Damit es keiner vergisst, hat Greenpeace daraufhin hingewiesen, dass mitten in der BRD einige etwas in die Jahre gekommenen Kernkraftwerke (AKW) herumstehen. Die AKWs sind schön abgeschrieben, also halbtote Assets aus denen man noch ordentlich Milch rausquetschen kann. Klar “High Tech” würden die Eigentümer sagen, damit die Öffentlichkeit sich schön in Sicherheit wiegen darf,… und das BMBF noch ordentlich Quersubventionen blecht…

Ehmm gut, oder meinetwegen schlecht. Das Problem bei Anlagevermögen der End Game Strategien ist, dass deren Substanz nur noch soweit gekittet werden, sodass halt gerade noch genug Milch rauskommt. Bei einer alten Fabrik für Blattfeder-Dämpfer ist mir das so ziemlich schei.egal, weil es egal ist ob so eine abwrackte Fabrik einstürzt – Ist ja abgeschrieben. Bei einem Kernkraftwerk, was einen Umkreis von ca. 30 Km mit einem Bums einen heftigen Neutronenbeschuss verpassen kann, sehe ich das etwas anders.

Weiter so, Greenpeace. Ihr habt einfach Recht.

Neulich habe ich beim Surfen doch tatsächlich auf Werbung für das Braunkohle Forum (von RWE) geklickt. Ich kann es mir einfach nicht verkneifen den den Begrüßungsspruch zu zitieren:

Das Braunkohle-Forum transportiert keine Meinungen, sondern hilft Ihnen, eine eigene Meinung zu finden

Also muss ich davon ausgehen, dass diese Internetseite für geistig Schwerbehinderte gestaltet wurde, da ziemlich wenige bzw. garkeine Alternativen zur Meinungsbildung angeboten werden? Unter Fakten rund um die Braunkohle ist zu lesen:

Die Strategie der kontinuierlichen Modernisierung des Kraftwerksparks durch Neubau hoch effizienter Kraftwerke mündet ab etwa 2020 in die Option, das anfallende CO2 abzuscheiden und in geologischen Formationen abzulagern.

Das spielt natürlich voll und ganz in die Interessenslage von Prof. Dr.-Ing. Hans Joachim Krautz, z.B. CCS-Technik. Gut was soll er denn auch sagen, wenn die Finanzierung seiner Forschung, bzw. die Drittmittelgeldfähigkeit seines Lehrstuhls, zur Zeit von der Braunkohle abhängig ist. Tja, nun ist es so, dass CCS-Technik so abwegig ist, dass ich mich frage warum die Energiewirtschaft ihre Chips da rein schmeisst? Die Antwort ist Ablenkung: “Oh wir wollen ja, aber das dauert noch mindestens 10 Jahre…” Und wer weiß was in 10 Jahren oder später sein wird. Eine Alternative sind beispielsweise die von E.On angepriesenden Biophotoreaktoren mit Mikroalgen, aber vielleicht war die Wirksamkeit dieser PR-Aktion zu verheißungsvoll, was ja zu Investitionen führen könnte, sodass hier schnell wieder auf “Ganz toll aber schnell Totreden” geschaltet wurde, z.B. E.On Hanse in Hamburg-Reitbrook. Kann ja mal passieren unter Kollegen. Hey hey, richtig Geldausgeben? Das ist nunmal nicht wirklich die Mission von Lobbyisten…

spiegelbraunkohleforum

So eigentlich wollte ich nachrechnen, wie sich die Effizienz der deutschen Stromwirtschaft in den letzten Jahren entwickelt hat. Ich finde alles Mögliche, über die Bruttostromerzeugung und Datenfetzen wie viel ein Bügeleisen und so ein Zeugs verbraucht, aber den NettostromBEDARF… FEHLANZEIGE. Kein Lobbyverband noch Regierungsstellen veröffentlichen dazu diese ganz simple Zeitreihe mit den ganz simplen skalaren Werten in TWh.

Es ist ja nicht so, als Engergieunternehmen nicht wüssten wieviel Strom sie bei Ihren Kunden abrechnen. Nur soll ich mir die Bilanzen von den ca 800 Energieversorgungsunternehmen schnappen, um dann von deren Umsatz in Euros auf den Absatz in Wh zu kommen?

Ja gut ohne eine y-Reihe kann man auch keine quantitative Effizienzanalyse machen. Aber ich könnte ja mal auch anmerken, welche Hypothese ich versuche zu überprüfen bzw. zu widerlegen:

H1: Die technische Effizienz der Stromversorgung, insb. der Netztechnik, sank, was negativ korreliert mit der Zunahme der Bruttostromerzeugung durch Wind- & Solarkraftwerke war.

Ja, das widerspricht nunmal der politischen Traumwelt und lässt die EEG-Subventionsjäger ziemlich schlecht da stehen. UNd da ich das letzte Puzzelteilchen, weder bei staatlichen Institutionen noch bei Energie-Lobby-Verbänden finden kann, muss ich mich wunder, was die eigentlich verheimlichen wollen…

Ich habe H1 ja nicht einfach nur so in den Raum gestellt. Auf der eine Seite gibt es Politiker, die glauben dass erzeugte Leistungen in Kraftwerken reibungslos die berühmte Steckdose erreichen. Darum reden auch nur von “Einspeisung”. Auf der anderen Seite gibt es Energieversorger, die das “schlucken” müssen, aber witzigerweise die zusätzlichen Asugaben direkt an den Endkunden via Preisliste weiterführen können, ohne einen Finger zu krümmen. Wenn die EVU schlau sind stellen Sie sich sogar selbst ein paar Windräder auf, um beim großen Marketing-Karussell mitzufahren. Und bei dieser ganzen Geschichte wurde immer noch kein Handschlag bei der Anpassung der Netzinfrastruktur gemacht. Warum auch, wenn man das auf Papier zurecht zaubern kann!

Und wenn ich die letzten schon “öffentlichen” aber verschleiert versteckte Datenreihe in die Hände bekommen würde, könnte ich mal nachrechnen ob diese Hypothese wahr oder falsch ist.

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