So selber Schuld CDU/CSU/FDP. Wir haben alle gehofft, dass nun Politiker in die Regierung kommen, die elementare Grundrechenarten, wie Addition und Subtraktion, können. Mehr muss man im Rechnungswesen bzw. der Haushaltsführung nicht können. Aber irgendwie war das wohl nur so eine Hoffnung – Desperado!

Habe noch eine hübsche Homepage gefunden, wo eigentlich die meisten Infos zur Staatsverschuldung kurz und knapp angesprochen werden:
http://www.staatsverschuldung.de

Zum Frühstück habe ich ein bisschen in der Brochure von http://www.nexxt.de gestöbert – Es sind Nachfolger in Blut und Fleisch für Firmen gesucht aka Unternehmensnachfolger.

Wahrscheinlich ist jede Unternehmensnachfolge ihre ganz eigene Finanz-, Steuer-, Rechts-, Organisation- und Technologie-Story. Und entsprechend hoch die Anforderungen an einen Nachfolger.

Am Ende des Tages handelt es sich um eine Transaktion – einen Unternehmensverkauf. So wird es bestimmt ein paar Menschen geben, die (a) etwas von Liquidität verstehen, (b) Aufträge ranschaffen können, (c) neue Produkt-, Design- oder Technikideen mit rein bringen, (d) gut mit Mitmenschen können. Jedoch muss ein Nachfolger Geld, Cash, Pinke-Pinke, Zaster, Kohle, Moneten, … haben um den Voreigentümer rauszukaufen.

Tja spieltheoretisch ist das interessant.
1) zu höher Preis:
1a) Alteigentümer gewinnt, Nachfolger geht pleite
1b) kein Deal, beide verlieren
2) zu niedriger Preis
2a) siehe 1b
2b) Alteigentümer rasiert, weniger finanzielle Bürden für Nachfolge.

Ich habe dazu mal ein interessantes Konstrukt gesehen. An der Außenhandelsfirma Melchers(www.melchers.com) sind immer die aktuellen 4 Geschäftsführer an der Firma zu je 22% beteiligt – so zu sagen temporär. Die Familie Melchers hält den Rest von 12% und mischt sich nicht in die Geschäfte ein. Ein solche Vereinbahrung die der alte Melchers, der letzte aktive “Kaufmann” der Familie, traf, verlässt die Grenzen der obigen Spiels: Die Nachfolger haben niedrigere finanzielle Bürden, und die Erben/Alteigentümer erzielen einen hohen Preis, langfristig.

Natürlich ist dieses Modell auf Handelsfirmen zu geschnitten. Aber man kann es sicherlich auch von der Anreizstruktur auf Produktionsbetriebe übertragen. Wichtig ist dass ein Nachfolger auf eigene Rechnung später handeln muss. Also ein Tick mehr persönliches finanzielles Risiko als ein Manager mit flexibler Vergütung übernehmen würde.

Ein Kumpel hat mich auf eine interessante Stellungnahme bezüglich, ihres Rückzug vom US-Markt, der schweizer Privatbank Wegelin aufmerksam gemacht: Abschied von Amerika: Der Anlagekommentar Nr. 265

Da kann jeder so darüber denken wie rosa seine Brille ist. Was ich an Schweizer so mag ist, dass die ziemlich direkt zur Sache kommen, und sich kaum bis garnicht der heißen Luft mit hochtrabenden Grammatikkunsstückchen bedienen.

Hoppla, da schaut man einen Tag mal nicht in die Zeitung, glotzt sich die Nachrichtenticker an, oder sonst etwas, und schwups geben die Merkelanier ihr Bundetagswahlkampfprogramm raus. Puhh eine 64 Seiten Geschichte. Mal gucken was drin steht.

Zum Design (Das Unwichtige)
Ja ist nicht wichtig. Aber warum schreiben die mit Millionen Euros Parteienfinanzierung vollgepumpten immer so konsequent alles in Bill-Gates-Word, und auch noch mit so einer hässlichen Layout-Einstellung? Benutzt LATEX, ist umsonst, und sieht am Ende sogar noch Pro aus. Da könnten die Parteien ein paar Softwarelizenzen einsparen – Wer den (Steuer-)Pfennig nicht ehrt ist des (Steuer-)Taler nicht wert.

Zum Wahlkampf-Blabla

Witz #1) Die Schulden der BRD sind in den Jahren 2005 bis 2009, also inkl. konjunkturellen Aufschwung plus Boom, kein Stück niedriger geworden, ganz im Gegenteil. Da in der Politik bereits eine zwischenzeitliche kleine NEUverschuldung als fiskalischer Erfolg gilt, folgert die CDU:

…Wir haben gezeigt, dass wir die Finanzen sanieren können. Erstmals seit langem haben wir 2007 einen ausgeglichenen Gesamthaushalt der öffentlichen Hände erreicht.

Witz #2) Der Sachverständigenrat hat es bestätigt und die Bevölkerung hat es schon vermutet: Der böse marktradikale Schröder & Co. war Schuld daran! Und ganz nebenbei, die Arbeitslosenstatistik ist getrickst/geschönt, weil unter der Schröder-Regierung einfach ein paar Millionen Leute wegdefiniert wurden. Ich bin mir auch irgendwie unsicher inwiefern die bundesrepublikanische Politik an den Immobilien und Rüstungsboom der USA, den Rohstoffpreisblasen im Nahen Osten, und der Überproduktion in China, Schuld ist – Schwamm drüber. Aber die CDU versteht es sich mit Fremden Federn zu schmücken.

…Wir haben gezeigt, dass wir die Zahl der Arbeitslosen reduzieren können. Mit unserer Wachstumspolitik haben wir erreicht, dass die Zahl der Arbeitslosen im Herbst 2008 unter drei Millionen gesunken ist und wir erstmals über 40 Millionen Erwerbstätige hatten.

Streicheln #1) Ok, Zensursula, CDU, hat bevor sie zu einer Kreuzung von Wolfgang Schäuble und Eva Hermann mutierte, auch ein paar sinnvolle Politiken gemacht. Klar die Umsetzung ist hier und da noch nicht fertig, aber immerhin:

Wir haben gezeigt, dass wir Familien stärken können. Die Wahlfreiheit zwischen Familie und Beruf haben wir durch das Elterngeld, mehr Betreuungsplätze, verbesserte Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten, die Erhöhung des Kindergeldes und des Kinderfreibetrages verbessert.

Witz #3) Hahaaa, meint die CDU das tatsächlich ernst? Der BMBF ist nachwievor eine Quersubventionierungsveranstaltung zum Erhalt maroder Branchenstrukturen, … hat der BRD noch immer keine Technologiestrategie verpasst, … glaubt immer noch, dass ein Antragssteller bereits vor der Aufnahme der Forschungstätigkeit genau weiß wie er/sie das logischerweise unbekannte Forschungsergebnis zu kommerzialisieren zu hat, … Es soll sogar mittlerweile ganze Studiengänge geben die sich mit WissenschaftsVERWALTUNG beschäftigen… Und “Exzellenzinitiative”? Penauts. Schavan braucht ganz dringend einen Taschenrechner:

Wir haben gezeigt, dass wir Bildung und Forschung voranbringen können. Der Hochschulpakt, die Exzellenzinitiative und der Pakt für Forschung und Innovation sollen bis 2019 fortgesetzt werden.

* Steht alles auf Seite 3

Die Wunsch nach Ordnung

Boaaa….

Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat eine Fülle von Ursachen. Trotz ihrer ganzen Komplexität lassen sie sich auf einen zentralen Kern zurückführen: auf das Fehlen eines soliden Ordnungsrahmens und auf individuelle Verantwortungslosigkeit.

Also suche ich mal den “Ordnungsrahmen”, den die CDU hier ankündigt… Hmm, Nix gefunden…

Der Masterplan

Was fällt Ihnen an unten stehender Aussage auf? Das Wort NEUverschuldung natürlich. Ich hätte ja verstanden, wenn dort “Schulden” stehen würde, aber hier das Wort “NEUverschuldung” zu nehmen, bedeutet lediglich, dass die CDU davon ausgeht auch weiterhin auf Pump den Staatshaushalt zu finanzieren.

Wir wollen die Neuverschuldung senken, indem wir die zur Krisenbekämpfung notwendigen neuen Ausgaben so schnell wie möglich wieder abtragen (Seite 5).

Ok, wenn die Papnasen der CDU die diesen ganzen Schwachsinn schreiben, der Maßstab für “Bildung und Innovation” sind, dann würde ich lieber keinen Pfennig hier reinstecken:

… Unser Leitgedanke ist: in Deutschlands Stärken investieren. Wir brauchen Investitionen in Innovationen und in Bildung. Wenn wir unseren Wohlstand erhalten wollen, sind wir auch in den kommenden Jahrzehnten auf den Ideen- und Erfinderreichtum unseres Landes angewiesen (Seite 5)… bla blaaaa bla bla blubb bla blaa blabla…

Schön, dass das BKA uns in Zukunft dabei zusehen darf, wie die ganzen Bürger und Bürgerinnen etwas gestalten…

Wir schaffen Freiräume für die Bürgerinnen und Bürger und lassen ihnen ihre eigenen Gestaltungsmöglichkeiten (Seite 5)

Woow, stimmt sogar. Aber warum müssen die ganzen Studenten mehr Angaben über die Einkommen ihrer Eltern beim Bafögamt machen als dies das Finanzamt fordert? Sekt oder Selters. Auch einen Sohn/Tochter von Bonzen muss es möglich sein, lieber Philosophie zu studieren und nicht sich durch ein BWL/Jura/Medizin-Studium schleifen zu lassen. Also Merkel, frag mal den DSDS-Bohlen!

…Bildung darf keine Frage des Einkommens der Eltern sein…

Ich denke, dass man sich auf Herrn Koch als neuen “Bundesminister für Leute mit Migrationshintergrund” einigen kann:

Wir wollen ein gutes Zusammenleben von Einheimischen und Migranten ermöglichen. (Seite 6)

Ob das so wort-wörtlich von Schäuble reingeschrieben wurde?

Wir werden die Sicherheit in unserem Land gegen innere und äußere Gefahren bewahren.

… oh man ich habe eigentlich keine Lust mehr weiter diesen Quark zu lesen.. Komm’ schon Schweinehund… Ziehhhh… Oh man aber es werden bestimmt 8 Mio. Leute diese Partei wählen… komm’ schon die willst jetzt wissen warum … oder warum nicht… oder ist warum das komplett falsche Wort? …

Steuerpolitik

Ein noch ein Blender! Das kenn ich doch! Die Rechnung ist ganz simpel, es läuft bei jeder Bundesregierung der letzte Jahrzehnte so ab: 1) Wir gehen davon aus, die Wirtschaft um x% wächst und zwar mindestens solange wie die Legislaturperiode andauert, 2) darum bekommen wir y DM (oder Euros) Steuereinnahmen die wir für irgendetwas ausgeben, 3) und weil wir so dermaßen anti-zyklisch in der Fiskalpolitik sind, wird die C-Tranche für “weniger NEUverschuldung” (=”Haushaltskonsolidierung”) zu recht gerechnet. Fertig. Diesen Mist kaufen keiner Partei aus der BRD mehr ab.

Die aus Wachstum folgenden Steuermehreinnahmen wollen wir in etwa gleichen Teilen für Haushaltskonsolidierung, Zukunftsinvestitionen und Entlastung der Bürger verwenden (Seite 9).

Ist natürlich pfiffig erstmal noch die Boomphase 2005/2006 einzukassieren, und wenn es nichts mehr zu holen gibt ein altbekanntes Problem anzugehen. Aber nun raten Sie mal liebe Wähler und Wählerinnen, was als Basisjahr für eine solche “Steuerreform” verwendet werden “könnte” – Politiker sin ja immer ziemlich kreativ, wenn es darauf ankommt irgendwelche Schwellenwerte festzulegen…

CDU und CSU stehen für eine grundlegende Tarifreform, die schleichende Steuererhöhungen allein aufgrund des Tarifverlaufs („Kalte Progression“) mildert.

Hey, warum gibt es eigentlich in der privaten Altersvorsorge irgendwelche überflüssigen Verwaltungen? Das muss ja jemand implementiert haben…

…die Förderung der privaten Altersvorsorge entbürokratisieren…

Aber keine Sorge liebe Angestellten des öffentlichen Dienst. In den folgenden beiden Absätzen werden eine Ersatzbeschäftigungen angeboten. Total geil “Wir bekämpfen Bürokratie mit mehr Bürokratie”, was für ein Selbstläufer…

…strukturelle Überprüfung der Vorschriften zur Mehrwertsteuerbelastung… Errichtung des Normenkontrollrates …

Und es muss ja nochmal betont werden, obgleich es garkeine Änderung darstellt, dass nur Fickereien zwischen Männchen und Weibchen steuerlich absetzbar bleiben. Ich finde dieses Steuerarbitragemodell für blöd, weil es doch eigentlich zielführender wäre höhere Subventionen für die Produktionen… ehmmm … Kopfprämien… ehm.. ich meine … Kindergeld zu blechen…

…CDU und CSU bekennen sich zur Ehe als partnerschaftliche Lebens- und Verantwortungsgemeinschaft und als Kern der Familie. Dieser Rolle muss das Steuerrecht weiterhin spürbar Rechnung tragen…

Wow, wie kann man sich in demselben Absatz widersprechen? In der Dimension Zeit beißen sich die Floskel “mit langen Atem” und “Stoppen” einfach. Also lieber CDU-Texter: Gehirn einschalten. Das klingt für so wie die Ausreden und Beschwichtungen von Kleinunternehmern die versuchen solange die Insolvenz zu verschleppen bis kein Liquidationswert für die Gläubiger mehr da sind.

…Die Schieflage der öffentlichen Haushalte lässt sich nur durch eine dauerhafte Reformpolitik mit langem Atem korrigieren…. Stoppen wir diese Entwicklung nicht, wird der Staat in Zukunft wichtige Aufgaben nicht mehr erfüllen können…

Jackpott. Ich habe es gefunden! Aus Sicht der Merkelianer sei es Aufgabe der (nachfolgend als so unabhängig ehrwürdig geschmeichelten) Zentralbanken Niedrigzinspolitik zu machen – Bei dieser Schrott-Fiskalpolitik in Europa inkl. der BRD/Bundesländer bleibt denen ja auch fast nichts anderes mehr übrig! Hat eigentlich irgendwer von der CDU ein bisschen mehr Ahnung als ein Einführungskurs in Makro? Oder versucht, fälschlicherweise, die CDU eine Art Mythos zu entwickeln, dass automatisch Preisstabilität gleich Niedrigzinspolitik sei?

Solide Staatsfinanzen erleichtern es der Notenbank, Preisstabilität mit niedrigen Zinsen zu garantieren.

… so nun ist Schluss… ich werde mir jetzt den Rest von der Juni-Ausgabe des JoF reinziehen. Bin noch nicht weit gekommen ( International Taxation and the Direction and Volume of Cross-Border M&As), noch circa 250 Seiten und der Monat ist schon fast wieder vorbei…

Nehmen wir einfach mal die zu erwartenden Euro 300 Mrd. die irgendwo in den deutschen Staatshaushalten akkumuliert werden. Nun steigt der Druck auf die Zentralbank ihre Zinsen schön niedrig zu halten – Ob das für Volkswirtschaft Sinn macht wird dann zurecht geredet. Es wird irgenwann der Kater kommen, wenn die Zentralbanken wieder die Zinsen anheben wird, die Refinanzierung existierender Staatsschulden teurer werden, und schwupps werden konservativ Euro 10 bis 15 Mrd. der Steuertaler für Zinsen abgedrückt – Und nicht für Transferzahlungen der staatlichen Versicherungen, tollen Infrastrukturprojekten bzw. dessen Instandsetzung, oder sonst was.

Die Ausreden, dass die BRD tatsächlich Schulden tilgt, das ist so Wunschdenken, was beispielsweise Prof. Sinn und andere supi “Experten” unterschwellig über die TV-Mattscheibe kommunizieren. Fakt ist, dass die BRD nur 1 einziges mal in seiner Geschichte Schulden tilgte, und zwar in dem Jahr 2000, wo ca. Euro 50 Mrd. durch den Verkauf von UMTS-Lizenzen erzielt wurden – Unter’m Strich waren das aber auch nur Peanuts im Vergeich zur üblichen Neuverschuldung.

Es ist ja kein Geheimnis welche dynamischen Systemrelationen die staatlichen Versicherungssystem der BRD haben, aber rechnet die Politiker-Kaste damit? Die Politiker-Kaste regt sich über komplexe Verflechtungen der Finanzbranche auf, aber raffen die Zusammenhänge ihrer eigenen Zahlungsverpflichtungen nicht. Ich muss micht ernsthaft fragen ob es Inkomptenz oder Absicht der Politiker-Kaste ist. Beides disqualifiziert zumindestens für den Job die Exeuktive eines Staates zu übernehmen.

Das Problem der deutschen Staatsschuldenspirale ist so erbrechend simpel, dass ich mich nur noch darüber aufregen kann. Die deutsche Politiker-Kaste inklusive ihre habilitierten und promovierten und vor allem gekauften “Experten”, rechnen mit Kreditlinie, tanzen den Dispo-Fox, kaufen auf Pump… und leider seit Gründung der BRD, was aber keine Legitimation für Scheiß-Finanzplanung ist … Und was passiert, wenn man kurzfristige Finanzierungsdenke langfristige Vorhaben finanziert? Was passiert wenn man nicht zumindestens versucht die schwarze Null zu erreichen?… Das ist führt zu einer simplen Schuldenspirale, aber Staatsschuldenspirale ist ein bisscher träger als Privatschuldenspiralen, nur mit dem Unterschied dass die Konsequenzen wesentlich weitreichender sind…

Das letzte woran ich glaube sind Lippenbekenntnisse von Politikern. Ich messe die Politiker-Kaste an den Fakten die sie schafft. Und ich muss jetzt mal kotzen gehen…

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