Ich überlasse den Leser die Interpretation.

Für die USA (FRED2)

Für die BRD sieht das so aus (Destatis):

Oh hoppla. Das USA EMRATIO ist aber nicht vergleichbar mit der Grafik für die die BRD. Mit dem richtigen Nenner sieht das für die USA dann so aus:

Beim Blick auf die Y-Achse nicht Freudentaumel verfallen! In der BRD sind so ziemlich Ober-/Unterkante alles im Zähler was arbeitet auch wenn es für 1 Euro ist.

Vorhin las auf dem Spiegel einen Artikel über die Deutsche Bank und ihr Engagement im US-Immobilienmarkt. Es wird versucht die Deutsche Bank in ein schlechtes Licht zu rücken. Im schlechten Licht stehen die fast immer, aber in diesem Fall ist das nicht so: Erschieße nicht den Überbringer der schlechten Nachricht! In der Rolle des Treuhänder ist ein Finanzdienstleister ein solcher Bote.

Als erstes muss man die kapieren wer was in Verbriefungstransaktionen macht:

(1) Orginator: Der will einen Haufen von Einzelkrediten los werden im Rahmen eines True Sale

(2) SPV: Ist nur ein Rechtskonstrukt, Einzelkredite auf der Aktiva, lustige Tranchen auf der Passiva.

(3) Arranger: Das ist i.d.R. eine Investment Bank die versucht ein Prospekt für das SPV zu schreiben, und ein paar Idioten … ehmm “Investoren” zu finden die die Tranchen kaufen

(4) Trustee: Das sind die Erbsenzähler, die für das SPV die Zinsen und Tilgungen einsammeln, den Wasserfall für die Tranchen berechnen, und so eine Art Monatsbilanzen erstellen.

(5) Manager: Der Portfoliomanager ist damit beauftragt Einzelkredite auf der SPV-Aktiva zu kaufen und verkaufen (während der Reinvestment Period).

Um es blöd zu sagen, in dem Artikel redet der Spiegel von der Deutschen Bank als Treuhänder (Trustee), oder einfach nur die Erbsenzähler. Ein Treuhänder ist weder diejenige Person die einst die ganzen Einzelkredite vergeben hat (=Orginator), noch diejenige Person die ein SPV gestaltet hat (=Arranger), noch diejenige Person die Einzelkredite aus dem SPV rein- und rausnimmt (=Manager). Ein Treuhänder ist einfach nur ein Erbsenzähler. Und wenn für einen Einzelkredit die Zinsen nicht gezahlt, die Sicherheiten nicht mehr da sind, usw., dann wird wird der Portfoliomanager dem Erbsenzähler sagen: Mach’ das was in den Einzelvertrag drin steht! Zum Beispiel eine Zwangsversteigerung anleihern. Ein Treuhänder mach lediglich den “Papierkrams”. Darum steht auch immer der Name des Treuhänders auf dem Briefkopf der “schlechten Nachricht”. Ein Treuhänder hat eigentlich garkeine Befugnisse. Ein Treuhänder ist nicht dazu berechtigt die Konditionen der ganzen Einzelkredite zu eigenmächtig ändern. Ein Treuhänder darf garnichts ändern. Sonst wäre es ja kein Treuhänder mehr. Im Vergleich zum klassischen integrierten Bankenmodell, ist ein Treuhänder nur die Verwaltungsabteilung die Papier erzeugt. Mehr nicht.

Natürlich kann man sich fragen, was das ganze mit der Arbeitsteilung in Orginator, Arranger, Trustee, Manager, Investor sein soll? Finanzdienstleister können sich dann aussuchen wann sie welche Rolle spielen, oder sich gegenseitig diese Rollen zu schachern. Am Ende kommt raus, dass niemand “flexibel” etwas am Prospekt des SPVs ändern kann, usw. Aber man auch argumentieren, dass die Kreditnehmer diese “Flexibilität” verkauft haben als sie per Unterschrift der Verbriefung ihrer Schuld zugestimmt haben. Nichts ist umsonst auf dieser Welt, auch nicht die Zinshöhe.

International Monetary Fund = USA’s Monetary Fund?
Erstaunlich mit welchen Selbstverständnis die USA den IMF für sich beanspruchen. Da sind Phrasen zu hören wie “Warum sollen wir (=USA) uns Geld von den Chinesen leihen, um den Griechen einen bailout zu schenken”. Gut das wir die Hoheitsansprüche beim IMF mal klipp und klar geklärt hätten. Daher sollten die USA auch nix dagegen haben wenn die EU-Staaten aus dem IMF austreten, also dem IMF kein Geld mehr geben. Wieso auch? Die USA sollten dann auch bitte schön den großkotzigen Anspruch “International” aus dem Name des IMF streichen und das ganze Ding “US-Dollar Fund” (USF) nennen.

Wachstum sei die Lösung aller Probleme
Wachstum ist die große Ausrede der Staatsschuldenmacher, um heutige Schuldenmacherei mit den eventuellen Aussichten zu rechtfertigen. Ich kann nur immer wieder betonen wie beschränkt ich es finde dass Politiker darüber diskutieren wieviel Neuverschuldung tragbar sei unter ihren grandiosen Annahmen eines überoptimistischen Wachstum – Alice im Wunderland? Vielleicht sind unsere EU-Politiker einfach nur auf LSD? Vielleicht sollte den Halben-Keynesianern mal gesagt werden, dass Keynes aus einer ausgeglichenen fiskalischen Lage mit super wenigen Staatsschulden heraus argumentiert hatte. Fakt ist aber, dass die meisten europäischen Staaten seit Jahrzehnten zu keiner Zeit die Neuverschuldung ihrer Anti-Rezessions-Programme zurückgezahlt haben, und sich somit eine Staatsschuldenspirale buchsiert haben – Der halbe Keynes funktioniert nicht. In der Ökonomie geht es vor allem um begrenzte Ressourcen, aber in der Politik um die unendlichen Versprechen – Das ist inkompatibel. Die Optionen sind sehr simpel: (1) Es gibt einen echten Einschnitt, eine Umkehr, oder (2) das Staatshaushaltsproblem wird verschoben und somit in Zukunft verstärkt. Leider sind Politiker in ihrem Alice-im-Wunderland-LSD-Rausch-der unendlichen-Versprechen nur geistig in der Lage sich für (2) zu entscheiden.

BP’s Super GAU
Eines bin ich mir gewiss: Es gibt eine Super-Case-Study für MBA-Programme zum Thema Strategische, Change, oder Crisis Management (wie auch immer der Kurs tituliert wird). Die BP Öl-Katastrophe hat wohl alle Rekorde im Fettnäppchen-Reintreten gebrochen. Es zeigt vor allem, dass es technisch unmöglich durch Zauberei alle möglichen Vorrichtungen in wenigen Tagen zu entwickeln, zu produzieren und auch noch zum Einsatz zu bringen. Das ist für jeden Ingenieur Common Sense, aber manche Manager sollen ja technisch so inkompetent sein, dass sie glauben alle möglichen technischen Lösungen “Off-the-shelf” in Rekordzeit zum Einsatz zu bringen. Es ist schon sehr traurig, dass “Contigency Planning” im strategischen Management allenfalls sich auf Entwicklung PR-tauglicher Ausreden für den Notfall beschränken. Eine andere Schlußfolgerung ist aus der Hilflosigkeit des Großkonzern BP nicht ersichtlich. Ich halte es für absolut bescheuert den Leiter einer technischen Abteilung des BP Konzerns als Sündebock zu feuern: Es ist die unendliche Kurzsichtigkeit und das mangelnde Wissen über technische Entwicklungsprozesse des BP-Vorstandes selbst, die diesen Konzern in diese Krisensituation gebracht hat – Ohne Senior Management Committment geht in großen Organisationen so gut wie garnichts. Gerade Investoren sollten sich fragen, ob dieser Schlag “technisch-inkompetenter-kurzsichtiger-Manager” der richtige Typ ist, um mögliche horrende finanziell wirksame Ausfälle in der Bottom-Line zu verhindern.

Griechenland ist nur ein Exempel. Selbst wenn Griechenland Schuldtilgungen piken oder gar teilweise ausfallen sollte, wäre es für die Weltwirtschaft egal. Griechenland ist einfach zu klein. Hier und da müssten ein paar 100 Mio bis worst case einstellige Mrd Beträge abgeschrieben werden. Der Beigeschmack wäre bitterer.

Kurzfristig wird Italien, Spanien oder UK argwöhnisch betrachtet. UK wird nicht pleite gehen, weil es (was vielen Kontinentaleuropäern nicht so bewusst ist) noch immer eine Weltwährung hat und über das Commonwealth gute wirtschaftliche Verflechtungen aufweist. Die Spanier haben den Ernst ihrer Lage erkannt und handeln, und nur darauf kommt es letzlich an – Wer sein Schicksal nicht selbst in die Hand nimmt, ist verloren. Mein Favorit im negativen Sinn ist Italien, weil wie Griechenland extrem uneinsichtig gegenüber fiskkalische Zwänge ist und maximalen negativen Impact auf die EU aufweisen würde.

Aber die Frage “Who is next” wird sich mittelfristig nicht stellen. Die EU-Politik wird sich irgendwie durchwurschteln, Stützungsprogramme hinten rum liefern, und mächtig Subventionen zur Stabilisierung der Wirtschaft anschieben. In spätestens zwei Jahre wird kein Mensch mehr von Finanzkrise, Währungskrise, Wirtschaftskrise, oder irgendeine Krise sprechen, weil schlaue Statistiker ausrechnen, dass “der Aufschwung da ist”.

Die ganze Sache hat aber einen Haken (wie immer). Die Staaten weltweit haben Schuldenberge aufgetürmt, die ihres Gleichen in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte der letzten paar Jahrhunderten suchen – Sowohl Absolut als auch Relativ. Während nach 1929/WW2 Staaten wie die USA ihre Schuldenberge (Siehe Keynes warum Schulden da waren) mit Wachstum in ein nahezu komplett ungesättigten Weltwirtschaft abbauen konnten (Wo viel weggebombt wurde, kann man wieder viel aufbauen…), ist dies in der aktuellen Lage der Weltwirtschaft nicht möglich.

Aus dieser Sicht macht der IWF/Blanchard-Vorschlag mit erhöhten Inflationsziel (Siehe auch Rick Bookstaber vom 02-Jan-2010) sogar Sinn, wenn es mal nicht zu knapp kalkuliert ist. Natürlich macht hat unser Bundesbank-Weber vollkommen Recht, dass es Scheiße ist (Ja so habe ich es mir auch nicht gewünscht). Jedoch haben wir lauter Staaten mit Riesen-Schuldenberge, Demokratien mit nimmersatten Wählern, und folglich das komplett Gegenteil von das was man Schuldtilgung bezeichnet (Und hiermit schließe ich auch Deutschland mit ein). Nein die Zinslast lässt den Schuldenberg sogar noch anschwellen. Und was ist der Collateral, die Wirtschaftssleistung, die dagegen steht? Können die Volkswirtschaften in Europa und Nordamerika so schnell wachsen wie ihre Schuldenberge von alleine anwachsen? Man muss schon in einer Traumwelt leben, um sich das passend zusammen zu rechnen…

Mindestens einen “Schluck” werden wir uns noch genehmigen dürfen (zumindest in Deutschland, nicht in Griechenland), und dann wird es richtig Verlierer regnen, z.B. Sparer, Altersvorsorgeprodukte, etc. … Das Schuldenkarussell dreht sich, schneller und schneller, schneller und dann …

Rick Bookstaber wurde am 05 November zum Senior Advisor der neuen Abteilung für “Risk, Strategy and Financial Innovation” der US-Finanzaufsicht, S.E.C., berufen . Die NY Times titelte dazu S.E.C. Appoints Hedge Fund Veteran as Adviser. Bookstaber hat für diverse Banken und Hedge Funds gearbeitet (z.B. Salomon Brothers, Morgan Stanley, Ziff Brothers, Moore Capital), in einschlägigen Fachzeitschriften publiziert, das Buch “A Demon of Our Own Design: Markets, Hedge Funds, and the Perils of Financial Innovation” (amazon link) geschrieben und bloggt regelmäßig (rick.bookstaber.com). Im Zusammenhang mit der Aufarbeitung der Finanzkrise ist insbesondere die Anhörung beim Subcommittee on Investigations & Oversight – The Risks of Financial Modeling: VaR and the Economic Meltdown (10 Sep 2009), wo Bookstaber und Nassim Taleb eine nette Diskussion führen, hervorzuheben (Meiner Meinung nach die beste Diskussion/Aufarbeitung der Finanzkrise bis dato). Man kann sagen, dass die SEC einen durchaus kompetenten Typen für die Aufgabe angeworben hat. Ketzerisch kann man fragen: Wird die Bafin oder Bundesbank jemals solche Leute anwerben können???

Video und Diskussion gibt es auf Yahoo Finance:
Four Years Into The Worst Crisis In History And Still No Reform

Vorhin war auf dem Handelsblatt zu lesen: Brüderle lässt Opel nach GM-Entscheidung fallen. Dort steht geschrieben:

Es sei den USA schwer vermittelbar, wenn Berlin die Hilfen, die dem Magna-Sberbank-Konsortium in Aussicht gestellt
worden seien, GM nicht zur Verfügung stelle.
“Der simple Satz: ,Wir geben euch nicht, was wir den Russen gegeben hätten’, ist schwer auszusprechen. Wir müssten den Amerikanern verweigern, was wir den Russen gegeben hätten”, sagte Fuchs (CDU).

Ich hoffe GM spielt nicht diese Nationalistenkarte des Kalten Kriegs. So wie ich das mitbekommen habe, hat sollte die Bundesregierung lediglich eine Art Restrukturierungskredit gewähren, um Opel aus dem GM herauszulösen und zu einem anderen Investor zu transferieren. Damals war ja ungewiss ob der General Motors Konzern überhaupt überleben werde, sodass es eigentlich nur um die halbwegs geordnete Liquidation des GM Konzerns ging. Tatsache ist, dass der heutige GM-Konzern, nicht derselbe wie damals ist. GM hat sich liquidiert (Siehe Saturn, Hummer, Saab, usw.), wobei lediglich Opel im Portfolio drin blieb. Meiner Meinung nach galt das Angebot der Bundesregierung nur für die rechtliche Herauslösung von Opel/Vauxhall aus dem General Motors Konzern. Daher kann ich der Aussage nur Recht geben:

Zu der Möglichkeit einer Staatshilfe sagte Brüderle: “General Motors/Opel kann wie jedes andere Unternehmen einen Antrag stellen.”

Ist schon ein bisschen älter. Hans-Werner Sinn: Exportweltmeister – eine zweifelhafte Ehre. Natürlich ist der “Ordnungspolitischer Blog” etwas “marktradikaler” eingestellt, aber die Problemanalyse vom Gastschreiber Hans-Werner Sinn ist schon Ok.

- USA importierten Güter, und bezahlten mit ABS-Strukturen
- BRD exportiert Güter und steckten ihr Geld in ABS-Strukturen

Das ist ein ganz tolles Geschäftsmodell. Die USA konsumieren auf Pump, die BRD liefert die Güter und leiht das Geld den Amis das Geld für den Konsum. Die BRD-Politiker freuen sich, weil die Wirtschaft mehr Leistung erstellt als die Wirtschaft selber braucht. Man kann auch einfach sagen, dass die USA das Empire ist, und die BRD eine Kolonie.

Das Problem ist, dass wenn man produziert sich Effizienzsteigerungen einstellen: Mehr Output, Weniger Input. Und der Input sind bspw. Arbeitsstunden für Menschen. Wenn dann noch alle Ersparnisse (z.B. “Joe Sixpack, Sie müssen ihr Portfolio global diversifizieren…) und Devisenüberschüsse von Firmen (Siehe Landesbanken, etc.) letzlich in Investitionsprojekte irgendwo aber nicht in der BRD getätigt werden, dann werden auch keine neuen zusätzlichen Arbeitsstunden für die “überflüssigen Arbeitskräfte” im Inland generiert. Da helfen dann auch keine martktradikaalen Volldeppen mit “Jeder der Arbeit sucht findet auch welche” (was aus dem Big View ein Unmöglichkeitstheorem ist), sondern tatsächlich wie Herr Sinn sagt: Standortpolitik, damit in der BRD investiert wird … und nicht in NINJA-Kredite… Und wenn sowas Früchte tragen sollte, dann können meinetwegen marktradikale Theologen hinstellen und über Arbeitslosen herziehen wie sie wollen.

* Beachte, dass Hans-Werner Sinn ein “Jünger” der angebotsorientierten Volkswirtschafttslehre ist, und somit notorisch immer raushängen lässt, dass nachfrageorientierte Politiken immer schlecht, Blödsinn, Schwachsinn seien. Ein nachfrageorientierter Ökonomie, z.B. Bofiinger, würde das gleiche tun nur umgekehrt (Ganz witzig wenn angebots- und nachfrageorientierte VWLer in einer Talkshow sitzen ;) ). Sowelche nebensächlichen rhethorischen Stilmittel muss man dann einfach überlesen.

Es gibt die ersten Indizies, dass sich langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der USA in Bereich Forschung und Entwicklung sinkt.

Michael White von scientific blogging fragt: Are scientists getting dumber? als Reaktion auf den Artikel in der Science “Study Finds Science Pipeline Strong, But Losing Top Students” Der Autor Bhattacharjee schreibt:

The findings suggest that the United States risks losing its economic competitiveness not because of a work force inadequately trained in science, as conventional wisdom holds, but because of a lack of social and economic incentives to pursue careers in science and technology.

Auf Deutsch: Es lohnt sich nicht! Und Schulterklopfen ist auch nicht drin.

Das Anreizproblem entsteht durch den Mangel in Nicht-Technik-Branchen (z.B. Banken) und weil generell eine kaufmännische Karriere für den Geldbeutel viel attraktiver ist als eine Tüftler-Karriere.

The authors say those findings square with anecdotal evidence of STEM graduates being drawn to careers in management and finance starting in the early 1990s. Lowell says employers “seem to be poaching the best and the brightest” of STEM graduates by offering higher salaries for management and
other non-STEM positions.

* STEM = Science, Technology, Engineering, and Mathematics. Ich benutze einfach das Wort “Technik” dafür. Beachte Naturwissenschaften = Physik, Chemie, Biologie. (Punkt Ende). Ingenieurwesen sind “artes mechanicea”, wobei “Technologie” mehr Fokus auf “F” als aus “E” beim “F&E” legt, und oft eine “interdisziplinäre” Wissenschaften zwischen Natur- und Ingenieurwissenschaften darstellt, z.B. Biotechnologie. Daneben ist Informatik lediglich “Soft”-Part zum “Hard”-Part von Ingenieurwesen/Technologe. Mathematik ist eine Formalwissenschaft, wie Philospohie, die neben Natur- und Sozialwissenschaften steht.

Diese Probleme der USA haben wir in Europa auch! Aber zunächst muss man sich fragen, warum Nicht-Technik-Branchen und Kaufmännische Positionen mit Leuten aus den Naturwissenschaften und Ingenieurswesen besetzt werden:

These 1) Klassische Bankkaufleute sind methodisch zu schlecht ausgebildet. Klar, sind Buchhaltung, Rechnungswesen, und so weiter und so fort super wichtig. Aber insbesondere mathematische Kenntnisse sind gefragt, und damit meine ich auch und vor allem die Modellierung. Klar ein Ingenieur muss das können, sonst könnte er keine Schaltung “entwerfen”, einen Gebäude “planen”, eine Maschine “konzeptionieren”. Aber warum können das die BWL-Absolventen nicht? Warum lernen BWLer nicht ein Simulationsmodell zu basteln? Warum können BWLer die Zahlungsströme einer ABS-Struktur nicht modellieren? Warum können BWLer kein Supply Network durchrechnen? usw. Ok, einige können das! Aber das lernt man dann nicht, wenn man nur BCG-Matrizen in “Strategie”- und “Marketing”-Kursen zum 1000000…-mal auswendig lernt, weil dann kann man nur LABERN. Man muss bei der Ausbildung von BWLern anfangen.

These 2) Techniker sind immer die Doofen, wenn es um Karriere geht, weil sie es nicht sein werden die Karriere machen werden… außer sie werden zu Managern. Es ist selbstverschuldet von den Unternehmen, ihre Organisationsstrukturen und somit Annreizsysteme auf Kaufmänner zugeschnitten zu haben, und die “Doofen” die dann alle möglichen Leistungsangebote gestalten sollen, schön klein zu halten – Selber Schuld wenn diesen Job dann keiner mehr macchen will. Es kann auch nicht die Lösung sein einem Physiker, Chemiker oder Ingenieur zu sagen “Mach’ ein MBA, ich bezahle es auch!”, weil danach wird diese Person seinen Beruf als Physiker, Chemiker oder Ingenieur in der Firma nicht mehr machen – Man verstärkt das Personalmangel-Problem sogar.

Und dann noch etwas zum Lachen. Auf Mitunter gefunden:

… Fortsetzung der Serie “Dollar Absturz“…

Der Standard titelte Iran ersetzt Dollar durch Euro, der iranische englisch-sprachige Staatssender ebenfalls Iran replaces Dollar with Euro in FX, bei Reuters hört sich das so an Iran shifts to euro from dlr in calculating fund value, oder bei Bloomberg Iran Aims to Shift Forex Reserves From Dollar to Euro. In den deutschen Mainstream-Medien (z.B. Spiegel, Handellsblatt, usw) existiert dieses Thema nicht (Die beschäftigen sich lieber mit alltäglichen Atom-Drohungen und rethorischen Klogriffe des Diktator Ahmadinedschad). Ja gut Handelsboykott gegen Iran ist da schon näher dran am Thema: Warum sollte man US Dollar haben wollen, wenn man sich davon eh nicts kaufen “darf”? Egal, Iran preist nun in EUROs und nicht mehr in USD. Das ist gefährlich,… für die USA! Das riecht nach Krieg!!!. Dazu ein älterer Artikel vom 27 Okt 2007 “The Real Reasons Why Iran is the Next Target:The Emerging Euro-denominated International Oil Marker“, den ich mal eben gefunden habe.

Der Propaganda-Trick läuft ganz einfach: Rede über einen mittelfristigen Zeitraum der Bevölkerung ein, dass der Iran gefährlich ist (Atombomben) und total irre Terroristen (Antisemitismus) sind. Das erzeugt dann dieses “Saddam Raus”-Gefühl, eine Legitimation um andere Staaten in die Steinzeit zu bomben. Nichtzuletzt brauchen ja selbst die Soldaten, die als Kanonenfutter in Kriege geschickt werden, eine Art moralischen Grund, z.B. sie würde für Freiheit oder sowas kämpfen – Da kann man nicht einfach sagen: Hey Jungs wir bomben da alles dicht, ihr geht da vielleicht drauf, damit wir Fat Cats ordentlich Öl-Millarden scheffeln können – Da braucht man eine Herzblut-Tränen-Weichklopf-Story…

Es darf nur niemand bemerken, v.a. nicht die breite Bevölkerungen der Bündnisstaaten (z.B. NATO-Länder), dass unser kranker American Colossus von eigenen binnenwirtschaftlichen, innenpolitischen Problemen ablenken will, oder gar seine “offiziell nicht-existierende” Machtstellung als Weltherrscher erhalten will. Dazu noch ein allgemeiner Artikel zur kranken US-Wirtschaft: Finanzpolitische Hintergründe der aktuellen Geopolitik.

Ein Kumpel hat mich auf eine interessante Stellungnahme bezüglich, ihres Rückzug vom US-Markt, der schweizer Privatbank Wegelin aufmerksam gemacht: Abschied von Amerika: Der Anlagekommentar Nr. 265

Da kann jeder so darüber denken wie rosa seine Brille ist. Was ich an Schweizer so mag ist, dass die ziemlich direkt zur Sache kommen, und sich kaum bis garnicht der heißen Luft mit hochtrabenden Grammatikkunsstückchen bedienen.

Die Schifffahrt ist wohl der beste Transport-Indikator für den Zustand der Weltkonjunktur. Ja “Welt”. Die Zeiten der Nationalökonomie werde wir allenfalls in autarken Systemen wie Burma oder Nordkorea finden. Es ist sehr simpel: Von der Quelle zur Senke. Und eine hauptsächliche Senke der Weltwirtschaft ist der US-Konsum gewesen. Kann ein US-Konsum ohne massive Absatzfinanzierung existieren? Und wieviel des US-Konsums wird alle Jahre wieder per Verpfändung von Eigentumsansprüchen finanziert?

Der Rest der Welt hat sich auf den US-Konsum als ultimativen Endkunden eingeschossen. Ob Produktionskapazitäten in China für Spielzeug für US-Konsument, oder in Deutschland für Produktion dieser chinesischen Produktionskapazitäten. Oder auch die massiven Transportkapazitäten um diese Warenflüsse zu ermöglichen.

Und wie sieht es aus? Wie schnell werden die USA fiat-money für seine Konsumenten drucken können? Wie schnell finden US-Konsumenten wieder Wege sich dumm und dämlich für die Absatzfinanzierung zu verschulden?

Ich finde es mittlerweile lächerlich wie die Medien immer beiläufig auf die Finanzbranche eindrescht, die an allem Schuld ist. Ja gut die Finanzbranche ist insofern am “Zusammenbruch” des Welthandel schuldig, weil diese den hoffnungslos insolventen US-Konsumenten kaum noch Geld hinterschmeißen.

Fast den ganzen Tag läuft im TV wie ein Senat-Ausschuss den FED-Chef Bernanke ausfragt. Also zimperlich ist der Ausschuss nicht. In der BRD gibt es ja auch Ausschüsse oder Anhörungen zum Aufklären von so welchen Sachen. Aber warum kann ich mir nicht die Ausschusssachen der BRD LIVE im TV angucken? Mit ARD, ZDF, und ganz vieler ihrer Ableger gibt es doch genug Sendefrequenzen.

Bloomberg TV (UK)

Krieg und Spiele kennt man von den Römer – Und es funktioniert immer noch.
Zu jener Zeit als die Bush-Regierung sich aufmachte ihre Lagerbestände an Waffen/Munition im Nahen Osten zu leeren, sich US-Firmen sich freuten diese nun jetzt seit 8 Jahren immer wieder aufzufüllen, da verkündete jener W Bush, dass jeder Amerikaner ein Eigenheim haben sollte. Fanny und Freddy machten sich auf möglichst viele Hypotheken aufzukaufen, zu versichern und umverpackt in die Welt zu streuen. Hausbau zog an, Märchenerzählungen machten die Runden, Nachfrage zog Nachfrage an. Krieg? Was? Wo? Na das wofür die USA ca 400 Mrd pro Jahr Zusatzlich an Steuern ausgebt? (Insgesamt ca 600 Mrd pro Jahr für Militär)
Wie lautet die Kriegskalkulation? Gebe in 8 Jahren ca 3000 Mrd für Waffen/Munition aus und sprenge es in die Luft. Es fehlen also nun für 3000 Mrd an Geld die 3000 Mrd an Gegenwert. Folglich muss irgendwo eine Preisblase her. Und das war der US-Immobilienmarkt.

Die USA wird die Notenpresse anwerfen und ihre Staatschulden weginflationieren. Jedoch wird Europa nicht so easy mitziehen können wie früher. Welchen Mitgliedstaat der Euro Zone soll denn die EZB wieviele neue Staatsschulden abkaufen? Früher . . . da war alles einfacher . . . Stimmt sogar. Dazu kommt dass in Westeuropa die Einwohner ziemlich verlustaversiv auf Inflation reagieren. Und wie war das nochmal mit der 3% Regel?
Die PPP wird den Dollar sowie das Pfund ziemlich gegenüber den Euro in den Keller rauschen lassen. Daneben wird der chinesische Renminbi wohl seine Unterbewertung nicht mehr halten können.
Wer wird in den nächsten Jahren oben stehen? Diejenigen Staaten die mit ihren geliehenen oder auch gedruckten Geld vielen Menschen dazu bewegen wertschöpfenden Sachen zu machen. USA und UK haben das nach Jahren von Offshoring verlernt. Die USA können noch ganz toll Bomben bauen aber keine zivilen Produkte mehr. Abgesehen davon ist deren technische Forschungskompetenz von Brain Drain anderer Länder abhängig was seit 9/11 nicht mehr so üppig fließt.
Was soll das Alte Europa und Asien von denen kaufen was sie nicht schon alleine hinbekommen? Das kommende Währungsmasaker wird nur feststellen dass die Anglo-Amerikaner ärmer sind als sie immer von sich behaupten.

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