Ein schönes Zitat von Dirk Müller im Artikel “Was für ein Paukenschlag!”

Die einzigen, die jetzt dagegen halten könnten wären starke, informierte und einige Politiker. Stattdessen wird die europäische Front von uninformierten, planlosen dafür umso selbstherrlicheren Politikern dominiert, die in eine vielstimmige Kakophonie verfallen und orientierungslos herumirren. Die starken Player auf der anderen Seite des Atlantiks hauen sich vor Lachen auf die Schenkel und ziehen gnadenlos ihr Programm durch.

Damit ist wohl Alles gesagt.

Nun ist es soweit – Ich kann mich selbstbeweihräuchern… Am 24. Juni 2009 schrieb ich ins Update vom (meinen) Blogeintrag “Aktueller Spielstand – Wirtschaftsleistung und Schulden der BRD

Interessant ist natürlich dass der Schuldenstand für 2009 bei 1752,659 Mrd. schon liegt, im Gegensatz zu 1641,844 Mrd in 2008. Das sind schonmal rund 100 Mrd und ein paar Zerquetschte mehr wie vorher.

Da habe ich (am 24. Juni 2009) lediglich aus den bereits öffentlich zugänglichen Daten der ECB zitiert.

Gestern (der 31. März 2010) bin aufgrund von egghat’s Blogeintrag “D: Haushaltsdefizit 2009: 105,5 Mrd. Euro” auf die Pressemitteilung Nr.124 vom 31.03.2010 “Öffentliches Finanzierungsdefizit auf 105,5 Milliarden Euro gestiegen” des Deutschen Statistischen Bundesamt gestossen.

Ich wundere mich schon etwas, dass nach nun 9 Monaten das Statistische Bundesamt ihre eigenen Zahlen wiederfindet. Oder soll jetzt etwa so getan werden, dass die 100Mrd und ein paar Zerquetschte aus heiteren Himmel gefallen seien? Das ist ganz schön verlogene Pressearbeit beim Statistischen Bundesamt, weil jeder Dummkopf weiß (wissen sollte), dass man Zahlungsverpflichtungen aus Schulden ab des Zeitpunktes des Zahlungsversprechen ungefähr bewerten kann (Und besonders gut bei “AAA”-Schulden).

Hmm irgendetwas war doch in der Zwischenzeit. Achja es war “Wahlkampf”… Als ich zu jener Zeit die älteren etwas verblendeten “Dummköpfe” aus meiner Verwandschaft mit den 100 Mrd und ein paar Zerquetschten konfrontierte (im Juni 2009), wollten die es nicht wahrhaben und erzählten mir die tollsten verblendeten Wahlkampfparolen – Es wurde Kleingeredet was das Zeug hält – Vollkommen irrational (noch nicht mal eingeschränkt rational).

Für mich sieht die Sache so aus, dass es im Statistischen Bundesamt Leute gibt, die ganz genau wissen mit welchen Parteibuch sie ins Amt gekommen sind…

Die deutschen Politiker sind wirklich gut im meckern:
- (Imaginäre) Spekulanten trieben Griechland in den Bankrott,
- die gierigen Banken geben den Unternehmen keine Kredite,
und so weiter.

Jedoch ist ein Hauptgrund warum Unternehmen und fast-junk-bond-like-naja Staaten wie Grieechenland ihre (existierenden) Schulden nicht refinanzieren können, dass (relativ gesehen) sicherere Investitionsmöglichkeiten von Staaten wie Deutschland verstärkt geschaffen wurden und werden: Durch die ausufernende Neuverschuldung. Letztes Jahr 80 Mrd Euros. Das ist schon mal das Doppelte wie wie vor garnicht alzu langer Zeit.

Natürlich ist der Deutsche Staatshaushalt nicht der einzige, der das Angebot dieser Investitionsmöglichkeiten erweitert bzw. hat, z.B. die Neuschulden der USA, Japan, und auch Frankreich um nur einige zu nennen, kommen mit dem deutschen Staatshaushalt auf eine ziemlich hohe astronomische Summe, und zwar per annum.

In der Fachsprache wird das Crowding-Out-Effekt genannt, d.h. Staaten erhöhen ihre Neuverschuldung, Investoren kaufen diese Staatsschulden, aber dafür nicht die Schulden von Unternehmen (Tarahh crowding-out). Gerade im Euroraum ist es so, dass die Zentralbank – ECB – nicht die Staatsschulden in ihre Bilanz nimmt, bzw. das auf garkeinen Fall will (Warum? Genauso funktioniert Inflation im engeren Sinne, und kann der Beginn einer Abwärtsspirale in die Hyperinflation sein, z.B. Argentinien). Also konkurrieren Staaten um eine Finanzierung durch Kapitalgeber auf Finanzmärkten, gegen andere Entities, z.B. Unternehmen und auch andere Staaten.

Ich finde es daher hochhgradig scheinheilig, einerseits zu erfahren mit welchen unverschämten Wunschvorstellungen die Bundesministerien sich für den nächsten Bundeshaushalt positionieren, und die “Jünger” ihrer Parteien gegen den Schlendrian anderer Staaten wettern, und mit den Finger auf Banken, Investoren und (imaginären) Spekulanten zeigen die Unternehmen nur unter härteren Auflagen Kredite gewähren wollen. Die härteren Auflagen für Kredite sind getrieben durch das Angebot von Investitionsmöglichkeiten, sie sind zum großen Teil getrieben durch die ausuferende Neuverschuldung der BRD.

Zusatz: Es macht auch keinen Sinn, dass die BRD riesen Fonds auflegt, die die BRD ja auch durch Kapitalgeber finanziert, die dann Unternehmen, Banken andere Staaten Kredite gewährt, die sie nicht von Kapitalgebern bekommen, weil die ja ihr Geld bereits den lustigen BRD-Fonds gegeben haben. Der neue geplante EWF macht daher nur Sinn, wenn es nicht eine reine Geldbeschaffungsmaßnahme ist, sondern vor allem den Zweck verfolgt, Staatshaushalte zu restrukturieren, und zwar radikal (was im Falle eines Fast-/Bankrotts garnicht anders geht).

Griechenland ist nur ein Exempel. Selbst wenn Griechenland Schuldtilgungen piken oder gar teilweise ausfallen sollte, wäre es für die Weltwirtschaft egal. Griechenland ist einfach zu klein. Hier und da müssten ein paar 100 Mio bis worst case einstellige Mrd Beträge abgeschrieben werden. Der Beigeschmack wäre bitterer.

Kurzfristig wird Italien, Spanien oder UK argwöhnisch betrachtet. UK wird nicht pleite gehen, weil es (was vielen Kontinentaleuropäern nicht so bewusst ist) noch immer eine Weltwährung hat und über das Commonwealth gute wirtschaftliche Verflechtungen aufweist. Die Spanier haben den Ernst ihrer Lage erkannt und handeln, und nur darauf kommt es letzlich an – Wer sein Schicksal nicht selbst in die Hand nimmt, ist verloren. Mein Favorit im negativen Sinn ist Italien, weil wie Griechenland extrem uneinsichtig gegenüber fiskkalische Zwänge ist und maximalen negativen Impact auf die EU aufweisen würde.

Aber die Frage “Who is next” wird sich mittelfristig nicht stellen. Die EU-Politik wird sich irgendwie durchwurschteln, Stützungsprogramme hinten rum liefern, und mächtig Subventionen zur Stabilisierung der Wirtschaft anschieben. In spätestens zwei Jahre wird kein Mensch mehr von Finanzkrise, Währungskrise, Wirtschaftskrise, oder irgendeine Krise sprechen, weil schlaue Statistiker ausrechnen, dass “der Aufschwung da ist”.

Die ganze Sache hat aber einen Haken (wie immer). Die Staaten weltweit haben Schuldenberge aufgetürmt, die ihres Gleichen in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte der letzten paar Jahrhunderten suchen – Sowohl Absolut als auch Relativ. Während nach 1929/WW2 Staaten wie die USA ihre Schuldenberge (Siehe Keynes warum Schulden da waren) mit Wachstum in ein nahezu komplett ungesättigten Weltwirtschaft abbauen konnten (Wo viel weggebombt wurde, kann man wieder viel aufbauen…), ist dies in der aktuellen Lage der Weltwirtschaft nicht möglich.

Aus dieser Sicht macht der IWF/Blanchard-Vorschlag mit erhöhten Inflationsziel (Siehe auch Rick Bookstaber vom 02-Jan-2010) sogar Sinn, wenn es mal nicht zu knapp kalkuliert ist. Natürlich macht hat unser Bundesbank-Weber vollkommen Recht, dass es Scheiße ist (Ja so habe ich es mir auch nicht gewünscht). Jedoch haben wir lauter Staaten mit Riesen-Schuldenberge, Demokratien mit nimmersatten Wählern, und folglich das komplett Gegenteil von das was man Schuldtilgung bezeichnet (Und hiermit schließe ich auch Deutschland mit ein). Nein die Zinslast lässt den Schuldenberg sogar noch anschwellen. Und was ist der Collateral, die Wirtschaftssleistung, die dagegen steht? Können die Volkswirtschaften in Europa und Nordamerika so schnell wachsen wie ihre Schuldenberge von alleine anwachsen? Man muss schon in einer Traumwelt leben, um sich das passend zusammen zu rechnen…

Mindestens einen “Schluck” werden wir uns noch genehmigen dürfen (zumindest in Deutschland, nicht in Griechenland), und dann wird es richtig Verlierer regnen, z.B. Sparer, Altersvorsorgeprodukte, etc. … Das Schuldenkarussell dreht sich, schneller und schneller, schneller und dann …

So selber Schuld CDU/CSU/FDP. Wir haben alle gehofft, dass nun Politiker in die Regierung kommen, die elementare Grundrechenarten, wie Addition und Subtraktion, können. Mehr muss man im Rechnungswesen bzw. der Haushaltsführung nicht können. Aber irgendwie war das wohl nur so eine Hoffnung – Desperado!

Habe noch eine hübsche Homepage gefunden, wo eigentlich die meisten Infos zur Staatsverschuldung kurz und knapp angesprochen werden: http://www.staatsverschuldung.de

Die BRD hat als Ganzes enorme Schulden, und es gibt für die Schulden nur eine Rchtung: Up Up Up! und das Problem wird durch die zusätzlichen Zinsverpflichtungen nicht kleiner. Die Schuldenbremse wird nicht dazu führen das ein Finanzminister in Zukunft an Beliebtheit gewinnen wird: Es werden unbequeme, unpopuläre Entscheidungen auf der Staatsausgabenseiten zwangsläufig getroffen werden. Und hier kommt Wolfgang Schäuble ins Spiel.

(1) Wolfgang Schäuble ist nicht der beliebteste Politiker im großen Berliner Theater. Nein, ich würde sogar sagen, dass weite Teile der Bevölkerung diesen Mensch sogar hassen, auf ihn spucken oder mit Schuhen nach ihn werfen würden – Natürlich nur bildlich.
(2) Hinzu kommt, dass Schäuble bereits relativ alt ist und sich wohl keine Sorgen um seine Politiker-Karriere machen dürfte – Die hat er nämlich schon hinter sich.
(3) Wolfgang Schäuble hat dieses “dominante” und zwar jeden Kritiker in Grund und Boden zu reden – Ein Killer.

Das sind genau die Eigenschaften, die jemand mitbringen muss um (unvermeidbar) unpopuläre Entscheidungen auf seine Kappe zu laden, und gleichzeitig auch den potentiellen Imageschaden seiner Partei auf sich zu lenken.
(1) Schäuble ist bereits unpopulär.
(2) Schäuble ist keinem “Karriere-Risiko” ausgesetzt
(3) Schäuble ist durchsetzungsfähig/mächtig.

Man muss sich dann auch mal die Alternativen angucken, am Beispiel Guttenberg:
(1) Ein Guttenberg würde sich gnadenlos verheizen als Finanzminster.
(2) Seine Politiker-Karriere wäre wohl nach einer Legislaturperiode beendet,
(3) Politisch ist er noch ein “kleiner Junge”, der gegenüber ein Dutzend Minister “klein beigeben” würde.

Dieses beispielhafte Kontinuum sollte bereits verdeutlichen, was die Personalentscheidung “Schäuble” für Konsequenzen andeuten könnte: Schäuble ist der designierte Sündenbock für die Einschnitte bei Staatsausgaben… die kommen werden…

Und das letzte ist dann die Aussage dieses Blogeintrags:
- Die Wahlversprechen von CDU/CSU/FDP waren Lügen, abstruse Wunschvorstellungen dessen Unmöglichkeit A Priori bekannt waren.
- Die Koalition von CDU/CSU/FDP versucht bereits die Schalter so zu legen, dass ihre eigene Wählerklientel das Blamestorming auf wenige designierte Personen lenkt und nicht auf die Parteien selbst.

… so ist das, wenn immer Hurra schreit, wenn jemand schreit “im Himmel ist Jahrmarkt”. Die Deutschen haben die Katze im Sack gewählt, in der Hoffnung dass Probleme verschwinden indem man die Augen zumacht…

Unsere neue Koalitation aus CDU/CSU/FDP kam nun zu der grandiosen Erkenntnis, dass die Bund/Länder/Kommunen ein einzig riesiges Haushaltsloch sind. WOWWW!!! Nun sind Ideen gefragt, wie man die “Schuldenbremsen” umgehen kann. Kein Problem: Außerbilanziell heist die Lösung! Solche Konstrukte haben sich schon in Form “Kommunaler Zweckgesellschaften” bei Städten und Gemeinden, oder “Special Purpose Vehicle” diverser Landesbanken und Privatbanken in Irland bewährt. Ganz super kreativ, liebe CDU/CSU/FDP!

Ich hoffe, dass den Politiker bewusst ist, dass der Schuldenstand der BRD sich nicht NUR aus den Schulden zusammensetzt, die sich das Finanzministerium offiziell in den Bundeshaushalt reinschreibt, sondern aus der Summe alle emittierten Schuldtitel, die von Bund, Länder, Kommunen inklusive Rechtskonstrukte die vornehmlich eine der drei gehört. Aber keine Sorge. Ob Destatis, BMF oder sonst wer, wird schon die zahlen so sinnlos-definieren, dass die Zahlen wieder passen.

Wie soll ich den Politiker den nennen?
- Enron-Politiker
- Hedge-Funds-Politiker
- Hütchenspieler-Politiker
- …
oder ist das doppelt gemoppelt, und soll ich es einfach bei “Politiker” belassen.

Ich habe heute morgen ein bisschen auf dem Statistical Data Warehouse der European Central Bank herumgestöbert, und mal zwei Diagramme kopiert. Da es sich um Jahresdaten handelt, sind nachfolgende Zahlenzauberereien mit Vorsicht zu genießen. Und nebenbei unterstelle ich hier mal dass mindestens 1 Zeitreihe nicht stochastisch ist – Raten Sie mal welche?

Das obere Diagramm enthält die Wirtschaftsleistung in Millionen Euros (10^6), also nominelles BIP! In der unteren Grafik sind die Schulden sind in Millarden Euros angeben (10^9).

Wenn ich mir mal das Schuldendiagramm angucken, muss ich feststellen, … ohh ist mir das peinlich … dass eine zuvor hier im Blog genannte Aussage zurücknehmen muss, wo ich behauptete, dass die BRD einmal in ihrer Geschichte Schulden getilgt hätte – Das ist falsch! Die BRD hat bisher noch NIE Schulden getilgt. Aber mit einer Neuverschuldung von gerade mal 6 bis 7 Mrd in 2000 war die BRD schon ziemlich nah dran.

Germany - Gross domestic product at market price - Current prices - ECU/euro - No adjustment

Germany - Gross domestic product at market price - Current prices - ECU/euro - No adjustment

FR. Germany - General government consolidated gross debt :- Excessive deficit procedure (based on ESA 1995) - Mrd ECU/EUR - AMECO data class: Data at current prices

FR. Germany - General government consolidated gross debt :- Excessive deficit procedure (based on ESA 1995) - Mrd ECU/EUR - AMECO data class: Data at current prices

Eine andere Sache müsste eigentlich jedem Betrachter auffallen: Die beiden Kurven sehen ziemlich ähnlich aus! Also wenn ich die Logarithmierten der Differenzen je Zeitreihe ausrechne, und die Korrelation beider ermitteln, kommt rho=0.7528 herraus. Aber wie gesagt es sind nur 17 Datenpunkte hier.

Ok, wenn ich jetzt schon mies herumrechnen, dann kommt noch ein bisschen Kointegration a la Engle/Granger, 1987, aber ohne stationär und seriös, sondern nur mit 18 Datenpunkte von 1991 bis 2008, und nur mit OLS.

z_t = \log(debt_t) - \alpha - \beta \cdot \log(gdp_t)

Für Alpha kommt -1.0624e+006 herraus was hin kommt. Für das Beta kommt 1.1152 herraus!!! Oh ho ho, das ist ganz nah bei 1. Nun schauen wir uns mal z_t an, was ja eigentlich stochastisch sein sollte (wenn genug Datenpunkte da wären). Schön, z_t schwankt schonmal um die 0, was so ein Hinweis ist, dass die Trends in log(debt_t) und log(gdp_t) sich wohl gegenseitig herrausgekürzt haben. Von den großen z_t-Werten darf man sich nicht abschrecken lassen, weil die immer noch wesentlich kleiner als das Alpha Niveau sind: Der Unterschied zwischen 10^4 vs 10^06 passt schon. Wenn im Diagramm z_t in minus geht, dann war der (positive) Trend des nom. BIP positiver als der Schuldenstand, z.B. vor der Rezession 1994, vor dem Platzen der DotCom-Blase, oder auch vor unserer aktuellen Rezession. Wenn z_t im positiven Bereich geht, dann war der (positive) Trend im Schuldstand positiver als der des nom. BIP, z.B. die Aufschwungphasen ab 1996, und ab 2003.

z_t

z_t

Aber was ist denn nun daran so schlimm? Erstens, eine starke positive Korrelation der Änderungsraten, wie phi=+3/4, heißt eigentlich nur, dass jedes mal wenn die nominelle Wirtschaftsleistung wuchs (inkl. Inflation, Geldschöpfung, & Co.) auch die Staatsschulden wuchsen. Zweitens, dem Ökonometriker wird aufgefallen sein, dass z_t eine Autokorrelation, im Intervall von Jahren, drin hat. Ergo nix mit stationär. Dieses Mean Reversion sind natürlich die Konjunkturzyklen, was denn sonst! Wenn die beiden Zeitreihen (gepfuscht mit Mean Reversion) kointegriert sind und dann auch noch so ein Beta von fast perfekten 1 rauskommt, dann ist so ein Bla Bla “…wir bauen unsere Schulden in guten Zeiten wieder ab, wenn wir uns in schlechten Zeiten verschulden…” einfach nur Bla Bla, aber nicht die Wirklichkeit.

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Update:
Noch ein kleiner Nachschlag zu dem Mean Reversion bzw. der Konjunkturzyklus-Hypothese. Wenn es nach dem z_t Residuum ginge, gab es 1996 bis 2000, und 2003 bis 2006 Aufschwungphasen. Beachtlich ist aber dass bereits 98/99 und 2005, quasi ein bis zwei Jährchen vor dem öffentlichen wahrgenommenen und auch offiziellen Beginn des Abschwung, der Schuldenstand-Trend den nom.BIP-Trend einholt! Im Grunde genommen ist, inbesondere in der Politik geführte Haushaltsdebatten a la “…die NEUverschuldung ist gesunken, darum lasst uns wieder MEHR NEUverschulden…” (Stichwort: Sozialromatik, Parteien-PR), die unter anderem mit “…die Lebenshaltungskosten des kleinen Mannes sind doch soo stark gestiegen…” (Stichwort: Demand > Supply) begründet werden, ein ziemlich guter (weicher) Leading Indikator für Rezessionen. Aber bitte hier nichts durcheinander konstruieren! Die Reaktion der Politik auf steigende Preisniveaus aufgrund eines “Demand>Supply” sind eine Folge eines Aufschwungs, aber nicht zweingend die Ursache eines Abschwungs.
Ich möchte hier garnicht, die Parteien und ihre spezifischen Interessen/Programmen zerpflücken, aber der Denkfehler liegt im Wort NEUverschuldung – Ein Sinken der Neuverschuldung ist nicht (ISNOT) dasselbe wie Schuldtilgung, wie es beispielsweise das Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft (StabG) seit 1967/1975 im eigentlichen Sinne impliziert. Wenn sich aber diese zyklische Inkonsistenz in der Haushaltspolitik fortsetzt, bleibe ich dabei, dass dieser Wankelmut der Politik ein tauglicher weicher Rezessionsindikator bleibt.

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Update2:
Ich habe natürlich die Datenpunkte von einschließlich 1991 bis 2008 benutzt.

Interessant ist natürlich dass der Schuldenstand für 2009 bei 1752,659 Mrd. schon liegt, im Gegensatz zu 1641,844 Mrd in 2008. Das sind schonmal rund 100 Mrd und ein paar Zerquetschte mehr wie vorher. In der Angabe für 2010 in Höhe von 1895,415 Mrd. sind höchstwahrscheinlich (weiß ich jetzt nicht so genau) noch mal 160 Mrd drin, dessen Emissionserlöse die BRD “irgendwen” bereits fest zu gesagt hat, also das was die Bundesbank/EZB irgendwenn noch verkaufen muss im Laufe von 2009/2010. Meine Güte das ist echt noch eine Menge Holz, was noch unter die Leute gebracht werden muss.

Der Staatssender NDR offeriert eine exzellente Anleitung zur Antragsstellung eines Kredits oder auch Kreditderivats (=Bürgschaft). Die Kreditprofis der Abteilung Extra 3 stellten in Kollaboration mit den Experten vom BDI eine kleinen Sendebeitrag, wie sich Firmen auf ihren Beratungstermin bei ihrer Staatsinvestmentbank vorbereiten sollten.

Nehmen wir einfach mal die zu erwartenden Euro 300 Mrd. die irgendwo in den deutschen Staatshaushalten akkumuliert werden. Nun steigt der Druck auf die Zentralbank ihre Zinsen schön niedrig zu halten – Ob das für Volkswirtschaft Sinn macht wird dann zurecht geredet. Es wird irgenwann der Kater kommen, wenn die Zentralbanken wieder die Zinsen anheben wird, die Refinanzierung existierender Staatsschulden teurer werden, und schwupps werden konservativ Euro 10 bis 15 Mrd. der Steuertaler für Zinsen abgedrückt – Und nicht für Transferzahlungen der staatlichen Versicherungen, tollen Infrastrukturprojekten bzw. dessen Instandsetzung, oder sonst was.

Die Ausreden, dass die BRD tatsächlich Schulden tilgt, das ist so Wunschdenken, was beispielsweise Prof. Sinn und andere supi “Experten” unterschwellig über die TV-Mattscheibe kommunizieren. Fakt ist, dass die BRD nur 1 einziges mal in seiner Geschichte Schulden tilgte, und zwar in dem Jahr 2000, wo ca. Euro 50 Mrd. durch den Verkauf von UMTS-Lizenzen erzielt wurden – Unter’m Strich waren das aber auch nur Peanuts im Vergeich zur üblichen Neuverschuldung.

Es ist ja kein Geheimnis welche dynamischen Systemrelationen die staatlichen Versicherungssystem der BRD haben, aber rechnet die Politiker-Kaste damit? Die Politiker-Kaste regt sich über komplexe Verflechtungen der Finanzbranche auf, aber raffen die Zusammenhänge ihrer eigenen Zahlungsverpflichtungen nicht. Ich muss micht ernsthaft fragen ob es Inkomptenz oder Absicht der Politiker-Kaste ist. Beides disqualifiziert zumindestens für den Job die Exeuktive eines Staates zu übernehmen.

Das Problem der deutschen Staatsschuldenspirale ist so erbrechend simpel, dass ich mich nur noch darüber aufregen kann. Die deutsche Politiker-Kaste inklusive ihre habilitierten und promovierten und vor allem gekauften “Experten”, rechnen mit Kreditlinie, tanzen den Dispo-Fox, kaufen auf Pump… und leider seit Gründung der BRD, was aber keine Legitimation für Scheiß-Finanzplanung ist … Und was passiert, wenn man kurzfristige Finanzierungsdenke langfristige Vorhaben finanziert? Was passiert wenn man nicht zumindestens versucht die schwarze Null zu erreichen?… Das ist führt zu einer simplen Schuldenspirale, aber Staatsschuldenspirale ist ein bisscher träger als Privatschuldenspiralen, nur mit dem Unterschied dass die Konsequenzen wesentlich weitreichender sind…

Das letzte woran ich glaube sind Lippenbekenntnisse von Politikern. Ich messe die Politiker-Kaste an den Fakten die sie schafft. Und ich muss jetzt mal kotzen gehen…

Die USA wird die Notenpresse anwerfen und ihre Staatschulden weginflationieren. Jedoch wird Europa nicht so easy mitziehen können wie früher. Welchen Mitgliedstaat der Euro Zone soll denn die EZB wieviele neue Staatsschulden abkaufen? Früher . . . da war alles einfacher . . . Stimmt sogar. Dazu kommt dass in Westeuropa die Einwohner ziemlich verlustaversiv auf Inflation reagieren. Und wie war das nochmal mit der 3% Regel?
Die PPP wird den Dollar sowie das Pfund ziemlich gegenüber den Euro in den Keller rauschen lassen. Daneben wird der chinesische Renminbi wohl seine Unterbewertung nicht mehr halten können.
Wer wird in den nächsten Jahren oben stehen? Diejenigen Staaten die mit ihren geliehenen oder auch gedruckten Geld vielen Menschen dazu bewegen wertschöpfenden Sachen zu machen. USA und UK haben das nach Jahren von Offshoring verlernt. Die USA können noch ganz toll Bomben bauen aber keine zivilen Produkte mehr. Abgesehen davon ist deren technische Forschungskompetenz von Brain Drain anderer Länder abhängig was seit 9/11 nicht mehr so üppig fließt.
Was soll das Alte Europa und Asien von denen kaufen was sie nicht schon alleine hinbekommen? Das kommende Währungsmasaker wird nur feststellen dass die Anglo-Amerikaner ärmer sind als sie immer von sich behaupten.

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