Ok, normalerweise tue ich das nicht, aber ich werde jetzt die BILD-ZEITUNG zitieren, wonach Ex-Arcandor-Manager Thomas Middelhoff sinngemäß meinte “Quelle-Pleite hätte vermieden werden können!“.
Die BILD-ZEITUNG schreibt treffend direkt unter der Überschrift: “.. dabei soll er maßgeblich für den Untergang des Unternehmens verantwortlich sein..” wobei ich die BILD-Zeitung korrigieren muss: “…Middelhoff ist maßgeblich…” muss es heißen.
Es hätte irgendein PR-Berater dem Herrn Middlehoff sagen sollen: “Halt’ die Fresse!” oder “Es gibt Phasen wo man einfach die Klappe halten sollte” und so weiter…
Herr Middelhoff soll gesagt haben:
Das Ende von Quelle ist ein in höchstem Maß bedauerliches Ereignis – vor allem, weil es nicht unabänderlich war
und schiebt die Schuld auf seinen Nachfolger Eick:
Als keine Staatshilfen kamen und das Planinsolvenzverfahren scheiterte, stand das Unternehmen ohne Alternative da. So rutschte es in eine ungeordnete Insolvenz.
In der BILD stellt Insolvenzverwalter Görg den Fall Quelle so dar:
Wir haben mit der Lupe nach der Substanz in diesem Unternehmen gesucht, aber wir haben nichts Nennenswertes gefunden.
Irgendwie halte ich es für unwahrscheinlich, dass Eick in seinen 7 Monaten bei Arcandor (wofür er insgesamt 15 Mio bekam) so dermaßen runterwirtschaften könnte. Zu dem diesem Lackaffen Middelhoff fällt mir nichts mehr ein, der Mann muss einer eigenen kleinen Traumwelt leben, wo er eine Art Gott spielen muss.
Ein kleines Beispiel zu den Methoden des Herrn Middelhoffs: Zwar wurde bereits vor Middelhoffs Zeit die meisten Karstadt-Warenhäuser an Oppenheim-Esch-Fonds verkauft, der diese dann an Karstadt vermietet hat, wobei Middelhoff dann die Mietpreise aushandelte – Und Middelhoff war Anteilseigner an den Esch-Fonds! Das nennt man nicht nur Interessenskonflikt, sondern “Betrug”, “Veruntreuung” oder einfach nur “kriminell” nennt, und dem Zweck der “Selbstbereicherung” diente. Ich zitiere StGB §266 S.1 (Untreue)
Wer die ihm durch Gesetz, behördlichen Auftrag oder Rechtsgeschäft eingeräumte Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen oder einen anderen zu verpflichten, mißbraucht oder die ihm kraft Gesetzes, behördlichen Auftrags, Rechtsgeschäfts oder eines Treueverhältnisses obliegende Pflicht, fremde Vermögensinteressen wahrzunehmen, verletzt und dadurch dem, dessen Vermögensinteressen er zu betreuen hat, Nachteil zufügt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Naja, ein Ermittlungsverfahren diesbezüglich wurde im Juni 2009 eingeleitet (Siehe bspw. Spiegel, Manager-Magazin, Süddeutsche, Tagesschau, usw.), sodass der aktuelle Vorstoss in die Medien durch Middelhoff (das ist nämlich das einzige was der Mann kann) dadurch begründet ist, dass die Staatsanwaltschaft das Insolvenzverfahren abwarten wollte. Auch klar ist dass Görg von einem Amt bestellt wurde und den “Schmutz” den er gefunden hat auch bestimmt dorthin weiterleitet.
Desweiteren wird ab jetzt wohl auch gegen Eick wegen Insolvenzverschleppung ermittelt (AktG § 92 “Vorstandspflichten bei Verlust, Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit” und InsO § 15a “Antragspflicht bei juristischen Personen und Gesellschaften ohne Rechtspersönlichkeit”). Hier ist aber zu klären ob Arcandor nicht schon vor Eick, also bereits unter Middelhoff, einen Insolvenzantrag hätte stellen müssen, was aber einen Bilanzbetrug voraussetzen müsste. In diesem Zusammenhang wäre zu klären ob insbesondere der Goodwill in der Arcandor-Bilanz “Zauberei” war… Dies würde widerum Zweifel über die Ordnungsmäßigkeit des Testats des Wirtschaftsprüfers aufkommen lassen (der auch beim Insolvenzverfahren dabei war), und der sich noch witziger auf die Auslegung des Rechnungslegungsstandards IFRS berufen kann (den “er” als Mitglied des IAS noch viel viel lustigerweise selbst mitschreibt… bzw. bezahlt).
Weitere Quellen:
Thomas Middelhoff hält die Quelle-Pleite für unnötig (WELT)
Ex-Arcandor-Chef: „Die Quelle-Pleite war nicht unabänderlich“ (Focus)
Ausverkauf bringt Webseite zum Erliegen