschaften gepumpt haben. Solche Fondsgesellschaften sind nicht unbedingt auf die üblich verdächtigen Anbieter von Publikumsfonds beschränkt. Wo werden denn die Betriebsrenten, Versicherungsbeiträge, usw reingepumpt? Am Ende landet es so oder so in Corporate Bonds/Mezz/Equity und Sovereign Bonds – Direkt (z.B. Bundesfinanzagentur, Aktien/Anleihen), oder indirekt (z.B. Publikumsfonds, Verbriefungen), oder noch indirekter (z.B. ETFs, Swaps). Eigentlich kann man Sovereign Bonds wegschmeißen, weil man nach Abzug der Inflation ca. auf 0 kommt (Außer vielleicht eben Griechenland & Co.; Außerdem sollte jeder der von Sovereigns als Anlage schwärmt aber gleichzeitig im Bund der Steuerzahler ist sich wegen Schizophrenie in Behandlung geben). Mit 0 wird wohl bei keinen Rentner-in-spe der Wohlfühl-Lebensabend wie erhofft. Und wenn dann erstmal das “in-spe” nach und nach zur Realität wird, dann schwenken die ganzen Vorsorge-Fonds von Thesaurisierung auf Auszahlung um. Ob diese Auszahlungen dann Zinsen oder Dividenden ist herzlich egal, denn Hauptsache die privaten Renten können gezahlt werden.

Wir kommen zu denn Punkt wo sich Firmen fragen sollten, wer von demographisschen Standpunkt aus finanzieren soll? Können Firmen in Zukunft den Ruf nach höheren Dividenden und Kupons folgen? Und gibt das ROA überhaupt her?

Die Politiker schickten sich mit ihren doofen Riestern und Rürupen an den Baum mit den goldenen Früchten gefunden zu haben, weil sie merkten, dass das Adenauer-Märchen rechnerisch nicht aufgeht. Jedoch ist nur das Problem verschoben wurden:
- Die Überalterung der Bevölkerung,
- Die Nicht-Undlichkeit des Wirtschaftswachstum

Ich will die Konsequenzen nicht beim Namen nennen (um hier nicht als Miesepeter im Internet zu stehen). Witzig wird es nicht… in dieser bösen “2030 Vision”.

Die deutschen Politiker sind wirklich gut im meckern:
- (Imaginäre) Spekulanten trieben Griechland in den Bankrott,
- die gierigen Banken geben den Unternehmen keine Kredite,
und so weiter.

Jedoch ist ein Hauptgrund warum Unternehmen und fast-junk-bond-like-naja Staaten wie Grieechenland ihre (existierenden) Schulden nicht refinanzieren können, dass (relativ gesehen) sicherere Investitionsmöglichkeiten von Staaten wie Deutschland verstärkt geschaffen wurden und werden: Durch die ausufernende Neuverschuldung. Letztes Jahr 80 Mrd Euros. Das ist schon mal das Doppelte wie wie vor garnicht alzu langer Zeit.

Natürlich ist der Deutsche Staatshaushalt nicht der einzige, der das Angebot dieser Investitionsmöglichkeiten erweitert bzw. hat, z.B. die Neuschulden der USA, Japan, und auch Frankreich um nur einige zu nennen, kommen mit dem deutschen Staatshaushalt auf eine ziemlich hohe astronomische Summe, und zwar per annum.

In der Fachsprache wird das Crowding-Out-Effekt genannt, d.h. Staaten erhöhen ihre Neuverschuldung, Investoren kaufen diese Staatsschulden, aber dafür nicht die Schulden von Unternehmen (Tarahh crowding-out). Gerade im Euroraum ist es so, dass die Zentralbank – ECB – nicht die Staatsschulden in ihre Bilanz nimmt, bzw. das auf garkeinen Fall will (Warum? Genauso funktioniert Inflation im engeren Sinne, und kann der Beginn einer Abwärtsspirale in die Hyperinflation sein, z.B. Argentinien). Also konkurrieren Staaten um eine Finanzierung durch Kapitalgeber auf Finanzmärkten, gegen andere Entities, z.B. Unternehmen und auch andere Staaten.

Ich finde es daher hochhgradig scheinheilig, einerseits zu erfahren mit welchen unverschämten Wunschvorstellungen die Bundesministerien sich für den nächsten Bundeshaushalt positionieren, und die “Jünger” ihrer Parteien gegen den Schlendrian anderer Staaten wettern, und mit den Finger auf Banken, Investoren und (imaginären) Spekulanten zeigen die Unternehmen nur unter härteren Auflagen Kredite gewähren wollen. Die härteren Auflagen für Kredite sind getrieben durch das Angebot von Investitionsmöglichkeiten, sie sind zum großen Teil getrieben durch die ausuferende Neuverschuldung der BRD.

Zusatz: Es macht auch keinen Sinn, dass die BRD riesen Fonds auflegt, die die BRD ja auch durch Kapitalgeber finanziert, die dann Unternehmen, Banken andere Staaten Kredite gewährt, die sie nicht von Kapitalgebern bekommen, weil die ja ihr Geld bereits den lustigen BRD-Fonds gegeben haben. Der neue geplante EWF macht daher nur Sinn, wenn es nicht eine reine Geldbeschaffungsmaßnahme ist, sondern vor allem den Zweck verfolgt, Staatshaushalte zu restrukturieren, und zwar radikal (was im Falle eines Fast-/Bankrotts garnicht anders geht).

So richte hier einen Countdown ein. Es kann am Ende gut, aber auch böse ausgehen – für die Volkswirtschaft, insb. in Europa hinsichtlich der Intensität, und hinsichtlich des Volumens für Nordamerika.

Lesehinweis: One Bite at a Time

“The Elephant is Large”

Der sovereign debt fraudster Griechenland hat diese Woche ganz schön den Euro in den Keller gezogen. Wir sind mittlerweile beim Greece/Germany Spread bei über 400 bp angelangt (d.h. die Differenz der Yields der 10-jährigen griechischen Staatsanleihe im Vergleich zur deutschen Staatsanleihe). Es ist vielleicht Zeit sich über Szenarien Gedanken zu machen.

Situation:

- Griechenland muss seine Staatsausgaben drosseln

- Griechenland fällt dies innenpolitisch sehr schwer (Siehe Riots, usw)

- Die anderen Euroländer wollen sich nicht erpressen lassen (d.h. Griechenland einen Bailout schenken).

- Die anderen Euroländer wollen den Euro nicht platzen lassen (d.h. Griechenland aus den Euro aussteigen lassen).

Euro vs Drachmen

- Griechenland wird mit dem Drachmen nur unter noch größeren Diskont sich Devisen beschaffen können (==> Spread würde richtig explodieren)

- Griechenland würde Gelddrucken (==> Hyperinflation, Alle Griechen verarmen)

- Mit Euros kann Griechenland sich nicht aus den Staatsschulden rausinflationieren.

==> Griechenland behält den Euro, weil es ein Eigeninteresse hat, aber nicht weil es die anderen Euroländer fiskalisch kratzen würde. Die Kaufkraft des Euros würde sich nicht ändern, nur weil Griechenland nicht seine Zinsen und Schulden tilgt.

Situation #2

- Kaum jemand will Griechenland Geld leihen

- Wenn jemand Griechenland Geld leiht, dann richtig teuer (Siehe Spreads)

- Griechenland wird das nicht bezahlen wollen

- Griechenland muss es aber bezahlen, um seine existierenden Schulden zu refinanzieren

- Darum will Griechenland einen niedrigeren Spread

==> Die Falle: Zu spät Griechenland!

Insolvenzfall #1 – Liquidation

- Kann sich ein Staat liquidieren? Jein!

- Nein, weil irgendetwas vom Staat übrig bleiben muss. Quasi das Backoffice…

- Ja, wenn es Assets hat. Sprich irgendetwas privatisieren kann.

Insolvenzfall #2 – Sanierung
Eine Staatspleite wird i.d.R. mit Hilfe des IMF als Kreditgeber abgewickelt. Das kann man mit dem Chapter 11 vergleichen.

- Griechenland muss einen Sanierungsplan für seinen Staatshaushalt vorlegen (unter Beratung des IMF)

- Der IMF vergibt quasi einen DIP-Loan an Griechenland, d.h. einen Sanierungskredit der am Sanierungsplan geknüpft ist und Super-Senior ist (==> Der drohende Super-Senior Status ist in diesem Fall mit ein Grund, warum Spreads auf die dann plötzlich untergeordneten Kredite anziehen).

- Griechenland ist dann zwar Debtor in Possession (DIP), aber wird sein “Possession” wie im Sanierungsplan angegeben privatisieren müssen bzw. einen Debt-for-Equity-Swap durchführen müssen (==> De Facto hat der DIP-Kredit-Geber das Sagen)

==> Innenpolitik: Die Griechen werden den IMF mehr hassen als Ihre Regierung.

==> Nachteil: Der IMF darf nicht Euroländer retten, weil sonst die ECB untergraben wird (Ist EU-Recht).

Insolvenzfall #3 – Bailout
Die anderen Euroländer räumen Griechenland eine üppige Kreditlinie ein mit schwammigen Bedingungen, wie unter Politikern üblich.

- Griechenland kann seine Neuverschuldung finanzieren, Zinsen tilgen und alte Schulden refinanzieren.

- Griechenland muss keine Einschnitte auf der Ausgabenseite vornehmen bzw. “so weiter machen wie bisher”

==> Innenpolitk: Die Bevölkerung wird “Konjunkturprogramme” fordern.

Fazit
Mit einer Sanierung a la IMF fährt Griechenland und die anderen Euroländer egentlich am besten. Die Griechen können alle Schlechtigkeiten auf den IMF zurückführen. Die Euroländer (die ja den IMF mitfinanzieren) brauchen sich auf keine innereuropäischen Blabla-Streitereien einlassen, die gar zu einer “anti-europäischen Stimmung” führen könnten. Problem ist, dass der IMF nicht Euroländer retten darf, weil dann die ECB ausgebootet wird, die darf aber widerum nach EU-Recht keine Extrawurst für einzelne Länder kochen ==> Ein Konstruktionsfehler des Euros?

Update #1 – Wie kann Berlin Griechenland helfen?
Per Überweisung sicherlich nicht. Aber angeenommen, was würde passieren, wie die BRD ankündigt (und es auch tatsächlich tut) und anstatt 60 Mrd (oder sonst wie viel) keine neuen Schulden aufnimmt, Nein, sogar noch mal ein paar Millarden vorzeitig tilgt? (Prepayment!) Dann werden sich einige Investoren nach neuen Anlagemöglichkeiten umsehen müssen, sodass dann auch Griechenland profitieren kann.
Aus einem anderen Blickwinkel kann man dem Monster-Spread von Griechenland auch etwas Gutes abgewinnen: Wird es anscheinend lukratkiver, renditereicher, risikoärmer wieder in Firmen zu investieren? Da floss im letzten Jahr trotz des ganzen Geschwafel über Kreditklemmen ziemlich viel über Schuldscheine rein.

Das Jahr ist bald zu Ende und ich räume meinen PC auf, d.h. es wird der Schreibschrott gelöscht, der keiner “wirtschaftlichen Verwertung” oder sonst irgendeinen Zweck hat außer Bytes auf meinen PC zu belegen oder einfach den Information Overflow steigert. Löschen, Löschen, Löschen. Vergessen, Vergessen, Vergessen ist eine wichtige Form des Lernen. Ich habe dabei etwas gefunden, was ich hiermit ins Netz stellen, und somit meinen Beitrag zum Information Overflow des Internets leiste ;)

Gestern habe ich schon etwas über den Zusammenhang von Kreativität und Volkswirtschaftlicher Entwicklung geschrieben. Ich denke, dass man das dann in den Schumpeter-Ecke abheften kann, wenn man auf abheften steht. Also hier geht es los:

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Kreativität und Konjunkturzyklen

Ich denke, dass es irgendwo Grenzen gibt inwiefern Medien bzw. die öffentliche Meinungsbildung eine Wirtschaftserholung herbeireden können.

Es wird, bzw. ist bereits im Gange, zu inputorientierter Effizienzsteigerungen mit der Brechstange kommen (und nicht Toyota-like tröpfchenweise), d.h. Kosten runter um mehr/gleichviel/weniger zu erstellen, und das bleibt dann erstmal so. Das Ergebnis ist eine Volkswirtschaft die zwar genauso viel Output wie vorher erstellen kann (nicht muss), aber mehr Ressourcen, insb. Arbeitskräfte, ungenutzt verfügbar sind (Anzumerken ist, ob diese nun Transferzahlungen erhalten oder nicht ist für die Nachfrageseite neutral; Ist wichtig, aber hier mal uninteressant; Ebenso ist egal ob plötzlich die Humanressourcen frei werden wie in den USA, oder über ein etwas längeres Zeitintervall; usw usw usw; Die Medien können so oder so nur Symptome erkennen, die sich vornehmlich auf das dynamische Einstellen von Gleichgewichtszuständen beziehen).

Am Ende der Geschichte stehen viele ungenutzte Inputs insb. in Form von Menschen auf der einen Seite, und auf der anderen Seite, dass Leistungserstellungsprozesse mehr oder weniger genauso viel Outputs erzeugen können wie vorher. Das ist eine der beiden Spielarten, die Marktgläubige (Betonung liegt auf Glaube) als Effizienzsteigerung bezeichnen, und irgendwelche Weltverbesserer (Das ist eine andere Religion mit denselben Gott) als Argument für das Scheitern des Kapitalismus gerne instrumentalisieren, und am Ende das Offensichtliche garnicht sehen. Eine Rezession wird nur dann überwunden, inkl. einer möglichen Stagnation, wenn es gelingt komplett neue Arten, Formen, etc von Outputs aus dem Nichts zu erfinden.

Die Politik, Zentralbanken, Geschäftsbanken, etc, sind offensichtlich der falsche Ansprechpartner für das Erfinden neuer Outputarten. Das soll garkein Vorwurf sein, oder so. Also meiner Meinung nach werden Indizien für eine wirtschaftliche Erholung eher in Design- und Technik-Zeitschriften zu lesen sein, als in den Zahlenwerken von Statistikämtern oder panischen Auf und Ab der Tageszeitungen.

Also die kommende (echte) wirtschaftliche Erholung hat mehr mit Ungewissheit zu tun als mit Unsicherheit (siehe Entscheidungstheorie, was ich damit meine). Ich glaube, dass was ich hier geschrieben habe in die Schublade der Innovationsökonomik oder Technologiepolitik gehört, wobei ich mir über das epistimologische garnicht so genau weiß. Ich gehe aber davon aus, dass neue Output-arten (logischerweise) erst erfunden werden müssen (extrem ungewiss) oder aus einer verstaubten Schublade eines kreativen Menschen gezogen werden müssen, um im Anschluss von Kaufmänner hinsichtlich der Outputmenge BIG-skaliert werden (BIG BIG BIG…), um überhaupt für irgendeine Statistik messbar zu sein und somit aus dieser Sicht erst existent wird. Dies impliziert Irrationalität und begrenzte Informationsverfügbar der Masse vorraus, und ist somit eine realitätsnahe Theorie. Die Symptome bzw. Nebenwirkungen entsprechen, die einer wirtschaftlichen Erholung, z.B. Menschen sind begeistert, rennen zu Messen um das Neue zu sehen, kaufen es, irgendwer produziert ist, stellt Leute ein, die neue Output-art wird Lebensqualitätsteigernd empfunden, Statistiker überlegen sich den Warenkorb zu ändern, der Fiskus freut sich wieder, Zeitschriften berichten über das neue Spielzeug, schlaue Tüftler, und mutige Manager mit Macherqualitäten, usw usw usw.

Ich sage noch mal was zu den Anforderungen bezüglich des Entstehen dieser mystischen ungewissen neuen Outputart.

a) Analogien, z.B. die supi-Vergleiche und Metaphern von Politikern, coole Geschichten von Verkäufern, das Wecken von Emotionen durch Werbeagenturen, Bionik im Ingenieurswesen, Kulturvergleichstudien, etc. Dafür braucht man eine gute Vorstellungskraft und eine gute Portion Erfahrung. Mit dieser Form von Kreativität bekommt durchaus radikale Innovationen hin. Entlassen sie solche Leute steigt die Firma ins End Game ein.

b) Kombination, z.B. komplexe Derivatestrukturen, Variantenproduktion auf Basis von Autoplattformen, systematisches Erfinden mit TRIZ, Planung globaler Logistiknetzwerke, Entwurf von Schaltkreise, Entwicklung von Roboter, etc. Dafür braucht man viel Brainpower und auch eine gewisse Abneigung gegenüber von Übersimplifizierung. Kurz, ohne diese Leute funktioniert erstmal garnichts. Entlassen Sie diese Leute sind sie bald pleite. Ich würde sagen, dass die Anteil dieser Menschen an der Weltbevölkerung schon etwas niedriger ist.

c) Genalität. Diese Art von Kreativität wird eigentlich nie beachtet, weil geniale Menschen seltener sind als bspw. Black Swans. Es ist die Residualgröße im unteren Promillebereich von Verrückten, glücklichen Rittern mit dem Einfall ihres Lebens, etc. Diese Leute werden entweder ganz berühmt, vergessen oder nach ihrem Tod zu Legenden. Hinzukommen extrem schwierige Initierung der Wissensverbreitung (inkl. der Gefahr von Fehlkommunikation) und die Nichtplanbarkeit (ahhhhhhh…!?!!?!!).

Ich denke, dass es einfach die Masse nicht hören will, dass eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung bzw. Expansion davon anhängt ob einem c)-Typ irgendwann mal ein Einfall gekommen ist. Ohne diese c)-Typ Geschichten gibt es auch nichts Substanzielles was a)-Typen sich vorstellen oder b)-Typen neu kombinieren können, d.h. es gibt auch keine output-orientierte Effizienzsteigerung in der Volkswirtschaft.

Rick Bookstaber wurde am 05 November zum Senior Advisor der neuen Abteilung für “Risk, Strategy and Financial Innovation” der US-Finanzaufsicht, S.E.C., berufen . Die NY Times titelte dazu S.E.C. Appoints Hedge Fund Veteran as Adviser. Bookstaber hat für diverse Banken und Hedge Funds gearbeitet (z.B. Salomon Brothers, Morgan Stanley, Ziff Brothers, Moore Capital), in einschlägigen Fachzeitschriften publiziert, das Buch “A Demon of Our Own Design: Markets, Hedge Funds, and the Perils of Financial Innovation” (amazon link) geschrieben und bloggt regelmäßig (rick.bookstaber.com). Im Zusammenhang mit der Aufarbeitung der Finanzkrise ist insbesondere die Anhörung beim Subcommittee on Investigations & Oversight – The Risks of Financial Modeling: VaR and the Economic Meltdown (10 Sep 2009), wo Bookstaber und Nassim Taleb eine nette Diskussion führen, hervorzuheben (Meiner Meinung nach die beste Diskussion/Aufarbeitung der Finanzkrise bis dato). Man kann sagen, dass die SEC einen durchaus kompetenten Typen für die Aufgabe angeworben hat. Ketzerisch kann man fragen: Wird die Bafin oder Bundesbank jemals solche Leute anwerben können???

Ein gutes Interview vom Blog Schall-und-Rauch mit Konrad Hummler von der Wegelin Bank.

Video und Diskussion gibt es auf Yahoo Finance:
Four Years Into The Worst Crisis In History And Still No Reform

EIn Lesetipp: “Does “hot money” drive China’s real estate and stock markets?” (Under Review, für die Zeitschrift “International Review of Economics & Finance”).

Die Autoren schlussfolgern, nachdem sie eine Menge Daten durch VAR- und MS-Modellen jagten,

The massive speculative funds or “hot money” inflows into China in recent years are believed to present various potential dangers to the domestic economy, since they typically move swiftly in and out of a market, and potentially create bubbles in the financial market.

Hier ist nochmal zu bedenken, dass das Paper nicht beantwortet, warum zuviel “Hot Money” nach China reinfließt…

Although the liquidity shock stemming from hot money constitutes a large portion of the volatility in real estate and stock markets, relatively little information is known as to what extent the speculative funds and other various underlying economic factors impact the two important markets…

…starting from 2003 there has been huge capital inflow in China, which can’t be explained by trade surplus or FDI…

…Specifically, the speculative funds aggravate the inflated short-term real estate price and obviously enhance the volatility of real estate market…

Was soll die chinesische Zentralbank tun?

Hence, the findings in this paper can be particularly informative and contain practical implications for the Chinese central bank in terms of conducting currency policies on international capital flows, considering that any large fluctuations in this regard could be detrimental to international trade and the smooth operation of financial markets.

Gefunden auf Blick Log “Enterprise 2.0: Genossenschaften made by digital natives”, was ein Gastbeitrag von Social Banking 2.0 http://lochmaier.wordpress.com/2009/10/27/enterprise-2-0-genossenschaften-made-by-digital-natives/. Zum diskutieren dann auch bitte dorthin gehen!!!

Der Typ der im Video spricht ist Peter Kruse (nextpractice).

Ist schon ein bisschen älter. Hans-Werner Sinn: Exportweltmeister – eine zweifelhafte Ehre. Natürlich ist der “Ordnungspolitischer Blog” etwas “marktradikaler” eingestellt, aber die Problemanalyse vom Gastschreiber Hans-Werner Sinn ist schon Ok.

- USA importierten Güter, und bezahlten mit ABS-Strukturen
- BRD exportiert Güter und steckten ihr Geld in ABS-Strukturen

Das ist ein ganz tolles Geschäftsmodell. Die USA konsumieren auf Pump, die BRD liefert die Güter und leiht das Geld den Amis das Geld für den Konsum. Die BRD-Politiker freuen sich, weil die Wirtschaft mehr Leistung erstellt als die Wirtschaft selber braucht. Man kann auch einfach sagen, dass die USA das Empire ist, und die BRD eine Kolonie.

Das Problem ist, dass wenn man produziert sich Effizienzsteigerungen einstellen: Mehr Output, Weniger Input. Und der Input sind bspw. Arbeitsstunden für Menschen. Wenn dann noch alle Ersparnisse (z.B. “Joe Sixpack, Sie müssen ihr Portfolio global diversifizieren…) und Devisenüberschüsse von Firmen (Siehe Landesbanken, etc.) letzlich in Investitionsprojekte irgendwo aber nicht in der BRD getätigt werden, dann werden auch keine neuen zusätzlichen Arbeitsstunden für die “überflüssigen Arbeitskräfte” im Inland generiert. Da helfen dann auch keine martktradikaalen Volldeppen mit “Jeder der Arbeit sucht findet auch welche” (was aus dem Big View ein Unmöglichkeitstheorem ist), sondern tatsächlich wie Herr Sinn sagt: Standortpolitik, damit in der BRD investiert wird … und nicht in NINJA-Kredite… Und wenn sowas Früchte tragen sollte, dann können meinetwegen marktradikale Theologen hinstellen und über Arbeitslosen herziehen wie sie wollen.

* Beachte, dass Hans-Werner Sinn ein “Jünger” der angebotsorientierten Volkswirtschafttslehre ist, und somit notorisch immer raushängen lässt, dass nachfrageorientierte Politiken immer schlecht, Blödsinn, Schwachsinn seien. Ein nachfrageorientierter Ökonomie, z.B. Bofiinger, würde das gleiche tun nur umgekehrt (Ganz witzig wenn angebots- und nachfrageorientierte VWLer in einer Talkshow sitzen ;) ). Sowelche nebensächlichen rhethorischen Stilmittel muss man dann einfach überlesen.

Es gibt die ersten Indizies, dass sich langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der USA in Bereich Forschung und Entwicklung sinkt.

Michael White von scientific blogging fragt: Are scientists getting dumber? als Reaktion auf den Artikel in der Science “Study Finds Science Pipeline Strong, But Losing Top Students” Der Autor Bhattacharjee schreibt:

The findings suggest that the United States risks losing its economic competitiveness not because of a work force inadequately trained in science, as conventional wisdom holds, but because of a lack of social and economic incentives to pursue careers in science and technology.

Auf Deutsch: Es lohnt sich nicht! Und Schulterklopfen ist auch nicht drin.

Das Anreizproblem entsteht durch den Mangel in Nicht-Technik-Branchen (z.B. Banken) und weil generell eine kaufmännische Karriere für den Geldbeutel viel attraktiver ist als eine Tüftler-Karriere.

The authors say those findings square with anecdotal evidence of STEM graduates being drawn to careers in management and finance starting in the early 1990s. Lowell says employers “seem to be poaching the best and the brightest” of STEM graduates by offering higher salaries for management and
other non-STEM positions.

* STEM = Science, Technology, Engineering, and Mathematics. Ich benutze einfach das Wort “Technik” dafür. Beachte Naturwissenschaften = Physik, Chemie, Biologie. (Punkt Ende). Ingenieurwesen sind “artes mechanicea”, wobei “Technologie” mehr Fokus auf “F” als aus “E” beim “F&E” legt, und oft eine “interdisziplinäre” Wissenschaften zwischen Natur- und Ingenieurwissenschaften darstellt, z.B. Biotechnologie. Daneben ist Informatik lediglich “Soft”-Part zum “Hard”-Part von Ingenieurwesen/Technologe. Mathematik ist eine Formalwissenschaft, wie Philospohie, die neben Natur- und Sozialwissenschaften steht.

Diese Probleme der USA haben wir in Europa auch! Aber zunächst muss man sich fragen, warum Nicht-Technik-Branchen und Kaufmännische Positionen mit Leuten aus den Naturwissenschaften und Ingenieurswesen besetzt werden:

These 1) Klassische Bankkaufleute sind methodisch zu schlecht ausgebildet. Klar, sind Buchhaltung, Rechnungswesen, und so weiter und so fort super wichtig. Aber insbesondere mathematische Kenntnisse sind gefragt, und damit meine ich auch und vor allem die Modellierung. Klar ein Ingenieur muss das können, sonst könnte er keine Schaltung “entwerfen”, einen Gebäude “planen”, eine Maschine “konzeptionieren”. Aber warum können das die BWL-Absolventen nicht? Warum lernen BWLer nicht ein Simulationsmodell zu basteln? Warum können BWLer die Zahlungsströme einer ABS-Struktur nicht modellieren? Warum können BWLer kein Supply Network durchrechnen? usw. Ok, einige können das! Aber das lernt man dann nicht, wenn man nur BCG-Matrizen in “Strategie”- und “Marketing”-Kursen zum 1000000…-mal auswendig lernt, weil dann kann man nur LABERN. Man muss bei der Ausbildung von BWLern anfangen.

These 2) Techniker sind immer die Doofen, wenn es um Karriere geht, weil sie es nicht sein werden die Karriere machen werden… außer sie werden zu Managern. Es ist selbstverschuldet von den Unternehmen, ihre Organisationsstrukturen und somit Annreizsysteme auf Kaufmänner zugeschnitten zu haben, und die “Doofen” die dann alle möglichen Leistungsangebote gestalten sollen, schön klein zu halten – Selber Schuld wenn diesen Job dann keiner mehr macchen will. Es kann auch nicht die Lösung sein einem Physiker, Chemiker oder Ingenieur zu sagen “Mach’ ein MBA, ich bezahle es auch!”, weil danach wird diese Person seinen Beruf als Physiker, Chemiker oder Ingenieur in der Firma nicht mehr machen – Man verstärkt das Personalmangel-Problem sogar.

Und dann noch etwas zum Lachen. Auf Mitunter gefunden:

Die 30 EURO Scheine werden nicht kommen… wie Schade…

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